#16 Schließfach, Bargeld, Gold – und plötzlich ist alles weg!
Shownotes
Ein spektakulärer Einbruch, tausende aufgebrochene Schließfächer und ein Schaden in Millionenhöhe: Der Fall Gelsenkirchen hat viele Menschen verunsichert – und wirft eine zentrale Frage auf: Wie sicher sind Bargeld, Gold und Schließfächer wirklich?
In dieser Episode sprechen Alexandra Weck und Nikolas Kreuz (INVIOS) über die psychologischen Hintergründe unseres Sicherheitsdenkens. Sie erfahren, warum physischer Besitz oft ein trügerisches Gefühl von Kontrolle vermittelt, weshalb Erinnerungen an Inflation und Währungsreformen bis heute unser Verhalten prägen und welche Denkfehler Anleger immer wieder begehen.
Gleichzeitig geht es um konkrete Orientierung: Wie viel Bargeld ist sinnvoll? Welche Risiken lassen sich tatsächlich steuern? Und warum breit gestreute Kapitalmarktanlagen langfristig oft stabiler sind als vermeintlich sichere Tresore?
Eine Folge für alle, die Vermögen nicht nur schützen, sondern rational und zukunftsorientiert strukturieren möchten.
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Die 6 goldenen Regeln für rationales Investieren: 1. Ruhe bewahren – Kognition statt Emotion, Volatilität aushalten. 2. Dispositionseffekt vermeiden – Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen. 3. Einfachheit & Diversifikation – breit streuen, Kern-Satelliten-Strategie nutzen. 4. Antizyklisch handeln – günstig einkaufen, teuer verkaufen. 5. Kosten im Blick behalten – Aktivität gezielt steuern, unnötige Gebühren vermeiden. 6. Pareto-Prinzip nutzen – mit den wichtigsten 20 % der Maßnahmen 80 % Wirkung erzielen.
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Transkript anzeigen
Alexandra Weck: Der Gelsenkirchen-Effekt, warum viele Deutsche auf Bargeld setzen und was sie stattdessen tun sollten. Herr Kreuz 30 Millionen Euro einfach weg, vielleicht sogar mehr, wir wissen es noch nicht genau. Über 3000 Schließfächer aufgebrochen, Familienschmuck, Goldbarren, Bargeld, vor allem Bargeld. Die Menschen in Gelsenkirchen haben vieles verloren, was sie für sich erhielten. Und jetzt die Frage an Sie als jemanden, ... seit 40 Jahren oder seit über 40 Jahren mit Geld arbeitet, waren diese Menschen naiv.
INVIOS GmbH: Das ist eine harte Frage, eine sehr gute, ehrliche Antwort. Sie war nicht naiv. Ich denke, Menschen sind darauf programmiert, etwas physisch zu haben, etwas anzufassen. ist der Überlebensmechanismus, der da angetriggert wird. Vermögen bildet dieses Gefühl ab und deshalb sind sie eigentlich nur ihrer inneren Natur gefolgt.
Alexandra Weck: Wie an der Stelle auch so, haben Sie auch ein Schließfach? Haben Sie da Bargeld drin? Kurz so ein knapper Antwort, ja. Ich übrigens auch nicht, also ich hab nur Dokumente, also so bestimmte Sachen, Notar und so was oder was ultrawichtig ist. Also tatsächlich für so was hab ich auch ein Schließfach, aber genau. Damit gehen wir direkt in den Podcast ins Thema, also an dieser Stelle.
INVIOS GmbH: Nein.
Alexandra Weck: Herzlich willkommen wieder zum Börsenbrain, dem Podcast für alle, die auch verstehen wollen, was insbesondere zwischen unseren Ohren passiert, wenn es Geld geht. Oder auch, wir haben auch schon mal über Shopping gesprochen, ich bin Alexandra Weck und bei mir wie immer, Nikolas Kreuz von INVIOS aus Hamburg. Und, Herr Kreuz, ich freue mich, dass wir im neuen Jahr, 2026, wieder über viele, viele spannende Themen sprechen.
