#12 - Anlegermythen Teil 2: Die größten Denkfehler von Privatanlegern

Shownotes

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Die 6 goldenen Regeln für rationales Investieren: 1. Ruhe bewahren – Kognition statt Emotion, Volatilität aushalten. 2. Dispositionseffekt vermeiden – Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen. 3. Einfachheit & Diversifikation – breit streuen, Kern-Satelliten-Strategie nutzen. 4. Antizyklisch handeln – günstig einkaufen, teuer verkaufen. 5. Kosten im Blick behalten – Aktivität gezielt steuern, unnötige Gebühren vermeiden. 6. Pareto-Prinzip nutzen – mit den wichtigsten 20 % der Maßnahmen 80 % Wirkung erzielen.

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Alexandra Weck: Also, würde sagen, heute mal grüezi von meiner Seite aus Zürich in der zweiten Episode oder in der zweiten Sonderepisode zu den Anlegerfehlern, zu den Anlegermythen. Alle, die letzte Woche schon eingeschaltet haben, wissen, worum es diese Woche geht. Und im Börsenbrain heute Teil zwei. der gängigsten Anlegermythen und natürlich dafür heute wieder Herr Kreuz mit an Bord und ich freue mich, dass wir heute wieder einige Anlegermythen aufdecken.

Invios: Ja, freue ich mich auch. Moin Moin von der Insel. Herzlich willkommen zur neuen Folge von Börsenbrain

Alexandra Weck: Super. Wir starten, würde ich sagen, direkt rein. Und zwar hatten wir letzte Woche ja schon vier sehr spannende Themen, zu denen wir auch natürlich Podcast-Episoden haben. Also wer heute erst einschaltet, zu nahezu jedem Thema haben wir auch eine eigene Podcast-Episode gemacht. Es lohnt sich also von vorne noch mal zu hören. Aber nichtsdestotrotz der erste Irrtum für heute ... Ich bin schneller als der Markt. Herr Kreuz, was sagen Sie dazu? Haben Sie da auch ein schönes Beispiel aus dem Shopping- oder Retailbereich für all diejenigen Anleger, die noch nicht so viel investiert haben?

Invios: Nunen, also meine Erfahrungen sind ja jetzt schon 41 Jahre alt, aber wenn ich mit diesen Beispielen komme, dann kann wahrscheinlich viele der jungen Zuschauer überhaupt gar nichts damit anfangen. Deshalb machen wir mal ein ganz pragmatisches neues Beispiel. Taylor Swift ist in aller Munde. Man kann ja jetzt mit bestimmten T-Shorts auch rumrennen. Taylor Swift kündigt einen Swifty. Genau, man ist ein Swifty, man rennt dann mit einem Mummeltier.

Alexandra Weck: Ein Swifty sozusagen, ja.

Invios: T-Shirts rum oder was auch immer, kündigt, also Taylor Swift kündigt ein Konzert in Hamburg an, Verkaufsstart ist 10 Uhr morgens, alle sind sie dann auf den Tickets-Online-Portalen, Sitz bereit, Kaffee, Kreditkarte, Laptop, alles zur Hand, ist gut vorbereitet, 10 Uhr und dann klickt man. Website, was passiert, ist überlastet, 50.000 Leute wollen alle direkt kaufen. paar Bots sind auch noch dabei. In Millisekunden sind die Tickets verkauft. Ergebnis, man ist selber zu langsam oder der Markt war halt schneller und das Gleiche passiert auch an der Börse. Wir glauben, sie können News traden. Ich habe das teilweise auch als junger Mensch gedacht. Die News waren bei uns in der Tageszeitung. Da gab es noch nichts wie NTV, auch kein Internet. Ja, aber es gab ... gab kein Internet. Vieles ist über die Ticker noch gelaufen.

Alexandra Weck: Da war die News eigentlich ja schon alt, nach heutigen Gesichtspunkten. Keiner hatte den Vorteil.

Invios: Man hat den Börsenticker, es war gähnend langweilig an der Börse und trotzdem konnte man Geld verdienen. auch da hat sich etwas entwickelt. Heutzutage kann man das ja auch alles gut erforschen. Über die Neurofinance, da gab es den Overconfidence-Bias. Also man hatte selber die Selbstüberschätzung. Man kann vielleicht schneller sein als die anderen, man weiß ein bisschen mehr, man hat die bessere Kontrolle, Märkte. sind heute über viele Algorithmen, über High-Frequency-Trader und über Bloomberg Terminals extrem gesteuert. Es passiert alles in Millisekunden und die Systeme handeln oder in Mikrosekunden. ja, es ist alles extrem schnell unterwegs. Deshalb gibt es hier auch die sogenannte Effizienz-Markt-Hypothese. Das heißt, alle Informationen sind sofort in den Preisen eskomptiert.

