#10 - Das legale Casino: Warum Buy now, pay later (BNPL) gefährlicher ist als jede Kreditkarte

Shownotes

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Alexandra Weck: Bei Now Pay Later macht mit unserem Gehirn dasselbe wie ein Spielcasino, nur dass es völlig legal ist. Und genau darum geht es heute in der Folge vom Börsenbrain, ihr Podcast für Anlegerpsychologie. Und ich habe heute natürlich wieder die eine Person, unseren Stargast mit an Bord, Nikolas Kreuz. Und wir gehen heute in das Thema ... buy now pay later, insbesondere für die jungen Menschen noch mal rein und erklären vor allen Dingen auch, wo das in unserem Gehirn wieder seinen Ursprung hat. Herr Kreuz, guten Morgen nach Hamburg.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Moin Moin aus Hamburg.

Alexandra Weck: Herr Kreuz, heute sprechen wir ja über ein Phänomen, das Millionen von jungen Menschen auch betrifft. Nicht nur in Deutschland und in der Schweiz, in den USA bekommen wir ja gerade ganz viele solcher Horrorstories auch über den großen Teich mit. Und zwar es geht ⁓ Buy Now Pay Later. Also für alle, die jetzt noch nichts mit dem Begriff anfangen können, im Prinzip Kleinstkredite mit einer aufgeschobenen Zahlung, Ratenzahlung, also im Prinzip für Konsumentenkredite, also es geht bewusst ja nicht Immobilienfinanzierung oder Investitionen, sondern wirklich, ja, Shopping für den schnellen Kick sozusagen und die Anbieter, ob das jetzt Klana, Paypal, Apple Pay, Google Pay, Amazon, wer auch immer ist, wir wollen da heute über niemanden Spezielles reden. Aber es sind, sind das eigentlich ja harmlose Zahlungsmethoden oder wirklich eine unterschätzte Gefahr, also wie sehen Sie das?

Nikolas Kreuz - INVIOS: Ihr letzteres, also Mann, Frau, diverse, bestellt ein paar Sneaker online und jeder weiß, da blinkt etwas, da ist ein Button, jetzt kaufen, später zahlen, das wirkt alles sehr bequem, so ist es auch bewusst, es ist eine kleine Option, es ist aber im Hintergrund ein gigantischer Markt. Allein in Deutschland nutzt er etwa 20 Millionen nach buy now pay later. Das ist etwa die die Quote, die auch in Deutschland die AfD wählt. man hat 20 Prozent bzw. 25 Prozent, also 20 Millionen auf 80 Millionen Menschen. Das Marktvolumen liegt etwa bei 7 bis 8 Milliarden Euro und die Tendenze steigend mit zwei zweistelligen prozentualen Zahlen zwischen 10 und 15 Prozent pro Jahr. dass der Konsum quasi finanziert wird, man nicht mehr Konsumverzicht hat. Das ist auch börsenspsychologisch sehr gut zu begründen. sehen aber, dass da ein riesiges Problem einfach auftaucht, unsichtbar in dem Alltag sich einschleicht, weil wenn man Inflation hat und hohe Kosten, dann frisst es halt das Budget auf. Dieser Spaß kippt dann sehr schnell in Zahlungsausfälle. Und wenn die Menschen da nicht genügend finanzielle

Alexandra Weck: Mhm.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Allgemeinbildung im Hintergrund haben, dann kann das halt einfach aus diesen Nischenphänomenen heraus und ein wirklich ernst zu nehmender Faktor auch gesellschaftlich werden, weil es einfach auch an so Markt komplett verzerrt.

Alexandra Weck: Ja und wo kommt das jetzt wieder psychologisch her? Also warum fallen wir so gerne darauf rein, sage ich mal, oder warum machen wir das? Wieso ist das deswegen auch so gefährlich? Also was passiert da in unserem Gehirn und wie nutzen die Anbieter auch das entsprechend natürlich zu ihren Gunsten? Weil das sind ja Firmen, wollen Gewinne machen, das ist ja klar.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja. Ja, das ist richtig. Also man kann es eigentlich sehr, gut an jungen Menschen erkennen. Erstens ist es die sofortige Befriedigung an dem Punkt, dass die Generationen halt über Netflix, Spotify, Same-day-Delivery aufwachsen und sofort immer wieder in diesen Fall reinrutschen, weil buy now, pay later. eben halt schnell liefert. Man kann sich ohne Sorgen Dinge besorgen und dadurch, dass es halt auch jeder macht, ist es auch so eine Art Social Normalization. Das ist ein Herrenverhalten. Wir werden alle wieder auf wie die Herde dahin. Es ist sehr einfach. Es gibt keine Kreditprüfung. Klassische Banken. sagen ja manchmal nein, wenn man eine Kreditkarte beantragt oder ein Konto öffnen will, buy now pay later, das ist einfach nur ein Klick entfernt. Und drittens ist es halt auch Social Media Marketing. Also diese Schuldenfalle wird eher als Lifestyle Produkt klar gezeigt. Das sind schicke Bilder, Influencer, die durch die Welt chatten, mach's einfach, gönn dir. Also es wird auch wirklich so dieses ganz rudimentäre limbische System dort angeschaltet.

Alexandra Weck: Mhm. Und der Mensch will ja auch wieder dann dazugehören. Das heißt, man sieht den Lifestyle irgendwo und sagt, okay, ich möchte jetzt irgendwie auch Teil dieser Gruppe sein, die diese Dinge hat oder sich leistet oder ... Und deswegen ... kauf ich mir das jetzt auch, wenn ich eigentlich das Geld nicht hab. Ich mein, ich kenn das ja noch damals, bei mir war das ja auch so. Man wollte dieses Paar Sneaker haben oder diese Markenjeans und ...

Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja.

Alexandra Weck: Ich komme ja auch noch aus einer Zeit, der es dann zweimal im Jahr Winter- und Sommerschlussverkauf gab, wo man dann wirklich darauf gewartet hat, dass man sich das leisten konnte. Meine Eltern, die haben das so gemacht, die haben dann immer gesagt, okay, ihr bekommt irgendwie, und das war für uns richtig viel, also 200 Euro, einmal zum Sommerschluss und einmal zum Winterschlussverkauf und davon könnt ihr euch kaufen, was ihr möchtet.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Mh.

Alexandra Weck: Und wenn ihr selber was anspart, dann legen wir noch mal diese Summe oben drauf. Also das haben die halt so gelöst. Ja, buy now pay later, wie gesagt, das wäre überhaupt gar keine Option gewesen. ich meine, wir hatten ja nicht mal eine Kreditkarte. Also wir konnten nur das ausgeben, was wir wirklich hatten.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja, und das ist wesentlich. Im Prinzip, was da passiert ist, ist einerseits sehr spannend. Man erkennt das ja selbst auch an der Supermarktkasse. Wenn man sich dann Dinge aufs Band legt, das Gehirn feuert da Warnsignale. Menschen, ist teuer. Pay-off-payment, man das auch. Weil es auch Geldverlust ist. uns laufen die Schale, die Münzen durch die Hände. Das spüren wir richtig. Aber eben halt, wenn man genau buy now pay later oder auch mit Mittelskreditkarten ist die, ich würde sagen die Cash-Burn-Rate erhöht. Und es gibt bei der Finanz-Mäßigkeit auch eine Begründung dafür. sind eigentlich fünf wesentliche Faktoren, darauf einzahlen. Wir hatten jetzt gerade schon Pain of Payment. Also Gehirn spürt diesen Schmerz dann nicht mehr über buy now pay later. Dann gibt es den Present Bias, also die sofortige Befriedigung. Das kennen wir noch früher aus unserer Steinzeit. war ein Strauf mit Beeren. Und wir stopften alles einfach in den Mund, weil es Garantie war, vielleicht den damaligen Tag zu überleben. wir wissen das auch am Büfett, wenn wir im Urlaub sind, man packt sich doch die ein oder andere Krivette zu viel oder das Mousse-Schokolade doppelt drauf, was man dann vielleicht auch gar nicht mehr separat dann auch schafft.