INVIOS GmbH: Frau Weck, schön wieder hier zu sein, auch wenn das Thema heute ein eher trauriges sein dürfte.
Alexandra Weck: Ja, und ganz wichtig auch an der Stelle, wir wollen uns hier über niemanden lustig machen und wir möchten auch niemanden verurteilen. Wir möchten einfach nur über die psychologischen Mechanismen dahinter aufklären, damit vielleicht der ein oder andere, was auch in Zukunft daraus mitnehmen kann und vor allen Dingen versteht, was in unserem Gehirn passiert, damit man auch in Zukunft vielleicht sich da besser auf Themen vorbereiten kann Herr Kreuz, das neue Jahr hat ja angefangen mit vielen, vielen, vielen, vielen Nachrichten und lassen Sie uns aber erst mal damit starten, was hier passiert ist, nämlich in Gelsenkirchen, was ja auch viele, viele Menschen in Deutschland beschäftigt hat, der Einbruch in der Sparkasse. können Sie noch mal kurz zusammenfassen, was da passiert ist für diejenigen, die es vielleicht noch nicht gehört haben.
INVIOS GmbH: Sehr gerne. Ich kenne das auch nur aus der offiziellen Presse. Ich war nicht mit dabei. Ich versuche es mal. Ja, das denke ich auch. Über die Weihnachtsfeier, also während wir alle unter dem Baum saßen, sich professionelle Einbrecher über den angrenzenden Parkhauszugang zu dieser Sparkasse verschafft. Sie haben also mit Kernbohrern, meterdicken Stahlbeton durchgebohrt, 3000 Schließfächer aufgebrochen und die Polizei spricht von mindestens 30 Millionen, die Presse von 100 Millionen. Das sind die Fakten.
Alexandra Weck: Das ist gut. Und ich meine, der Grund, warum man ja was in ein Bankschließfach packt, ist ja eigentlich der, dass man sagt, da ist es natürlich total sicher, da kann nichts passieren, aber was passiert jetzt da versicherungstechnisch? Was ist da aktuell der Stand?
INVIOS GmbH: Mh. Ich bin kein Versicherungsexperte, das habe ich immer gemieden im Versicherung im Studium, aber grundsätzlich sind Bankschließfächer bis zu 10.300 Euro versichert. Viele Betroffenen haben da sicherlich Wertgegenstände, die weiter drüber liegen, 50 oder 100.000. Das kann man über eine Zusatzversicherung bei der Sparkasse dann beantragen. ob man das macht, weil es auch zusätzlich Kosten verursacht, da wird es wahrscheinlich nur einen marginalen Anteil geben. Das heißt, im Großen und Ganzen sitzen die Menschen auf ihren Verlusten. Die Bankschließfächer sind leer. und alles was über 10.300 an Wert an Schaden entsteht, das wird nicht ersetzt. Das hat auch schon die Sparkasse zumindest avisiert.
Alexandra Weck: Hm. Das ist natürlich sehr bitter. Jetzt ist natürlich, wenn ich gerade mal kurz den Bogen schlage, meine, die meisten Menschen hoffentlich haben zu Hause ja auch eine Hausratversicherung. Da kann man ja auch Luxusgegenstände angeben, wie auch Schmuck oder Uhren oder was auch immer da eben nicht in den normalen Hausrat reinfällt. Und theoretisch hätte man, glaube ich ja auch, wenn ich es richtig verstehe, den Inhalt des Schließfaches bei seiner Versicherung mit deklarieren können oder müssen. Also wahrscheinlich nicht die Hausrat, das weiß ich jetzt nicht genau. Aber man hätte sich wahrscheinlich selbst auch versichern müssen den Betrag, über den normalen Standardbetrag bei der Bank hinausgeht. Das heißt vielleicht als Tipp für alle die, die jetzt noch woanders einen Schließfach haben, wo mehr drin ist als vielleicht in der Versicherungssumme der Bank, dass man sich da noch mal privat ... auch absichert, dass diese Möglichkeit gibt es ja.