Alexandra Weck: Mhm.

Invios: Der Kurs bewegt sich nur in minimalen Differenzen dann auch zu den Erwartungswerten aller Marktteilnehmer. Das heißt also, wo ist da dann die Lösung? Nicht auf jede Schlagzeile zu reagieren, sondern einfach langfristig zu denken. Wir hatten es gerade schon nicht täglich hektisch, News zu traden, sondern wirklich mit klarem Menschenverstand die Dinge zu analysieren, dann reinzugehen, den Fokus auf Fundamentaldaten, Qualität auf die Zeit zu setzen. sag auch gerne Fischmarkt 5 Uhr, frischer Fang, 10 Uhr alter Fisch, aber doppelter Preis. Also frisches Fischbrötchen morgens reingekauft in die Futterluke und dann ist das auch.

Alexandra Weck: Ich bekomme gerade Hunger. Ja, also so ein gutes Fischbrötchen, das wäre mal wieder was. Ich kann, wir hatten immer, Freitags war immer auf dem Schillermarkt in Frankfurt, an der Börse auch. Nee, aber die hatten immer tolle Fischbrötchen und dann gab es, dann hatten wir einen Kollegen.

Invios: Willerlöcke! Okay.

Alexandra Weck: Liebe Grüße an der Stelle hier an den Kollegen in der UBS. Der hat dann immer Fischbrötchen-Bookbuilding betrieben und hat dann einfach Geld eingesammelt und hat für uns alle das dann mitgebracht. Es gab natürlich auch die Kollegen morgens, die da leicht geruchsempfindlich waren im Büro, die fanden das nicht so gut. Aber damit muss man dann auch leben.

Invios: Es gibt ja auch nur einen Kollegen bei der UBS, der sich jetzt angesprochen fühlt. Sie haben nicht mehrere losgeschickt.

Alexandra Weck: Nein, es gibt nur einen. Ich glaube, wenn wir die Episode mal online stellen, dann verlinke ich ihn vielleicht. Der wird sich bestimmt freuen. Ich muss gucken, ob er überhaupt noch da ist. nein, das war immer ein Highlight. Auf jeden Fall eine gute Sache. Der nächste Irrtum, den wir haben.

Invios: Ja, der freut sich bestimmt.

Alexandra Weck: Dividenden sind geschenktes Geld, also Herr Kreuz, was sagen Sie dazu? Weil würde ich ja auch jetzt erstmal sagen, so ja, eine Dividende ist, ja, das nehme ich mit, das ist geschenkt, das ist on top, also was würden Sie da sagen?

Invios: Ich stell mir da immer eine Pizza vor. ganze Pizza die 100 Euro wert ist. Jemand schneidet ein Stück raus, ein Wert von 5 Euro und dann gibt das Ihnen. Jetzt haben Sie das Stück und eine Pizza mit Loch. Ergebnis immer noch 100 Euro, nur anders verteilt.

Alexandra Weck: Ich bekomm Hunger, das ist nicht gut.

Invios: Das ist dann die Dividenden-Illusion, wir haben. Mental Accounting wird ein Bias auch, ein Fehler, dass wir eben in unterschiedlichen Konten in den Schubladen denken. Wir lieben Dividenden, weil sie nach Bonusgeld anfühlen, aber eine Wahrheit ist, letzten Endes nur linke Tasche, rechte Tasche kommt aus dem Unternehmenswirt. Ex-Dividende fällt dann am Tag der Aktienkurs den ausgeschütteten Betrag. Das gleiche haben wir bei Ausschüttungen unserer Fonds auch, bei allen anderen. 16.000 Fonds, die aktiven oder passiven Fonds, wir aktuell als Siegerfonds auch kaufen können. Das ist kein Gewinn, sondern eine Umschichtung neuropsychologisch ist das natürlich spannend, weil damit unser Belohnungssystem stärker aktiviert wird, kleine greifbare Gewinne, die sich dann ja auch abstrakt als Wertsteigerung verkaufen lassen, die man dann auch auf seinem Cashkonto hat, nicht in physischen Wertpapieren, in minimalen Nachkommatastellenstücken.