Alexandra Weck: Ja, kenn ich auch. Deswegen ich verfluche ja manchmal die Österreicher dafür, dass die so extrem gastfreundlich sind und das ist dann immer noch die Mittagsjause und dann gibt es noch die Kuchenjause und dann gibt es immer noch so ein tolles Buffet auch am Abend, wo es so viele tolle Salate dann immer gibt und dann ist man eigentlich schon satt, noch dann das Hauptmehl. Aber ja.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Gänsehaut, Fidda, Art, Kunst, Kunst, und Kunst und Kunst und und Genau.

Alexandra Weck: Genau, spannend,

Nikolas Kreuz - INVIOS: Und das probieren wir jetzt auch, dass man in solchen Phasen dann gönnt man sich ja auch was. Das ist schön. Man schaut nicht in die Zukunft. Und das ist eben auch dieses Problem, man nennt das auch diesen Framing-Effekt, dass man halt nicht in die Zukunft schaut. sagt, Mensch, mit drei kleinen Raten, das klingt doch harmlos, als die 120 Prozent Jahreszinslider eventuell an den Unfall betreiben auch Mental Accounting, also dass man das nicht als richtige Schuldenwarn nimmt. Man teilt es in unterschiedliche Konten ein und hat darüber dann fünf oder sechs By Now Pay Later Verträge laufen und auf einmal steht man dann wirklich schon mit einem Bein in dieser Schuldenfalle. Das ist sehr, sehr schwierig und bedrohlich und da sollte man stark sensibilisierter sein als junger Mensch.

Alexandra Weck: Mmh. Ja, also ich sag mal so, sind ja hier nicht, also wir wollen ja heute auch nicht generell sagen, dass Finanzierung nicht, also wir wollen es ja nicht verteufeln in dem Sinne, weil es gibt natürlich, ich glaube man muss da ganz stark unterscheiden, wie Sie auch gerade gesagt haben, was ist der Konsum, der gerade einfach irgendein anderes Steinzeitbedürfnis befriedigt versus Konsum, den wir ja brauchen. Also wir brauchen einen Kühlschrank. Wir brauchen auch vielleicht ein Auto, zur Arbeit zu kommen. Wir brauchen vielleicht ein Laptop, zu arbeiten oder ein Telefon. Da würde ich jetzt mal eine Ausnahme machen und sagen, das ist nicht der klassische Konsum. Ich meine, wenn man sich da gerade halt das Laptop für 800 oder 1000 Euro nicht sofort leisten kann, man braucht aber ein Arbeitsmittel, dass man das irgendwie finanziert. Ich glaube, das ist nicht das, was wir jetzt heute meinen, sondern wirklich dieses Thema.

Nikolas Kreuz - INVIOS: ...

Alexandra Weck: Ne? Shopping mit Dingen.

Nikolas Kreuz - INVIOS: 600 PS Auto im Gruppenlesing Vertrag, ⁓ andere Leute im Kreis zu nerven, weil man nicht leicht wird.

Alexandra Weck: Das haben Sie jetzt gesagt. Nein, nein, also es stimmt schon. wie gesagt, wir wollen ja da auch wirklich aufklären. Und also mir persönlich ist das Thema ja auch einfach wichtig, weil ich tatsächlich selber nicht so richtig hart komplett auf dem Boden der Tatsachen mit dem Thema gelandet bin. Aber ich bin ja auch da als junger Mensch sehr stark verführt worden und ich bin natürlich voll in die Falle reingetappt. Also bei mir war das so, ich hab ja damals eine Ausbildung in Düsseldorf gemacht. In der Bank auf der Königsallee. Und da ist man natürlich jeden Morgen, man kommt da vorbei und denkt sich, okay, ich kann mir nichts leisten hier, ist alles mein Monatsgehalt, ist dann weg, ne? Und was passiert nämlich, das Gefährliche war, man arbeitet in der Bank und man kriegt ja sofort Kreditkarten. Ja, vom eigenen Institut und so weiter. Und dann benutzt man die natürlich auch und denkt so, hey, ist ja cool, zahl ich nächsten Monat halt zurück oder dann in zwei oder ... Dann gibt's ja so eine schöne Teilzahlungsfunktion. Sie haben völlig recht, man merkt das erst gar nicht und es tut überhaupt nicht weh. Und je ... Also, man kann gar nicht so schnell gucken, wie die Karte dann am Limit war. Ich mein, ich hatte jetzt nicht viel, Also, vielleicht 1.500 Euro war das Limit. Aber das war das Doppelte von meinem Gehalt. Und, äh Dann zahlt man am Ende, also die Zinsen sind ja verrückt gewesen. Also es waren 20 % oder 18%. Also...

Nikolas Kreuz - INVIOS: und sie beschreiben dieses neurologische Muster, dieses Pain of Payment, das hat man dann nicht. da muss man ehrlich sagen, betrifft eine Dienensiegrupe 18 bis 35-Jährige, sehr stark sind da vertreten.

Alexandra Weck: Ja, bei mir war das auch 19 Jahre alt. Ich hatte endlich mein erstes eigenes Geld. Wir in der letzten Folge darüber gesprochen, was man mit dem ersten Geld eher machen sollte. Also nicht so wie ich. Bitte, bitte macht es bitte nicht so wie ich. Weil ich bin voll in diese Falle auch rein. Ich hab gesagt, komm, egal. Weil das Thema ist ja genau das. Man hat dann auch ... Freunde, Bekannte. Man lernt ja dann andere Menschen auch kennen im Studium, durch die Ausbildung etc. Und man denkt immer, die hätten das auch alle, aber denen ging es ja genau gleich. Also man will ja immer in die nächst höhere, ich sag mal Gruppe, irgendwo aufsteigen oder dazugehören. Und dann kauft man sich genau diese Sachen, die so unnütz sind. Also ich kann gar nicht sagen, wie unnütz ich Markenklamotten heute finde. Aber damals habe ich gesagt, egal, was kostet die Welt?

Nikolas Kreuz - INVIOS: Das ist die Führung. Man will dazugehören, man ist innerhalb seiner Peer Group, man will geliebt werden, das hatten wir ja auch schon in den Themen davor. Wir sind alles soziale Wesen und versuchen uns über diese Mittel der Ersatzbefriedigung dann auch Anerkennung zu kaufen, einfachen, kürzeren Weg zu gehen. vielleicht andere Attribute innerhalb seiner Gruppe dann hervorzustechen oder innerhalb der Gruppe akzeptiert zu werden. Wir suchen die Akzeptanz und Sie sprachen es gerade an. Also die Einkommensgruppe ist so überwiegend mittleres Einkommen. Menschen sind relativ jung zwischen 18 35, gehen regelmäßig auch online shoppen und haben eben nicht unbedingt die höchsten Kreditlinien. Es ist nicht geschlechterspezifisch. Sie sprachen das jetzt auf der Kö an. es gibt einige Studien und es gibt keine Unterscheidung. Das betrifft Mindlein, Weiblein als auch Divers. Da kann man nicht unterscheiden.