INVIOS GmbH: Absolut. Die Frage ist bloß, ob man es deklarieren möchte.
Alexandra Weck: Das ist natürlich klar. Wir sind in Deutschland, das Land des Bargeldes. Das haben wir auch in mehreren Folgen schon mal auch gesagt. Ich sag mal, bei Schmuck haben die Menschen weniger ein Problem, zu deklarieren. Bei Bargeld, was man vor dem Staat oder vor dem Finanzamt verstecken möchte, ohne dass wir hier irgendwen was unterstellen. Aber da kann ich ... Genau, aber da kann ich es natürlich
INVIOS GmbH: Das habe ich jetzt nicht gehört.
Alexandra Weck: nachvollziehen, wenn die Menschen sowas dann nicht versichern. ist dann vielleicht auch, ich sag mal, Karma. Also wer Schwarzgeld auf dem Schließfach hat, ist dann einfach auch, da hab ich auch kein Mitleid. Ich persönlich.
INVIOS GmbH: Da treffen sie ganz wichtigen Punkt und das bringt uns eigentlich zu dem allerwichtigsten Punkt. Wieso lagern Menschen eigentlich so viele Werte in Schließfächern? Und da ist die Antwort einfach die Psychologie, nicht Vernunft, sondern die Psychologie schafft dort in der Richtung einen Effekt, den wir uns schwer entziehen können als Menschen, auch in 2026.
Alexandra Weck: Ja. Und was ja besonders bitter auch war, weil ich habe zum Beispiel auch gelesen, dass eben auch sehr viele türkischstämmige Familien einfach betroffen waren, die traditionell sehr viel Goldschmuck auch für Hochzeiten aufbewahren. Und ich meine, jeder, der schon mal auch auf einer türkischen Hochzeit war, weiß, wie wunderschön das auch immer alles gemacht ist und wie viel Liebe da reingeht und Herzblut und eben aber auch solche Schmuckstücke, die von Generation zu Generation vererbt werden. Ja, das ist bitter an der Stelle, auf jeden Fall. Herr Kreuz, lassen Sie uns weiter reingehen. Warum? Ich glaube, wir müssen es einfach immer wieder noch mal erklären. Und das gibt es zum Beispiel auch gerade, weil ich ja auch in der Schweiz lebe, die immer wieder fragen, wieso ist das denn so ein Thema mit dem Bargeld in Deutschland? Also wieso horten gerade Deutsche so viel Bargeld und auch Gold physisch? Weil das ist in anderen Ländern so gar nicht der Fall oder deutlich weniger.
INVIOS GmbH: Ja. Absolut, es spielen da drei psychologische Mechanismen zusammen. Der erste ist die sogenannte Verfügbarkeitsheuristik. Unser Gehirn bewertet Risiken nach dem, was uns am schnellsten einfällt. sich jemand fragt, ist Fliegen gefährlicher, denkt derjenige sofort an Flugzeugabstürze aus den Nachrichten. Niemand denkt also an die Millionenflüge, die gerade auch aktuell am Himmel passieren, genauso ist es mit dem Geld. Viele Menschen erinnern sich an Geschichten von Bankleiten, Währungsreformen, Hyperinflation. Diese Geschichten werden
Alexandra Weck: Mhm.
INVIOS GmbH: in den Familien weitergegeben. Oma hat alles verloren und dann macht man es eben halt nicht am Markt.
Alexandra Weck: Ja, diese ganzen Erzählungen sind ja sehr stark in Deutschland. Also ich kenn's ja sogar auch noch. Also wir haben, ich muss mal gucken, ob ich das irgendwo noch hab, aber ich hab auch irgendwo noch so einen 100 Milliarden Mark-Schein von, Sie wissen aus welchem Jahr der kommt. Ja, deswegen.