Alexandra Weck: Mhm.

Invios: fühlt sich gut an, aber es ist aktiv nur ein Dopaminausstoß. würde sagen, auch da wieder die Lösungen, die wir denn sind nicht schlecht schaffen, Cashflow und Disziplin, aber sind kein echtes Free-Lunch. Sie haben ja auch noch den steuerlichen Effekt dahinter. Kapitalertragssteuer für Ruhestände oder Reinvestieren ist sinnvoller bei Wachstumsaktien, eher bei den hohen Steuern ist es ineffizient. Lieblingsmetapher ist da bei mir immer so. Kennt man ja mittlerweile, Dividende ist gleich Fischbrötchen vom eigenen Strand. Schmeckt, gehört aber dir. von daher gibt es andere Effekte, die sinnvoller sind.

Alexandra Weck: Okay. Ja, stimmt, das ist spannend, da haben Sie natürlich völlig recht. Also ich glaube, da hat heute der ein oder andere auch wieder mal was gelernt. Und an der Stelle auch ganz wichtig, wir machen hier keine Steuerberatung und keine Anlageberatung.

Invios: Nein, keins der Weise. Da ist ja noch nicht mal irgendwie ein Tipp gefallen. Aber ich finde auch interessant, da gehen sie aber bestimmt darauf ein, auch wenn es gefallen ist, muss es unbedingt steigen. Das ist ja der allerwesentlichste Irrtum, dem wir ja auch unterliegen und ich hoffe auch das werden wir vielleicht heute nochmal kurz beleuchten. Der Irrtum Nummer 2.

Alexandra Weck: Mhm. Genau, und jetzt hätten wir fast noch ein Irrtum hier vergessen. Ist natürlich aber auch super wichtig an der Stelle. Und zwar, wenn der Markt gefallen ist, muss er auch steigen. Oder die Aktie oder welches Invest man auch immer hat. Also wenn's gefallen ist, dann muss es ja auch steigen. Wie die Weisheit auf Sonne folgt Regen und umgekehrt. Wenn ich hier so rausgucke, jetzt gerade in Zürich, also hier folgt überhaupt keine Sonne auf Regen. Zumindest jetzt gerade nicht. Also wäre das hier da draußen jetzt eine Anlegerweisheit, dann wären wir in einem ganz furchtbaren Bärenmarkt und zwar sehr, sehr lange. Weil es gerade wirklich seit fünf Tagen ununterbrochen regnet. Und selbst wenn es aufhört zu regnen, wahrscheinlich kommt die Sonne gar nicht mehr durch, weil wir haben ja hier den Nebel überm See. ich verlasse mich nicht auf diese Weisheit, was das Wetter angeht. Also Herr Kreuz, sollten wir uns darauf verlassen. wenn es die Märkte geht oder ist das gefährlich?

Invios: Ne, also die Kapitalmarktprognose ist ja der kleine Bruder der Wetterprognose, sagt man auch. Von daher, also nochmal auf den Irrtum, wenn etwas gefallen ist, dann muss man da einsteigen, gutes Geld dem schlechten hinterher werfen. Auch das hatten wir in einer unserer vorjährigen Episoden ja auch schon durchgesprochen. Ich erinnere mich da immer an einen Bekannten, der einen Gebrauchtwagen kauft, 40.000 Euro.

Alexandra Weck: Ich sag nur Wirecard. Mhm.

Invios: Bezahlt oder ist neu 40 wert 20 bezahlter was für ein schnapper und dann nach zwei wochen ist der motor kaputt reparatur 15.000 euro war also nicht so billig sondern einfach kaputt und genau das ist gambling fallacy der trugschluss eines spielers Für die die manchmal in casinos gehen ich persönlich war in ganzen leben nur einmal im casino das hat mir dann auch gereicht Nach 5 Euro Rot denkt man immer, der muss jetzt endlich mal schwarz kommen, aber tut es nicht. ist reine Statistik, Induktive, Stochastik, kann man durchaus mal ein gutes Buch nehmen. Es ist wie beim Würfeln bei nicht gezinkten Karten, es folgt alles einem. Zufallsprinzip und wenn fünfmal die eins gefallen ist dann kann sie genauso sechsmal noch fallen ein sechstes mal und deshalb nach dem Crash zu sagen zwangsläufig jetzt ist die Aktie günstig da steige ich jetzt ein würde ich eher davon differenzieren. Wenn etwas um 50 Prozent gefallen ist, auch dazu nochmal auch zu allen Telekom Investoren, die es ja leidlich erfahren haben, muss man erst zu 100 Prozent wieder aufschließen. Also etwas, von 100 auf 50 Euro gefallen ist, muss um 100 Prozent steigen, nämlich von 50 auf 100 Euro wieder, um dann wieder equal zu sein.