Alexandra Weck: Ja, und was man auch trotzdem sagen muss, wenn man jetzt mal das Thema Nullprozentfinanzierung ist ja auch so ein Beispiel, das klingt ja auch erstmal gut, habe ich auch tatsächlich mal gemacht für damals, ich brauchte halt wirklich ein neues Laptop im Studium, weil der andere ist kaputt gegangen und dann habe ich echt eine coole Nullprozentangebot, war von MediaMarkt damals und Das war auch alles in Ordnung, aber was mir nicht bewusst war, dass auch eine Nullprozent-Finanzierung in der Schufa landet. Und dass das wiederum den Score auch niedriger macht. Auch wenn man alles zurückzahlt. Ich hab das Ding ganz normal jeden Monat zurückgezahlt und es waren Nullprozent-Zinsen. Das hat mir finanziell nicht wehgetan, weil ich mich ja dann nicht in so eine Spirale begeben hab. Aber auch die Nullprozent-Finanzierung

Nikolas Kreuz - INVIOS: Ich sage das. Ja.

Alexandra Weck: die steht in der Schufa drin. Und wenn man dann wirklich mal ... Und wenn man dann wirklich mal vielleicht einen Kredit braucht, weil man irgendeine Notlage hat oder irgendwas anderes ist, dann kann es sein, dass das abgelehnt wird, weil man da schon Einträge drin hat. Deswegen wollte ich an der Stelle noch mal sagen, auch die Nullprozent-Finanzierung bitte, bitte vermeiden, wo es machbar ist, und lieber vorher sparen und dann kaufen. Weil, wie gesagt, ... Und die Schufa in Deutschland ist halt nun mal ...

Nikolas Kreuz - INVIOS: Die Verlassung des Monitätsrate.

Alexandra Weck: Da ein Taktgeber und verbessern natürlich auch immer viel, das muss man sagen, die legen jetzt auch Sachen offen, finde ich auch super. Aber insgesamt ist das in Deutschland schon ein System, wo man, wenn man da einmal Probleme hat, ganz, ganz schwere Konsequenzen hat, wie auch man bekommt keine Mietverträge mehr. Also, dessen muss man sich, glaube ich, einfach bewusst sein, dass das wirklich einen in so eine Spirale noch mehr reinziehen kann, wenn man da nicht selber am Anfang aufpasst. Also ... ja.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Genau. Und es passiert im Hintergrund. Das Schlimme ist ja, dass man es nicht erfährt. Man kann sich natürlich nur eine Schuhe ziehen, eine Auskunft ziehen, aber die Banken begründen ja keine Ablehnung und auch andere, die über diese vermeintlich falschen Daten dann auch Entscheidungen treffen. Das ist wie eine leere Absage auf eine Bewerbung. Man kann daraus nicht die richtigen Schlüsse ziehen. Also lieber im Voraus klug handeln und wirklich nur das auszugeben, man hat für konsumtive Zwecke. Das andere hatten Sie gerade angesprochen. Die Investition ist immer davon losgelöst zu sehen, weil man in sein Studium investiert. Wenn man auch ein Auto benötigt, was einen von A nach B zur Arbeit bringt oder eben die grundsätzlichen Dinge, die klar sind, die man zum täglichen Leben benötigt. Und man soll dabei auch nicht den Spaß vergessen. Aber alles, überbordend ist, was einfach nicht in das normale Gehaltsgefüge reinpasst, das sollte man nicht über buy now, pay later vermeintlich, weil einen die Schulden einfach auch wieder einholen, den Konsum halt vorziehen. Ja, das funktioniert nicht.

Alexandra Weck: Ja, Die heute junge Generation ist ja jetzt sehr von dem betroffen. Das war früher... Also auch als sie, sag ich mal, noch 18 waren, da war das im Prinzip gar kein Problem, oder?

Nikolas Kreuz - INVIOS: Nö, das gab es nicht. es gab es faktisch nicht. war mal stolz, hinhabe eine Kreditkarte, weil die Bank das irgendwie auch angedreht hatte. im Prinzip haben wir damals eigentlich alles mit Bargeld bezahlt. Dann kam irgendwann mal die Kreditkarte und jetzt gibt es

Alexandra Weck: Und die gute alte EC-Karte.

Nikolas Kreuz - INVIOS: alte EC-Karte, dann auch Traveler-Shakes, wenn man dann rumfuhr. Und dann kam die erste American Express. Und so ist halt auch alles in diesem Lebenszyklus mal angesagt und weniger angesagt. Und momentan hat das einfach eine doch relativ große Dynamik bekommen. Wie gesagt, jeder vierte Deutsche nutzt dieses Vehikel. Muss man sich mal vorstellen, 20 Millionen Menschen von 80 Millionen Deutschen. Und da muss man überlegen, welchen psychologischen Biases, also Problemfehlen, behaftet man da in eine verharmloste Schuldenfalle reingeht. Es wird ja eigentlich nur diese Impulskontrolle ausgesetzt, weil früher war das Portemonnaie leer. Und wenn es leer war, dann konnte man nichts mehr weiter einkaufen. Und so verschiebt sich das jetzt alles. Aber es kommt umso größer zurück, weil dann haben wir auch die Kraft des Zinses Zinses. Und aktuell sind die Zinsen wir sparen ja gerade über Konto-Korvend-Zinsen oder eben halt die Zinsen, auch bei Nicht-Erfüllung und alles, was jetzt so funky und schön klingt, hat am Ende wirklich auch nicht nur einen Schufa Eintrag. Ich würde jetzt nicht sagen, dass dann die Schläger Truppe vor der Tür steht. Aber es ist ja schon verdriestlich, wenn man dann in dieser hoch technologisierten Welt nachher noch nicht mal mehr ein Taxi per Handy bezahlen kann, ein Moja oder was auch immer. Das sind alles Schwierigkeiten, die sich kumulieren und es überhaupt gar nicht mehr flexibel gestalten lassen. Das muss man sich immer erinnern.

Alexandra Weck: Mhm. Stimmt, ja. Ich hab da noch eine These ja auch zu. mein, der Staat ist ja auch nicht das beste Vorbild. Also ich mein, früher war es ja auch noch so, ob wir mal an die Geldsysteme denken oder ... Also es ist ja auch noch nie so viel gedruckt worden, also Geld produziert und gedruckt worden wie heutzutage. ich mein ... Wie kann man denn eigentlich von den Bürgern Selbstverantwortung und Disziplin verlangen, wenn der Staat es auch nicht schafft? Also das ist gerade auch noch so ein Gedanke, der mir da in den Kopf kommt. Weil man denkt sich, ja das geht immer so weiter.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja, schlechtes Vorbild, also ein schlechter Vorbildscharakter. Wir sind ja letzten Endes auch zumindest ein großer Teil unseres Verständnisses. Wir sind ein Produkt der Erziehung unserer Eltern. So sieht es ja am Ende aus. Wird jetzt nicht den Staat überhöht sehen, aber im Grundsatz sollte er mit gutem Beispiel vorangehen. Und dort werden auch nur Probleme in die Zukunft verlagert, nämlich in zukünftige Wählerschaften, vermeintlich im 5-Jahres-Rhythmus oder in 10 Jahren oder 15 Jahren oder sogar in Generationen gedacht, dann für diese Schulden aufkommen. Da wird auch eigentlich schon der Generationenvertrag in Frage gestellt. Das ist absolut richtig und es ist unverantwortlich.

Alexandra Weck: Mmh. Ja, war, gab's ja jetzt in der Schweiz eine Abstimmung zu einer Sonderrente für einfach die Pensionäre. Und die sind halt die größere Wählergruppe, deswegen, die haben dafür abgestimmt. Aber die Jungen haben halt gesagt, die haben sich richtig auch beschwert. Und haben auch gesagt, ihr finanziert euer, euer, euern Standard jetzt auf unsere Kosten in Zukunft. Also das war auch, das war hier auch ein großes Thema. Und ja.