INVIOS GmbH: 1900
Alexandra Weck: 1923, um genau zu sein. Und das ist natürlich noch nicht so lange her. Also, dass ich diese Scheine habe, ist halt auch deswegen der Fall, weil meine Großeltern, also nur zwei Generationen zurück, die haben das voll miterlebt, ja, dieses Thema. Deswegen vielleicht nochmal für alle Hörerinnen und Hörer, die nicht dabei waren und die vielleicht jetzt keine... Großeltern haben, die das miterlebt haben. Was ist damals passiert in Deutschland und warum ist das deswegen oft der Grund, warum wir in Deutschland so bargeldaffin sind?
INVIOS GmbH: Ja, das sind Erzählungen, die in Deutschland sehr stark wirken. haben als Nation zweimal eine Währung verloren. war, wie Sie es gerade angeführt haben, 23 und auch 48. Das sitzt tief. Hier kommt der Denkfehler. Menschen glauben, dass Bargeld in Schließfächern vor dieser Währungsreform geschützt sind. Das stimmt natürlich nicht. Bei echten Währungsreformen ist Bargeld wertlos. Das ist sogenannte Fiat-Geld was dann wirklich wertlos auch unter der Matratze oder auch im Schließfach lagert.
Alexandra Weck: Und es war ja damals auch so zu dieser Zeit, dass im Prinzip das Geld jeden Tag ausbezahlt wurde, also auch Gehälter, weil der Wert so stark ist. Also ich hab's gerade eben gesagt, das ist ein 100 Milliarden Mark-Schein gewesen. Und man konnte sich zu der Zeit als dieser Schein der Person, die den bekommen hat, den bekommen hat, glaube ich, noch gerade mal eine Scheibe Brot oder ein Leib Brot davon kaufen. Also man hätte mit 100 Milliarden Mark kein Haus kaufen können, keinen Urlaub machen können, nichts. das muss man sich wirklich mal vorstellen. Wir kennen das nur so aus anderen Ländern mit hohen Summen. Ja, ich sage jetzt mal thailändische Baht oder oder so was. Ja, aber es war wirklich in Deutschland der Fall, dass das Geld sehr, sehr, entwertet wurde und man konnte das gar nicht so schnell ausgeben. wie das Geld an Wert verloren hat.
INVIOS GmbH: Hm. Sie sagen, der Glückliche, der dann noch ein Leib Brot dafür bekommen hat. Im Grunde genommen, das ist auch als Toilettenpapier im schlimmsten Falle zu benutzen. Da unterliegt ein weiterer Mechanismus, die sogenannte Kontrolleillusion. Wir Menschen haben das tiefe Bedürfnis, Kontrolle über unser Leben zu haben.
Alexandra Weck: Irgendwann hat man ja wieder getauscht. Ja.
INVIOS GmbH: Faktisch ist es aber nicht so. Die Realität ist nicht zu kontrollieren. Wir sind dann nur in einem vermeintlichen System der Illusionen. Wenn ich Gold in der Hand halte, fühlt sich das kontrollierbar an. Es ist schwer, es glänzt schön, man kriegt feuchte Finger. Es ist da, man kann es sehen, anfassen. Mein Vermögen als Zahl auf einem Bildschirm existiert, fühlt sich das durchaus etwas abstrakter an und weniger echt. Und genau das ist trotzdem weniger unter meiner Kontrolle.
Alexandra Weck: Mhm.
INVIOS GmbH: Kontrolle. Und das ist diese sogenannte Kontrolleillusion, der man einfach zwangsläufig unterliegt. Das möchte man etwas in den Händen halten, physisch besitzen, als es in irgendeiner Form eben halt nicht im Besitz zu haben.
Alexandra Weck: Hm. Klar, und ich mein, man kann jetzt Gold natürlich mitnehmen und man kann Gold, das ist ja das Schöne, man kann für Gold überall auf der Welt Geld bekommen in der jeweils lokalen Währung, das ist natürlich klar. Ich stell mir das jetzt trotzdem bisschen schwierig vor. Nehmen wir mal an, wir haben irgendeine Krise und dann nehm ich mein ganzes Gold und geh damit woanders hin. Also, ich kann das Gold mitnehmen, ja, aber wie sieht das in der Praxis aus? Das ist ja nicht rational.