Alexandra Weck: Mhm.

Invios: Das ist kein schlüssiges Geschäftsmodell. Deshalb billig, ist nicht automatisch günstig. Gefallene Kurse sind kein Schnapperpreis. Event der Motor haltend.

Alexandra Weck: Ja, und vielleicht an alle, das hab ich mal beim Shopping gelernt, nach dem Motto, weil man tendiert ja dann dazu, was zu kaufen, nur weil es 50 % rabattiert ist. Aber da sagen ganz klar alle, würdest du dieses Teil für den vollen Preis auch kaufen? Dann, kauf es, wenn es rabattiert ist, gerne. Aber wenn du niemals den vollen Preis bezahlen würdest

Invios: Mhm.

Alexandra Weck: dann ist es wahrscheinlich etwas, was danach auch sehr lange im Schrank hängen wird und das kann ich auch bestätigen.

Invios: Sehr gut. Und das kann man an der Börse auch sehr, gut umlegen. Also genauso wie Sie sich ja auch nochmal die Frage stellen, hat es wirklich diesen inherenten Wert? Es hat einen Preis, der es die Hälfte reduziert, aber hat es den Wert für einen persönlich? Und der Wert bei einer Aktie ist genauso, das Geschäftsmodell, hat sich das verschlechtert, ist dieser Rückgang wirklich nur temporär oder fundamental begründet? Würde ich das morgen auch nochmal kaufen, was ich heute gekauft habe? Und wenn da die Antwort nein lautet auf diese Fragen zum Beispiel, dann ist es auch hier wieder wie am Fischmarkt. Billiger Fisch ist nicht frisch, halt nur schlecht geworden.

Alexandra Weck: Ja, oder was ja auch ein gutes Sprichwort ist, wenn du billig kaufst, kaufst du doppelt. Ja. Ja, man muss sich ja nur Temu und Co. auch mal angucken. Es gibt bestimmt auch ein paar gute Sachen dort. Ich fabs für mich einfach aus. Also nicht, also ich hab mich einfach dagegen entschieden, weil ich das Geschäftsmodell einfach nicht unterstützen will und es hat noch ganz viele andere Themen. Aber dieses, wenn du billig kaufst, kaufst du doppelt, das ist einfach

Invios: Ja, da ja. Wunderbar!

Alexandra Weck: Oft der Fall, nicht immer. Also mein Auto ist eigentlich ein sehr gutes Beispiel, weil ich habe ein vergleichsweise günstiges Auto. Ich habe halt einen Toyota. Aber der ist halt stabil und der läuft. Aber ich habe halt auch den vollen Preis gezahlt damals. Aber das ist wirklich ist die Garantie in dem Fall. Aber beim Rest, das stimmt schon. Oder worauf wir das noch übertragen können? auf Mitarbeiter. Wenn man Mitarbeiter nämlich schlecht bezahlt, dann gehen die auch irgendwann und dann fängt man wieder von vorne an. Deswegen an alle vielleicht die auch hier eigene Unternehmen haben und zuhören. Es lohnt sich vielleicht am Anfang auch, wenn die Mitarbeiter gut sind sie besser zu bezahlen, weil sie dann vielleicht auch eher mal bleiben. Genau. noch einen.

Invios: Ja, in der Tat.

Alexandra Weck: einen haben wir noch, also ist auch super. Herr Kreuz, ich, also ich mache das natürlich nicht, aber ich habe das auch oft schon gemacht. Ich trade nach Gefühl. Wie das Gefühl? Schon länger nicht mehr, weil, genau, weil Gefühl an der Börse hat

Invios: Das machen sie jetzt nicht mehr nach den ganzen Podcasts. ansonsten würde ich zweifeln an meine Übertrügungskraft.

Alexandra Weck: mich oft auch schon zu genau diesen Fehlentscheidungen gebracht. Ein paar Mal ist es gut gegangen, aber das ist Zufall gewesen. Das war nicht, weil ich so Recht hatte. Wie kann man das vergleichen? Also ich traide nach Gefühl. Was gibt es da für ein Beispiel aus der Praxis, was jeder von uns kennt?