Nikolas Kreuz - INVIOS: und

Alexandra Weck: Es ist schon spannend, muss ich sagen. Wenn wir da noch mal ganz kurz einen ganz kleinen geschichtlichen Exkurs machen, weil das kam mir jetzt auch gerade noch das Thema. Ich bin zu Hause so nicht aufgewachsen mit einfach ausgeben, was man nicht hat und so. Weil bei meinen Eltern und auch bei meinen Großeltern ist es so, die haben halt alle die Hyperinflation noch erlebt. Also meine Eltern nicht, aber meine Eltern ... kenne die Geschichte von ihren Eltern, also von meinen Großeltern. Wir haben noch Scheine zu Hause, da steht dann halt 100 Milliarden Mark drauf. Das war ja genau die Zeit, wo man das Geld gar nicht schnell genug ausgeben konnte, weil man nicht wusste, ob 100 Milliarden morgen, ob man dafür noch ein Brötchen bekommt oder nicht. Deswegen glaube ich sogar, wir haben vielleicht sogar noch bisschen Glück in Deutschland, weil ein paar Menschen sich dessen noch erinnern. dass wir immer noch bisschen konservativer aufgewachsen sind als vielleicht die Amerikaner, weil dort ist das ja ein Riesenproblem mit den Schulden. Weil ja natürlich auch viele Menschen dort, wenn sie studieren, kostet es gleich richtig viel Geld. Also das ist ja zum Glück in Deutschland nicht so ein Thema. Aber dort hört man regelmäßig auch von Geschichten, wo einfach Menschen mit Anfang 30 über eine Million in der Kreide stehen, weil Haus finanziert, Auto finanziert, Studienkredit ist ganz oft der größte Batzen. wenn man dann hört, das sind Menschen, verdienen richtig gutes Geld, aber die kommen da trotzdem nicht mehr raus, ohne dass die sich komplett einschränken. Das betrifft tatsächlich, und das hatten Sie auch gerade so schön gesagt, alle Schichten der Gesellschaft, egal ob Männer oder Frauen oder divers, also wirklich alle. und auch auf allen Altersgruppen. Aber die Jungen sind natürlich sehr gefährdet. Ich glaube aber auch, und das ist vielleicht auch, wenn wir noch mal psychologisch auf das Thema gehen, die haben es ja auch psychologisch nicht leicht, in der Welt aufzuwachsen, wo, ich meine, ich kenne ja noch beide Welten. Ich kenne noch ohne Handy, ohne Internet. Die heutige junge Generation kennt ja nur das. Die sind ja den ganzen Tag befeuert von ... blinkenden Bildschirmen etc. Also wie kann man sich dagegen irgendwie wehren oder sich dem etwas entziehen, wenn man eigentlich ja auch nur das kennt? meine es ja auch macht ja auch ein bisschen süchtig irgendwo wahrscheinlich.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja, mit Disziplin. gibt auch, und das werden wir sicherlich auch gleich nochmal erörtern, so eine Art Detox-Plan. Auch mit gewissen stringenten Regeln kann man über einen Fünf-Punkte-Plan letztendlich sich auf diesen Dingen, die immer wieder verharmlosen klingen, kann man sich entziehen. Aber man muss faktisch einfach feststellen, diese Buy Now Pay Later fördert etwa 20 bis 30 Prozent. zu mehr Ausgaben als wenn man eine Tasche hat. Man bezahlt arglos, man kriegt diesen Ouch-Impuls. Kaffeelatte kostet jetzt sechs Euro. Man verschiebt das, man zieht es mit elektronischen Mitteln, mit einer Karte rüber. Man hat, wie gesagt, Verharmlosungsproblem. Man ist ja flexibel auch mit der Zahlung. Man kann später bezahlen. Dann klingen da diese 0-Prozent-Raten. Das ist ja auch sehr verlockend.

Alexandra Weck: Okay.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Schöne Bildersprache. Da wird nicht geklärt, dass das Millionen Menschen in der Schuldenfalle bringt. Das ist so, als wenn man einen klassischen Kredit aufnimmt, da unterschreibt man etwas. Das macht einen auch mit einem etwas psychologisch und auf einem Kartenlimit, auf einer Kreditkarte oder EC-Karte macht ja auch etwas.

Alexandra Weck: Mhm.

Nikolas Kreuz - INVIOS: mit einem und verliert da nicht die Übersicht wie bei Buy Now, Pay Later. Und ich versuche immer die Analogien zum Aktienmarkt auch zu suchen. Ich finde, das ist wirklich mein Lieblingswiderspruch. Eigentlich bei Aktien erleben wir immer diese Lost Version. Also das Verlust ist halt doppelt so stark Schmerzen wie Gewinne. Und deshalb scheuen halt viele auch den Schritt an die Börse. Aktien zu beziehen. Und auf der anderen Seite haben wir bei No Pay Later. Und das ist komplett anders, dass wir sofort die Belohnung haben wollen, das Risiko und die Kosten komplett ausblenden, in die Zukunft schieben und diese Zeitperspektive, dieses Paradoxon aufzuklären, dass Menschen Aktien meiden aus völlig unsinnigen Gründen. Und langfristig wäre es sinnvoll, damit halt Vermögen aufzubauen. Auf der anderen Seite nimmt man sein Leben nicht in die Hand, sondern unterliegt da diesen psychologischen Problem, läuft der Herde hinterher, dann gibt es dieses Mental Accounting oder auch dieses Anchoring, Reisen. Das ist alles ein großes Problem gesellschaftlich, aber man kann das halt mit Disziplin, kann man das gut lösen.

Alexandra Weck: Mhm. Ja, also was mir zum Beispiel hilft, ich hab halt eine Kreditkarte mit einer Vollrückzahlung und ich bezahle alle meine Sachen jeden Monat mit dieser Karte und das Schöne ist dann eben dort. Also ich bezahle nichts quasi über mein normales laufendes Konto, sondern alles mit der Karte, jedes Abo, jeden Restaurantbesuch, also alles was geht und in der Schweiz kann man ja zum Glück auch Fitnessstudio und all sowas kann man ja alles mit Kreditkarte gut bezahlen, auch mit einer monatlichen Abbuchung. Das ist ja ein bisschen anders als in Deutschland, weil hier gibt es ja dieses Lastschriftverfahren so nicht vom Konto, sondern... Und da kann ich alles von der Kreditkarte nehmen. Und was mir dann halt hilft, ist, ich kann halt natürlich dann in der App schön sehen, wo stehe ich diesen Monat, wie viel habe ich genau auch ausgegeben. Und das funktioniert dann tatsächlich ganz gut. Es ist eine Karte, eine Übersicht. Es wird aber jeden Monat die volle Summe zurückbezahlt. Das heißt keine Zins-Schuldenspirale etc. Und ich sammle natürlich noch ein paar Punkte im Kartenprogramm dort und kann damit auch noch ein paar Sachen machen. Also in dem Fall eine Karte ist super smart und hilft ja dann auch beim Reisen. Genau und ich habe einfach den Überblick dann in der App. ist praktisch, Genau.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Das sind die ersten Warnsignale, wenn man einfach den Überblick verliert über diese. Wenn man dann über diese vielen Raten, später zahlen, sehr flexibel irgendwo, aber genau das führt dann letzten Endes zur zu fehlenden Übersicht. Und ich finde, wenn man 10 bis 15 Prozent des Monatseinkommens dann nur für Raten bezahlt, das sind dann eigentlich auch schon so Schwellenwerte. Man sagt, Euro aufpassen. Dann kann man wirklich mit diesem Selbstcheck, wie viele Raten gibt es, wie viele Abbruchungen erfolgen da. Und wenn man da überrascht ist und sieht, gleichzeitig fallen da nicht 15, 20, 30 Euro Raten, sondern da sind gleich 600, 700 Euro weg im Monat bei einem Nettoeinkommen von 2, 5 oder 3. Dann ist das natürlich heftig. Und dann schreit es auch nach so einem Buy-Now-Pay-Later-Detox-Plan. Dass man in unterschiedlichen Zeiten da

Alexandra Weck: Genau. Ja.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Da gibt es fünf Schritte, wo man sich selber dann diszipliniert.