INVIOS GmbH: Ja, das ist Ja, das klingt rationales, aber eben halt nicht. Erstens wollen sie mit den 10 Kilo Gold fliehen, da werden sie spätestens am Flughafen aufgehalten, versuchen sie mal an der Gänze zu erklären. Zweitens ist natürlich auch eine echte Krisenwehr und Gold viel zu wertvoll für Alltagstransaktionen. Also wenn sie da beim Bäcker Brötchen kaufen wollen, schnibbeln sie es dann vom Barren ab. Sobald sich sie in eine kleinere Verfügbarkeit bringen, sprich in Münzen, haben sie eben halt einen Bit-Offer-Spread der sehr groß ist. Und drittens, das hat uns jetzt dieser Gelsenkirchen Fall ja gezeigt, ist Gold im Schließfach eben halt nicht unter ihrer Kontrolle. Es liegt bei der Bank und die Bank kann überfallen werden, kann Fehler machen und shit happens.
Alexandra Weck: Und der Goldbarren hat ja keinen Tracker, wo genau dran steht. Dieser Goldbarren gehört zu dieser Person. das ist ja eben genau auch das nächste. Das Gold gehört am Ende dem, der es in seinem physischen Besitz hat. Das ... ja.
INVIOS GmbH: Exakt, Man unterscheidet da im juristischen Sinne zwischen Besitz und letztendlich eben auch die Verfügbarkeit und das Eigentum, aber der, es besitzt, das ist zwar eine fortlaufende Nummer, aber diese Funktion hat ja gerade Gold, dass man es nicht nachvollziehen kann. Mit einem offiziellen Stempel und wie gesagt mit einer Nummer versehen, kann es den Besitzer jederzeit wechseln, obwohl es jemand anderen gehört, also jemand anderes Eigentum ist.
Alexandra Weck: Ja, genau. wir haben es jetzt natürlich auch gesehen, Banken können überfallen werden. Oder auch, wenn man das Gold physisch bei sich hat, dann kann man auch überfallen werden als Person. Ja, also deswegen ist es auch nicht erstrebenswert, ich sag mal, seinen Wertbesitz immer bei sich zu führen. kann ja auch, ich meine, es gibt ja auch Menschen, sagen, okay, Ich nehme kein Gold, nehme Diamanten oder ich habe halt meine super teure Uhr, das ist meine Wertanlage. ich vielleicht ich mache einen ganz kurzen Exkurs, was wir ja auch schon gesehen haben. Beim ganzen Thema Bitcoin ist das ja auch so. Dort haben wir natürlich viele Mechanismen, die bei Gold wirken nicht, weil nur wer die Schlüssel hat, idealerweise im Kopf, der ... kann zugreifen, heißt Bitcoin kann einem nicht einfach gestohlen werden, so einfach. Aber da haben wir ja auch mehrere Entführungsfälle letztes Jahr gesehen, wo bekannt war, dass Person X oder Y einfach Bitcoin hat. Dann wurden einfach Familienangehörige irgendwo entführt und es ist da, also es ist immer nicht so ungefährlich, wie man denkt. da muss man sich glaube ich immer wirklich gut Gedanken drüber machen. Wir wollten jetzt aber noch zum dritten Mechanismus übergehen, Herr Kreuz. Was ist denn noch ein Mechanismus, warum Menschen so gerne Gold, Bargeld, Horten und dann auch noch im Schließfach bei der Bank ...
INVIOS GmbH: Ja, nochmal ⁓ Ihre Ausführungen auch nochmal zu bestätigen und auch mal eine Perspektive zu geben mit der Tokenisierung, sprich eigentlich intangible Güter, sei es Kunstwerke, große Immobilien, Straßenzüge, das wird zukünftig kommen, dass man das tokenisiert, dann erwirbt man als
Alexandra Weck: Mhm.