Invios: kennt jeder. Einkaufsliste geschrieben, zu Hause liegen gelassen und man geht hungrig in den Supermarkt. Wollte eigentlich nur Brot und Milch kaufen vielleicht oder entlang der Einkaufsliste und raus kommt man da mit Schokolade, Chips und Tiefkühlpizza. Also 50 Euro später und nichts fürs Mittagessen da. ist also... Ja, wenn man hungrig ist, dann geht man doch auf Einkaufstour. Man ist gierig, panisch, getrieben. Man übernimmt in der Regel dann das limbische System.

Alexandra Weck: Mhm. Und was passiert da in unserem Gehirn? Was ist da los?

Invios: nicht der Neokortex, sondern die Infiriori Insula und die Amygdala, die dann uns mit viel ⁓ Neurobiologischen Feuerwerk mit Dopaminausstoß, No Adrenalin und all den anderen Dingen, die da so verführerisch auf unser Gehirn reagieren. Das war früher auch gut in der Evolution, das hat uns beim Überleben geholfen, wenn wir panisch wurden. Dann haben wir nämlich nicht lange nachgedacht, sondern sind dann geflüchtet vor dem Säbelzahntiger.

Alexandra Weck: Gut, im Supermarkt ist das fatal. Und dann haben wir ja noch oft unsere Kreditkarte, Plastikkarte, ne? Weil früher war es ja so, dann hatte man halt Bargeld und dann hat man aber auch nicht mehr ausgegeben als das, was man dabei hatte. Und heute hat man halt noch die Kreditkarte und dann auch noch Hunger. Und dann ist quasi die Tiefkühlpizza wie Flüchten vorm Säbelzahntiger.

Invios: ⁓ Kalore! Ja, die Flucht vor den hochkalerischen Dingen. Da ist der Recency Bias wieder. Wir überbewerten das, was gerade passiert in der jüngsten Vergangenheit, nicht in der längeren Vergangenheit. Und dann eben auch die Verfügbarkeitshoristik auch da. Wir überschätzen, was sichtbar und laut ist, was grell ist mit diesen ganzen Aufstellern kurz vor der Kasse.

Alexandra Weck: Weil ich wollte gerade fragen, wenn's ja nur der Hunger ist, warum greifen wir dann nicht zu den Kartoffeln?

Invios: weil die anderen Dinge viel schöner eingepackt sind und viel leckerer aussehen und schneller auch verfügbar sind. Kartoffeln muss man dann erschneiden, muss man kochen. muss man vielleicht frittieren, muss man würzen. Deshalb überlebt da eine ganze Tiefkühlbranche. Also wenn man überlegt, was auf diesen ganzen Pizzen, was dafür ein Wareneinsatz ist, das bewegt sich so zwischen 20 und 40 Cent und für wie viel sie verkauft werden, das ist eigentlich auch nur die Verfügbarkeit zur Rüstung, die Bequemlichkeit der Menschen. Und da rennen wir dann eben auch hinter solchen Trends hinterher. Es spart die Zeit und die kurzen Lösungen sind eben nicht die besten und erst recht nicht an der Börse, weil wir oft danach gefühlt handeln und da keine Strategie haben. Also auch da die Lösung brauchen einen Plan, klare Anlagestrategie, Ziele, Asset Allocation, Rebalancing, all das was wir uns vor vorgenommen haben, auch ein Notfallplan für Crash-Szenarien. Dann lassen wir es laufen und sind da eigentlich auch ganz gut gewappnet, indem wir eben diese Emotionen außen vor lassen, logik reinbringen das System oder es auch da wieder nordisch zu sagen, ohne Einkaufslisse, das entspricht gleich den Süßigkeiten ohne Strategie und satt und ohne Verluste.

Alexandra Weck: uns satt. Das heißt, wenn wir immer satt irgendwo hingehen, außer man geht natürlich essen, dann nicht. wenn man jetzt einkaufen geht, am besten vorher lieber noch mal ein Apfel oder eine Kiwi essen, bevor man ganz hungrig geht, immer die Liste dabei haben. Also im Prinzip an der Börse gut diversifizieren, die Sparpläne haben, die laufen dann. Also so, dass man sich eigentlich möglichst wenig kümmert. Und dass man möglichst nicht dann anspringt auf die schön blinkend leuchtende Tiefkühlpizza im Regal oder noch an der Quengelkasse, ne, zu langt, Ja.