Alexandra Weck: Und wie schaffen es denn diese Buy-Now-Pay-Later-Anbieter, Schulden harmlos erscheinen zu lassen? Was steckt da psychologisch dahinter?

Nikolas Kreuz - INVIOS: Im Prinzip ist es so, dass man über eine Marketingwelt die Sorglosigkeit propagiert, dass man über kleinere Raten im Prinzip auch die Gesamtsumme verharmlost. Wir hatten es ja gerade man dann nicht 99 € aufruft, sondern dann in drei raten flexibel A33 €, das sind also auch andere Ankerpreise. Man schreibt nicht den realen effektiven Zins drauf, macht es möglichst einfach, über zwei, drei Klicks in diese Richtung zu gehen. Es geht wirklich um die Verharmlosung des Problems und dass man das Problem eigentlich in die Zukunft verschiebt, das sind so die wesentlichen Prozesse. die da sich abspielen. die Konsequenz fehlt einfach.

Alexandra Weck: Und wir denken, wir denken ja auch, es machen ja alle, dann kann es ja auch gar nicht gefährlich sein. Das ist wie das Herden-Denken, sagen sie ja auch immer. Wie die Lämminge einfach auf die Klippe zu rennen und einfach mit dabei sein.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja. Richtig, können wir.

Alexandra Weck: Ja, und wenn wir jetzt sagen, wenn wir das noch mal vergleichen, ist Buy Now Pay Later psychologisch gefährlicher als Kreditkarten oder nicht?

Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja, praktisch ist es noch gefährlicher. Die Kreditkarten haben ja schon ein System, dass man quasi mindestens einen Monat später die Belastung erfährt auf seinem Konto. Also diese Pain des empfingten Menschen. Ich habe da was vor Monaten ausgegeben, schon nicht mehr, für was es war. Und dann erscheint die gesamte Summe, die Kreditkartenabrechnung, wird in einer Summe dann abgezogen. Bei I Now Pay Later reden wir über ganz andere Zahlungsziele, Zahlungsströme, Zeitreihen. Da geht es ja nicht ⁓ einen Monat Kauf und dann Belastung, sondern dann schieben wir das Problem ja sogar über mehrere Monate oder vielleicht auch ein, zwei Jahre und dann kumulieren sich die Probleme, weil wir einfach ganz einfach den Überblick darüber verlieren.

Alexandra Weck: Und wenn wir jetzt noch den Schwenk mal auch machen zum Thema Investments und Anlage, warum haben denn Menschen Angst vor Aktien, nutzen aber by now pay later als gibt es kein Morgen? Das ist doch verrückt.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja, das ist absolut verrückt. Ich hatte es ja gerade schon eingangs erwähnt, die Angst vor Verlusten, die die Investoren abhält, junge Investoren oder überhaupt an den Kapitalmarkt zu investieren, das wirkt stärker auf uns und dadurch, dass bei Now Pay Later diese Verträge eben halt diese zeitliche Spanne auseinanderziehen, ist die Versuchung groß und Wir haben eben nicht das Gespür, dass das ein Risiko ist, weil das nach hinten raus verlagert wird. So agiert ja auch die Politik, Probleme dann über die nächsten Generationen oder auf die Schultern der anderen Generation abzuwälzen, damit es hauptsächlich nicht selber mit einem Entsparrungsprozess zu tun hat, damit wir das auch gar nicht so weit spüren. Also faktisch, wir fassen auf die Herdplatte, aber das Gefühl, dass es heiß ist, das wird in die Zukunft verlagert. Ansonsten gibt es jetzt eine direkte, unmittelbare Reaktion darauf. Ich fasse auf eine heiße Handplatte, nehme die Hand weg und fasse da nicht nochmal drauf, weil ich weiß, dass es heiß ist.

Alexandra Weck: Ja, also Bargeld geht aus dem Portemonnaie in Echtzeit raus. Man sieht, hoppla, da war vorhin noch ein Schein drin. Jetzt ist keiner mehr drin oder weniger. Und das wirkt dann einfach psychologisch sofort. dann gehen wir mal grad weiter, wie so ein Prozess dann auch abläuft. Also wie rutscht man denn? Weil ich glaube, der ein oder andere, der jetzt vielleicht heute zuhört, denkt sich, wir übertreiben vielleicht auch oder das kann gar nicht sein. Das ist auch schwer greifbar tatsächlich. Aber wie rutscht man von den ersten 50 Euro bei Now Pay Later dann in die Verschuldung? Was sehen Sie da auch klassischerweise?

Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja, also wir machen es mal pragmatisch oder praktisch. 50 Euro bei einer Pay-later-Rate. Man kauft sich ein paar Sneaker, klingt ja jetzt nicht viel nach 50 Euro. Und ich bezahle das noch nicht sofort, sondern in drei Raten. Und es klingt überschaubar, scheint ja clever, dein Gehirn verbucht, halt nur 16 Euro im Monat, ist okay. Dann kommt eine Jacke dazu. laufe an der Kö entlang. Dann sind da schöne Kopfhörer. Die will ich noch. dann abends, Mensch, ich gönnste mir doch, da ist ein tolles Konzert. Robbie Williams spielt oder wer auch immer. dann lade ich doch meinen Freunden auch gleich mit ein. Dann hat man drei, vier, fünf. Einer, Pay Later Verträge parallel innerhalb weniger als einer Stunde irgendwo abgeschlossen. Und das wirkt am Anfang sehr klein, aber in der Summe sind diese Beträge dann irgendwann mal eine Unmöglichkeit. Unsichtbare Last und in diesem Eskalationsmuster hat man auch nicht das Gefühl, das sind immer alles kleine viele Verpflichtungen, die in unserem Mental Accounting, also dadurch, dass wir unterschiedliche Portionen, unterschiedliche Konten rein mental verbuchen, erscheint es harmlos und das läuft in der Aggregation dann anders. dann kommt ein zweites Problem dazu, nämlich wenn die bei den Upay-Later-Raten nicht mehr bezahlt werden. Ich habe es gerade schon gesagt, steht dann nicht der osteuropäische Schlägerkrupp vor der Tür, aber man kippt sehr schnell, wenn man diese Raten verpasst, in eine andere Gruppe rein. Da werden dann Waren-Gemüren fällig. Das sind dann auch noch mal 3 bis 10 Euro pro Rate. Danach drehen dann andere Anbieter die Schraube hoch. Dann geht das in ein Casso-System rein. Dann hat man 12 bis 15 % jährliche

Alexandra Weck: Mhm.

Nikolas Kreuz - INVIOS: zu Verzugszinsen bezahlen. Zusätzliche Kosten kommen dran. Schufa-Einträge hatten Sie ja schon gerade angeführt. Dann so die stillen Killer, die dann die Bonität, spätere Kredite, Mietverträge und Handyverträge schwieriger machen. Ja, und dann passiert es ganz spannend in unserem Gehirn. Dann wird es neurofinanziell im Gehirn passieren.

Alexandra Weck: Mhm.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Blenden wir mal diese Risiken aus. Wir versuchen es zu negieren. Im Aktienbereich vergessen wir dann das Login zu unserem Depot auf dem Konto, was völlig überzogen ist. Können wir das nicht, wir versuchen es halt. Und dann sind wir in einer typischen Verschuldungsspirale. Und da sind dann ganz erstaunliche Muster, die dann junge Leute machen.

Alexandra Weck: Ja. Und gibt's da auch so ein typisches Profil? Also, dass jetzt vielleicht Menschen, wo gerade noch alles okay ist, aber dass die schon mal so langsam merken, hoppla, da sind doch ein paar Warnsignale, ... Gibt's da was?

Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja, natürlich. Wir sparen ja gerade schon von der typischen Buy-Now-Pay-Later-Zielgruppe. Das sind die 18- bis 35-Jährigen, die auch in so einem hedonistischen Konsum verhangen sind. man auf diese schönen Dinge, natürlich alles auf Versuchung. Man ist vielleicht auch etwas ... und täuschbarer, erliegt schneller diesen Versuchungen, weil es eben auch alle anderen einen herum waren. Sieht eben halt in diesem Konsum auf ein gewisses Ziel. Es wird einem ja oft medial, leicht, verführerisch mitgeteilt. Man hat eben ein unsicheres Einkommen. Da gibt es beliebte Käufe, Mode, Elektronik, Beautyprodukte und alles, was so einen hohen Statuswert suggerieren. Dann gibt es entscheidende Träger auf die Raten. Verträge wird gar nicht so richtig hingewiesen. Man muss nicht irgendwas unterschreiben, 20 Seiten durchlesen, sondern es sind zwei, drei Klicks. Und dann verliert einfach das Gehirn die Kontrolle darüber. Dann lebt man in diesem Dopaminkick und das Ergebnis sind kurzfristige Belohnungen. Man schlägt langfristige Finanzdisziplin zur Seite. Das so das Paradebeispiel. Also diese Verharmlodung und am Ende steht dann wirklich auch eine Privatinsolvenz und das ist bitter. Wenn man in jungen Jahren, dann sieben oder sechs, wie auch immer, das wird ja auch immer leichter gemacht, aber am Ende ist eine private Insolvenz schrecklich in Konsequenzen. Das muss man sich vor Augen

Alexandra Weck: hartes Brett. Und ich glaube, was sich viele Menschen auch gar nicht so bewusst sind, das Thema Geld und Schulden und solche Sachen belastet ja auch Beziehungen. Also das ist ja auch der Hauptgrund, warum sich Menschen trennen, wieder scheiden lassen und so weiter. das heißt, es ist auch ja super schwer, wenn man mal in so einer Lage ist. Vielleicht jemand Neues auch zu finden. Man trägt ja diese Altlasten mit sich mit. Das Thema ist ja auch, wenn man verheiratet ist und einen Ehepartner in so was mit reingerät oder noch vielleicht mit in die Ehe bringt. Das belastet ja auch beide. Und es kann ja auch für beide finanzielle Konsequenzen haben. Weil man ja in der Ehe, wenn man keinen Ehevertrag hat, ja oft gesamtschuldnerisch für Dinge haftet. Ja, so dessen muss man sich glaube ich auch bewusst sein, dass einen vielleicht niemand heiratet. Und das gilt jetzt für Männer und für Frauen, wenn man sowas auf der Uhr hat, weil, also da gibt es ja die unterschiedlichsten Konstellationen und ja, man möchte sowas einfach nicht mit sich rumtragen die ganze Zeit.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Das ist bitter. Wenn man Menschen, die man liebt und die man vielleicht auch durch solche Handlungen beeindrucken will, dass man sich entzweit, weil man über so eine Verschuldungsspirale, wir können es uns ja noch mal plastisch vor Augen führen, also mit harmlosen Käufen 50 bis 200 Euro, dann kommt so ein Gewöhnungseffekt, dann hat man multiple Anbieter, also mehrere, drei bis fünf solcher Raten laufen, dann verliert man den Überblick mit ...

Alexandra Weck: Mhm.

Nikolas Kreuz - INVIOS: verschiedenen Apps muss man arbeiten, Abholungstermine, kommen die ersten Zahlungsausfälle, Zinsen in Büren kann man nicht mehr bezahlen. Dann kommen eventuell noch mal Panikkäufe, das beschleunigt das noch mal. Ist auch so eine Ersatzhandlung. Weiß man, das eure Psychologie. Und die letzte Phase ist die komplette Verschuldung, wo dann mehrere 10.000 Euro über Kreditkarten unterschiedlicher Anbieter. Und da kommt man eigentlich nur noch raus, wenn man sich dann wirklich professionelle Hilfe holt.

Alexandra Weck: Mhm.

Nikolas Kreuz - INVIOS: oder dann wirklich die Hand hebt und den Kuguk auf dem Wagen klebt.

Alexandra Weck: Ja, genau, das ist vielleicht noch ein gutes Thema. Es gibt dazu auch echt ein paar gute Ressourcen, sowohl von Verbraucherzentrale, aber auch von der BaFin. Wir packen das natürlich auch, die Links in die Show Notes, aber genauso auch ein paar Links, wo einfach ein paar Artikel noch mal sind. Wir haben uns das heute alles nicht ausgedacht. Das sind ja wirklich enorme Probleme. Es gibt zum Glück immer mehr Medien, darüber berichten. Das packen wir alles in die Show Notes für jeden, der noch mehr Recherche machen will. Vielleicht für jemanden, der jemanden kennt, wo man sagt, da erkenne ich so Warnsignale, vielleicht gute Freunde. dass man dann auch einfach sagt, hey, wenn es halt dieses Mal nicht geht, lass uns mal diesen Urlaub vielleicht nicht machen, verschieben. Dass man auch Verständnis hat auf der anderen Seite, dass vielleicht gegenüber jemand ist, im Freundeskreis oder auch in der Partnerschaft, der das Thema nicht anspricht, der aber genau in dieser Spirale drinsteckt. weil er es nicht besprechen will, Ausscham, die nächsten Schulden aufnimmt, dann den Urlaub mit bezahlen zu können. Vielleicht, dass man da auch sensibler ist auf der anderen Seite für so Anzeichen und lieber für die Menschen dann auch da ist, anstatt zu sagen, was kostet die Welt? Ich glaube, die Scham bei dem Thema ist halt auch so groß, dass viele nicht darüber sprechen wollen, nicht mit Freunden, mit Familie meistens schon mal gar nicht. Deswegen vielleicht auch hier die Episode nutzen, so mehr zu sensibilisieren. Dass man nie weiß, in welcher Lage vielleicht die andere Person auch gerade ist.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Das gehört viel Feingefühl dazu, eine hohe Sensibilität. Wann erkennt man eigentlich, dass By Now Pay Later zum eigenen Problem oder zum Problem innerhalb der Familie wird? Noch mal die ersten Warnsignale sind ganz klar, verliert den Überblick. Man hat eine Vielzahl an Raten. Die ersten Mahnungen kommen rein, die sehen ja auch anders aus. Die Farbe der Briefe in der Post verändert sich von weiß, gelb zu rot.

Alexandra Weck: Mhm.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Das sind dann schon kritische Warnzeichen. Und wenn man dann irgendwie 10 bis 15 Prozent des eigentlichen Monatseinkommens nur für Raten letzten Endes bezahlt, dann ist das halt auch echtes Warnsignal. wirklich über einen kurzen Selbstcheck, wie viele offene Raten hat man, wie viele Abruppungen kommen da, weil man darüber dann selber schon überrascht ist und sieht, Mensch, das ist ein Drittel meines Einkommens, meines Nettoeinkommens, nicht brutto. nicht Brutto, Nettoeinkommens, dann befindet man sich in einem Risikobereich und jeden Schritt, man in die falsche Richtung weitergeht, erhöht eben umso mehr die Wahrscheinlichkeit, dass man da gar nicht mehr richtig eigenständig rauskommt. Aber es liegt halt durch eine strukturierte Vorgehensweise, kann man auch Schritte erlernen, wie man da rauskommt.

Alexandra Weck: Wie denn? Was würden Sie in welcher Reihenfolge jetzt dann machen, Sie da jemandem einen guten Rat geben wollen?

Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja, also Ausstieg ist eigentlich relativ einfach. Insofern, man sich wirklich... Das wichtigste ist Disziplin. Also in fünf Schritten. So nennen wir das auch so dieser Detoxplan. Also, buy now, pay later Detoxplan. Man verschafft sich einen Überblick und das ganz offen und ehrlich. muss da sehr selbstkritisch und offen mit sich gehen. Man legt einfach die ganzen offenen Raten mal übereinander. Das kann man auf den Tisch oder man schreibt das am besten in eine Excel-Liste rein oder anschriftlich und fasst das alles mal zusammen. Dann hat man eine gute Übersicht. Dann bittet einfach mal diese unnötigen Apps löschen. Klingt zwar radikal, aber wir hatten es gerade von Klarna, Paypal, Red Pay, gibt hunderte dieser Anbieter. Das alles.

Alexandra Weck: Und die Shopping-Apps auch löschen per se, also vielleicht auch mal ...

Nikolas Kreuz - INVIOS: gespeicherte Zahlungsmethoden im Browser. Wie schwierig ist es sich dann, die Kreditkarte zu suchen, das wieder neu einzutragen? Das einfach vereinfacht, das wirklich zu löschen, damit man nicht über diese Verlockung der zwei Klicks, und dann ist ja schon alles erledigt, das im Prinzip dann auch zu reduzieren, dann einen Zahlungsplan aufzustellen.

Alexandra Weck: Mhm. Ja.

Nikolas Kreuz - INVIOS: entgegen diesem Schneeballprinzip dann zu beginnen und zu sagen, ich fange jetzt einfach an und bezahle meine Schulden zurück. Es gibt dann wiederum zu Erfolge, zu Erfolgserlebnissen. Das wiederum führt dann zu weiterer positiver Handlung. Man spart noch mehr. Und auch Henry Ford sagte ja schon, man wird nicht reich durch das, was man verdient, sondern durch das, was man spart. einen Zahlungsplan aufstellen zu sagen, und jetzt zahle ich meine Schulden halt zurück, ich spare jetzt, dann darauf acht geben. Eine Impulskontrolle ist ganz einfach. Machen wir auch im Formmanagement, im Assetmanagement, wenn es jetzt nicht schnelle Reaktionsmuster geht, aber jede Entscheidung für einen Kauf mal 24 Stunden liegen zu lassen. Alles, was man im Warenkorb hat, liegen zu lassen, wird man auch wieder dran erinnert. Die Unternehmen sind heutzutage im Internet alle so, finde ich, dass diese Warenkörbe auch wieder gespeichert sind oder aufpoppen. Die Cookie ist richtig. Also es hat nichts mit Keksen zu tun. Sie sind wahrscheinlich genauso verführerisch, aber sie sind halt auch schlecht für die Figur, zumindest fürs Portemonnaie.

Alexandra Weck: Das sind die sogenannten Cookies,

Nikolas Kreuz - INVIOS: Also 24 Stunden, diese Dinge mal rauszunehmen, diese Impulskontrolle wieder dazu gelangt und dann einfach auch festzustellen, wenn dieses Support-System nicht funktioniert, diese Regeln, dann wirklich zu einer Schuldnerberatung, Sie hatten es gerade angeführt, Frau Weck, Verbraucherzentralen, die bieten halt auch professionelle Unterstützung. So, da wirklich jeder Schritt, diesen Reset zum Finanzverhalten zu erreichen, Kontrolle wieder.

Alexandra Weck: Genau, ja.

Nikolas Kreuz - INVIOS: was sich auch wieder gut anfühlt und was normaler Konsum ist. Das sind im Grundsatz wirklich gute Möglichkeiten. Und eben auch zu wissen, was sind das eigentlich für Verhaltensmuster? Wieso muss ich mich eigentlich immer belohnen mit irgendwelchen Dingen, die dann sowieso irgendwo nur einstauben und irgendwo liegen? Also wirklich auch mal tief innerlich reinzugehen, zu überlegen, was sind denn meine Kaufgewohnheiten? Wieso mache ich das eigentlich? Leih mir Geld. ich nutze, kaufe Produkte, die ich nicht brauche, mit Geld, ich nicht habe, dann am Ende auch noch Menschen zu beeindrucken, die ich eigentlich gar nicht mag.

Alexandra Weck: Ja, also ich hab mir angewöhnt, wenn ich wirklich was gerne mir gönnen würde. ich mach gerne auch einfach Dinge, die für die Gesundheit dann gut sind. Also mal zu einer Massage gehen oder solche Dinge, man sowas sport sowieso, genau. Oder wenn ich wirklich meine, ich hätte jetzt irgendwie gerne dieses oder jenes.

Nikolas Kreuz - INVIOS: auf.

Alexandra Weck: Kleine Luxusgut, dann binde ich das immer an meine eigenen, ich sag mal, Geschäftserfolge. Das heißt, wenn ich wirklich ein tolles Projekt abgeschlossen hab oder so was, dann hab ich ja auch den Cashflow dafür. Und dann sag ich, okay, und jetzt gönn ich mir diese Kleinigkeit. Und dann verbinde ich diesen Gegenstand auch wirklich immer mit diesem positiven Erfolg. Und das hat mir auch wirklich sehr geholfen, ich manchmal denke ... Ich hätte jetzt vielleicht gerne das oder das. Nein, mache ich aber nicht, weil erst das Projekt abschließen oder erst dieses. Und manchmal überlegt man sich es ja dann unterwegs auch wieder anders und sagt sich, ach nee, eigentlich, brauche ich doch nicht. Deswegen aufschieben ist immer erst mal eine gute Idee. Und vor allen Dingen bei bei Now Pay Later. Ja, genau, da ist er, da ist er. Wilson, genau. Ja, und am Ende, also buy now, pay later nutze ich wirklich auch konsequent nicht mehr. Ich mein, ich hatte es ja gerade eben schon gesagt, diese eine Kreditkarte, wo alles drauf ist, die nutze ich und da sehe ich dann immer in der App, wann das Limit auch erreicht ist oder wann auch nicht. Und ja, ich bin da wirklich ja sehr... rigoros auch geworden, eben auch aus eigener, früher Erfahrung, weil ich das auch gesagt habe, das will ich nie wieder erleben. Dieses Gefühl, dass irgendwie man das nicht mehr im Griff hat oder so. Und auch Warenkörbe und so, ja, das haben sie auch völlig recht. Einfach sein lassen, ja, einfach nicht online shoppen, vielleicht doch auch mal wieder in die Stadt gehen. Freut auch die Einzelhändler, also muss man ja auch sagen. Und

Nikolas Kreuz - INVIOS: wenn man nicht

Alexandra Weck: Und ein Supportsystem, das ist ja genau auch das Thema. Es gibt einfach Menschen, schaffen es nicht alleine. Das hilft schon, wenn man sich einer oder zwei Personen auch mal anvertraut. Im Freundeskreis oder in der Familie oder wie auch immer. Weil das hilft natürlich, man sagt ja sozusagen, geteiltes Leid ist halbes Leid, aber man reduziert natürlich den Mental-Load, wenn man eine Person hat, mit der man über das sprechen kann. Und wie gesagt, für alle, halt so eine Person ja nicht haben, dafür gibt es eben auch Schuldenberatungen und dergleichen, wo man eben dann auch hingehen kann. Genau und... Ja.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Die Scham, man die Scham verlieren und man muss sich mitteilen, da sind wir wieder bei den sozialen Wesen und dann nimmt das auch ein bisschen die Dramatik, aber es hilft nicht nur von seinen Schuldenproblemen zu erzählen, nein, damit hat man die Hälfte der Miete. Man öffnet sich und das ist erste Schritt in die richtige Richtung. Ganz korrekt.