INVIOS GmbH: Käufer einen Anteil dieses eigentlich im großen und ganzen unverkäuflichen Bildes im 3-stelligen Millionenbereich. Man hat dann dort eine kleine Ecke davon. Das ist dann die sogenannte Tokenisierung. wird kommen. den nächsten zwei bis fünf Jahren haben wir dann Assets, die über sogenannte Tokens dann auch und auch Wallets, also sprich auf dem physisch gesicherten USB-Stick entstehen. Dann wird das noch viel, viel komplizierter. Der dritte Mechanismus ist der Home Bias Das Menschen bevorzugen, das Vertraute. Deutsche legen ihr Geld gerne in deutsche Immobilien an, deutsche Aktien, deutsche Rentenpapiere, einfach auch bei deutschen Banken. Und das fühlt sich sicher an. Aber Diversifikation ist das einzige Free Lunch was uns auch Tobin gelehrt hat. Also in der Verteilung über verschiedene Anlageklassen, verschiedene Ländern breit zu diversifizieren, in die Tiefe, die Breite rein, fühlt sich zwar fremd an.
Alexandra Weck: Hm.
INVIOS GmbH: Aber es ist objektiv sicherer, weil man sein Geld eben verteilt und nicht alle Eier in einen Korb legt.
Alexandra Weck: Also Menschen horten nach wie vor Bargeld und Gold, weil sie sich an die Krisen erinnern. Auch die, die sie gar nicht mehr selber erlebt haben. Aber sie möchten das Gefühl von Kontrolle und das Vertraute ist ihnen lieber als das Fremde.
INVIOS GmbH: Genau, all diese Instinkte waren für uns und waren für unsere Vorfahren überlebenswichtig. In der Steinzeit war es klug Vorräte zu horten und Fremden zu misstrauen, deshalb auch das Grüßen mit offener Hand, dass man keine Waffe in der Hand hält. Das ist ein altes Relikt daraus. Wenn man sich grüßt, Fremde grüßt, dann zeigt man die offene Hand. Und an den Finanzmärkten des 21. Jahrhunderts führen diese Instinkte eben mal zu schlechten Entscheidungen.
Alexandra Weck: Stimmt, ja. Also wie immer, unser Steinzeitgehirn ist schuld. Wir haben uns also nicht viel weiterentwickelt, was das angeht. Muss man leider so sagen.
INVIOS GmbH: das sogenannte Reptiliengehirn oder das limbische System für den Fachausdruck.
Alexandra Weck: Ja, okay, Herr Kreuz, jetzt wollen wir, nachdem wir jetzt verstanden haben, was da passiert, wollen wir jetzt mal in die Lösung gehen, was sollten Menschen stattdessen tun? Also wenn nicht Bargeld im Schließfach, was dann?
INVIOS GmbH: Lassen Sie mich zunächst sagen, ein gewisser Bargeldbestand ist eigentlich immer sinnvoll. Für Notfälle empfehle ich immer zwei bis drei Monatsgelder auf dem Girokonto, also täglich verfügbar oder auf dem Tagesgeldkonto zu haben. Das deckt unerwartete Ausgaben. Alles darüber hinaus wäre Luxus und ist unsinnig.
Alexandra Weck: Ja. Und mit mehr Geld, was dann übrig bleibt, was soll man damit machen? Also, weil wir hatten ja auch in der anderen Folge schon mal über dieses Thema gesprochen. Einlagensicherung, mehr als 100.000 Euro auf dem Konto. Was macht man also jetzt, wenn man mehr als die oder nehmen wir mal, man hat für sechs Monate Liquidität, was macht man, wenn man dann ja noch mehr spart? Was packt man?