Invios: Richtig, also die Lösung liegt wie häufig immer wieder im Kopf und wer die eigenen Denkfehler erkennt, spielt dann an der Börse schon mit ganz einem anderen Mindset und so geht es dann eben auch weiter. Deshalb lade ich auch alle gerne ein zur nächsten Woche, nächsten Episode. Da geht es dann ⁓ die Emotionenkurse bewegen und wie man trotzdem dann vielleicht auch cool dabei bleiben kann.

Alexandra Weck: Ja, auf jeden Fall. wie gesagt, mir hat das... Eigentlich mache ich ja den Podcast mit Ihnen nur, mich selber zu therapieren, was meine Börsenfehler angeht. Nein, kleiner Scherz, aber es ist tatsächlich so ein paar Sachen, wie das Thema mit Verluste und so. Ich habe ja da auch was realisiert, wo ich einfach...

Invios: Keiner Egoist muss. Verdammter Axt.

Alexandra Weck: ein Jahr lang immer wieder gedacht habe, nein, das kommt bestimmt noch mal. Und es ist einfach immer schlimmer geworden. Und dann hab ich irgendwann gesagt, okay, auch wenn's weh tut, ich realisiere jetzt den Verlust, ich trenne mich jetzt von diesem Titel, weil es ist einfach, dass Unternehmen war, als ich's gekauft hab, war eine gute Idee. Aber es ist in die falsche Richtung gelaufen. Management-Fehlentscheidungen, nicht die richtigen Märkte targetiert. Andere Unternehmen sind durch die Decke. Also ... Es hätte keinen Grund mehr gegeben, noch dran festzuhalten. Sie haben mich zwar einiges an Geld gekostet, aber auch wahrscheinlich vor einigem bewahrt. Weil wahrscheinlich wär's noch weiter runtergegangen, hätte ich noch länger gewartet.

Invios: Das ist der Punkt. Ja, wir lernen aus unseren Fehlern. Also deshalb rational bleiben, gelassen bleiben.

Alexandra Weck: Genau. Genau und für alle Zuhörer und Zuhörerinnen, sie können aus unseren Fehlern lernen oder aus meinen. Sie machen natürlich keine, aber sie haben ja jeden Tag mit den Anlegern zu tun und deswegen ist das ja so schön, dass wir all diese Geschichten natürlich in den Podcast auch reinbringen von

Invios: Aus irgendeinem, nicht aus meinem. Viel aufreie!

Alexandra Weck: Also ich mache ja auch nicht alle Fehler selber. Manche machen ja auch meine Familienmitglieder. Die müssen dafür herhalten. Das ist auch völlig in Ordnung. Die stehen da drüber. Aber genau, das wollen wir einfach noch weiterführen. Aber auch die nächsten Episoden, wir machen genauso weiter. Wir klären weiter auf. Wir haben weiterhin spannende Themen. kommen aber auch bald mal ein paar Gäste dazu. Also auf jeden Fall weiterhin abonnieren und teilen. Weil wir haben gerade erst angefangen, also die nächsten Wochen und Monate geht's da munter weiter. Weil ich hab nämlich eine spannende Statistik gefunden, Herr Kreuz, und wir haben es schon geschafft. Denn die meisten neuen Podcasts, die auf den Markt kommen, hören nach fünf bis acht Episoden wieder auf. Und wir sind jetzt schon bei Nummer zehn und elf, glaub ich. Also wir haben den Trend, den haben wir schon mal. Genau.

Invios: Das ist wie an der Börse. Anlegen ist kein Sprint, das ist ein Dauerlauf.

Alexandra Weck: Ja, also ich wollte es nur mal erwähnen, dass wir diesen Kipppunkt schon erreicht haben. Also wir haben die Lebensdauer 90 Prozent aller Podcasts schon geschafft. Und ich finde, da darf man ihnen jetzt auch mal heute auf die Schulter klopfen, dass sie da immer so motiviert mit an Bord sind für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer.

Invios: Ich bin nur der Uber-Fahrer. Das machen sie alles schon. Sehr, sehr gut. Klasse. ich freue mich drauf. Bis demnächst.

Alexandra Weck: Super, bis zur nächsten Episode im Börsen-Brain. immer satt einkaufen gehen und keine Hektik an der Börse.

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