Alexandra Weck: Ja. Ja, Herr Kreuz, wenn wir dann jetzt nochmal auf das Thema gehen, anstelle von der 100 Euro Buy Now, Pay Later Rate, was wäre, wenn man das einfach in einen ETF packt?

Nikolas Kreuz - INVIOS: Haha, viel Rendite. Also angenommen, man hat 500 Euro, die man monatlich sparen würde als Mensch. Und das bei einer normalen Kapitalmachverzinsung von um und bei 6,5 Prozent hat man in 25 Jahren eine Million Euro. Da muss man nicht Lotto spielen. Auf der hohen Kante.

Alexandra Weck: Das ist ein Argument, also da kann ich gar nichts mehr gegen sagen.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Dann ist es noch nicht mehr.

Alexandra Weck: Ja, erst mal. Wir wissen ja noch nicht, wie sich die Inflation entwickelt, aber natürlich, Sie haben ja Recht.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Nominal ist man dann trotzdem Millionär. Die Frage ist halt nur real. Was kann man damit dann noch kaufen? Hoffentlich mehr als ein Brötchen. Aber aller Voraussicht nach ja.

Alexandra Weck: Und wir kennen das ja, unser Gehirn ist ja nun mal wie es ist. Das ist ja immer noch dieses Steinzeitgehirn. Ähm, verändert sich ja relativ wenig. Wohingegen sich unsere Umwelt sehr stark verändert. Und wir haben's natürlich nicht immer so einfach. Es ist natürlich einfacher, wenn wir uns dessen bewusst sind. Deswegen, man kann unser Gehirn ja austricksen oder, wie man so schön sagt, neue Verknüpfungen aktivieren.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Willkommen.

Alexandra Weck: Also wie kann man so ein Buy-now-pay-later-Verhalten in Investmentverhalten umlenken?

Nikolas Kreuz - INVIOS: Über Geduld und Zeit. Im Grunde genommen ist es ganz einfach. Das, was man nicht ausgibt, das packt man dann letzten Endes in den ETF-Sparplan. Oder in einen guten Sparplan von guten Mischfonds, die einem noch mehr Arbeit abnehmen, auch in abwärts gerichteten Märkten. Und das eben regelmäßig zu machen. Immer zum 15., damit spart man dann auch ein Prozent auf ein Jahr. Also zum 15. eines Monats.

Alexandra Weck: Mhm.

Nikolas Kreuz - INVIOS: abzuschließen und dann ist es eigentlich relativ einfach und dabei bleibt. Das ist kein Sprint, das ist ein Marathon. Am Kapitalmarkt, die Investition sollte dann für einen längeren Zeitraum sein. Dann sich einfach auch vor Augen führen, dass man am Ende dieser Ansparphase sehr viel mehr Kapital verfügt und das dann letzten Endes auch sinnvollt.

Alexandra Weck: Mhm.

Nikolas Kreuz - INVIOS: nutzen kann und man hat dann auch einen gewissen Reifegrad, Reifeprozess in dem Lebenszyklus auch erreicht und gibt es dann vielleicht nicht mit vollen Händen aus, obwohl man es dann könnte. Dann ist es ja das eigene Geld.

Alexandra Weck: Ich noch so einen Trick. Man kann ja auch, wenn erstens, wenn man was ausgeben muss oder meint zu müssen, und man nutzt natürlich keinen Buy Now Pay Later, das haben wir jetzt schon gelernt, wenn man aber was kauft, dass man vielleicht immer noch mal 10 % aufrundet und das dann investiert. Das kann man ja machen. Oder wenn man zum Beispiel bewusst auf etwas verzichtet, was ich mir jetzt in meinen Warenkorb gelegt habe, dass ich dann sage, okay, Ich verzichte jetzt auf das, aber ich nehme dieses Geld und mache ein Investment auf meinem Portfolio. Weil ich hab das eine Zeit lang mal gemacht, wo ich gesagt hab, wenn ich auf bestimmte Sachen jetzt einfach wirklich verzichte, ob das jetzt X oder Y war oder auch mal abends weggehen, dass ich gesagt hab, okay, ich nehme jetzt die 100 Euro und pack die einfach auf das Depot. Weil dann ist es ja nicht nur Verzicht auf der einen Seite.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Sehr gut.

Alexandra Weck: Weil auf der anderen Seite geht ja trotzdem das Belohnungssystem los, weil man sieht ja das Wachstum auf dem Depot, Also das wär vielleicht noch so ein praktischer Tipp und ... ja.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Finde ich toll. Sehr gute Idee. den Weg dorthin vielleicht, wenn man das nicht schon so gut verknüpft, weil das ist ja eine 180-Grad-Wende, also perfekt in die richtige Richtung. Vielleicht dann einen Weg dahin, während dann so eine 24-Stunden-Lösung, dass man sich auf die Finger setzt und eben halt nicht diesen später Zahlen-Knopf drückt, sondern einfach mal wartet, diesen Dopaminausstoß, Kick-off abwartet und dabei das Kontrollzentrum nach einmal schlafen. haben uns ja auch unsere Eltern und Großeltern ja schon immer mitgebracht. Vor wichtigen Entscheidungen auch mal eine Nacht drüber zu schlafen. Das hebe das genau aus. Begeht das Kontrollzentrum dann auch wieder sich zu aktivieren. Jetzt beginnt hier ein anderes Kontrollzentrum sich zu aktivieren. Das ist kleine Dobby.

Alexandra Weck: Ja, ja und Dann sind wir auch im Prinzip ja für heute fertig. Also wir haben ja über alles auch gesprochen und wenn der gute Kerl raus möchte, müssen Sie dem natürlich auch folgen. Also das ist unser Podcasthund für alle, die jetzt nicht wissen, wer Dobby ist.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Ihr seid ein Sieg da. Aber irgendwann werden wir ihn in einer Folge auch sehen. Und vielleicht wird das ja auch ein richtiger Star. Er hätte es zumindest. Ja, also. Die Service, dass wir nochmals über Hilfe, ein Hilfsangebot sprechen oder sollten wir das auch nicht?

Alexandra Weck: Ich glaube auch, er hat es auf jeden Fall verdient. ja, in diesem Sinne, also wir packen... haben wir ja mittendrin schon gemacht. Jaja, haben wir mittendrin gemacht?

Nikolas Kreuz - INVIOS: Okay, alles klar. Gut, dann machen wir die Abschiebungsserien.

Alexandra Weck: Genau, genau. ähm, genau. Also, wie gesagt, war heute auch wieder eine sehr lange Folge. Aber ich glaub, das ist sehr wichtig, weil's wirklich immer stärker werdendes Problem wird. Und, ähm, wir haben also darüber gesprochen, wie kann man's überhaupt erkennen? Was kann man konkret tun? Wie kann man sich Hilfe suchen? Wo findet man auch Online-Hilfe? Wie gesagt, wir haben alle Informationen in den Show-Notes. Und hier gerne auch noch mal der Tipp an alle, die vielleicht jemanden kennen, Oder auch selber schon mal in der Situation, waren gerne den Podcast hier fleißig teilen und vielleicht dem einen oder anderen auch dadurch die Scham nehmen. Weil es ist ein blödes Thema, aber es geht relativ vielen Menschen so. wer auch immer das jetzt hört, sie sind nicht alleine, keine Sorge. Und es ist eben sehr verführerisch. Unser Gehirn bringt uns oft in diese Lage. Und deswegen wollten wir da heute sehr viel Aufklärungsarbeit machen. In diesem Sinne, Herr Kreuz, vielen, Dank auch wieder für die Einblicke in unser Gehirn und in die Psychologie dahinter. Und wir hoffen, dass wir da heute einige Impulse auch weitergeben konnten an unsere Zuhörer.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Sehr gerne.

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