INVIOS GmbH: Also grundsätzlich lassen Sie es arbeiten, dass es halt nicht herumliegt. Es verliert an Wert. Es die Inflation im Schnitt. Es etwa 2 Prozent. Danach sind ja auch die Zielsätze der Notenbanken global ausgerichtet. Manchmal ist ein bisschen mehr, wie vor drei, vier Jahren. Also das Geld, herumliegt, wird durch Inflation aufgefressen. 10.000 Euro Wert in zehn Jahren sind vielleicht noch 7.000 Euro gemessen an der Kaufkraft. Geld, investiert, kann hingegen wachsen. Und historisch gesehen hat ein breit gestreutes Aktienportfolio etwa 7 bis 8 Prozent erwirtschaftet nach Inflation.
Alexandra Weck: Aber jetzt sage ich auch wieder, weil ich kenne das auch von meinen Eltern, die Leute haben ja Angst vor Aktien. Die schwanken ja immer so.
INVIOS GmbH: Ja, genau. Da sind wir wieder bei den psychologischen Effekten, Aktien schwanken, manchmal auch um 30 oder 40 Prozent. Das ist unangenehm, aber in Bankschließfächern kann eben halt 100 Prozent leer geräumt werden, wie wir gerade auch gesehen haben. Frage ist also im Grundsatz nicht, wo ist mein Geld sicher? Die Frage sollte lieber lauten, welche Risiken kann ich managen?
Alexandra Weck: Ja, wie könnte das konkret aussehen? was heißt Risikenmanagen für einen Privatanleger?
INVIOS GmbH: 100.000 am Schließfahrt, das Risiko haben wir gerade durchaus besprochen, Einbruch, Feuer, Wasserschäden oder die Bank macht Pleite. Gegen all das kann man sich begrenzt schützen. Wenn ich 100.000 Euro in ein breit gestreutes Portfolio investiere, sagen wir, Teil von ETFs auf den Weltaktienmärkten, dann ist mein Risiko, der Weltaktienmarkt bricht zusammen. Wie wahrscheinlich das ist, kann sich jeder, glaube ich, an drei Händen.
Alexandra Weck: Ja.
INVIOS GmbH: zumindest temporär auch berechnen. Was passiert dann? letzten 100 Jahren gab es Kriege, Pandemien, Finanzkrisen. haben auch diesen orange Menschen hinter dem Atlantik-Weltaktienmärkte. immer wieder eingebrochen. Es hat sich erholt. Und das innerhalb weniger Wochen oder Monate, zumindest dann in einem Zeitabschnitt von zwei, drei, fünf oder sieben Jahren, sind diese Dellen letzten Endes immer nur Dips gewesen in einem Chartverlauf von links unten nach
Alexandra Weck: ja.
INVIOS GmbH: rechts oben.
Alexandra Weck: Und jetzt kommen wir aber trotzdem noch zu einem Punkt, der auch wichtig ist, wo ich glaube, dass es auch viele Menschen davon abhält, rational in dem Fall auch zu handeln. Weil es ist ja schon emotional belastend. Also ich mein, ich weiß ja auch, wie es ist, wenn man morgens aufwacht und es ist alles rot und alles geht runter und mein Geld wird gefühlt gerade weniger. Wenn ich also sehe, das Depot ist 30 Prozent niedriger, dann habe ich nicht so einen guten Tag, ja?
INVIOS GmbH: Davon muss man sich frei machen. Also der Chinese freut sich über rote Zahlen. Da sind rote Zahlen auf der Kurstafel ein positiver Effekt. Steigende Kurse werden da rot angekennzeichnet und fallende grün. So viel eben halt nur zur Dimensionalität oder auch immer eine Frage der Perspektive. Aber das ist der entscheidende Punkt. Deshalb sage ich immer Geldanlage ist zu 80 Prozent, Psychologie. Das technische Wissen ist leicht verfügbar. Das wissen wir mittlerweile durch die technischen Errungenschaften.
Alexandra Weck: Okay.
INVIOS GmbH: breit streuen, Kosten niedrig halten und dann lange investiert bleiben. Dieser Zinseszinseffekt und die Zeit, ist wirklich ein phänomenales Instrument bei der Geldanlage. Damit kann man vieles auch glätten. Das kann man nicht am Nachmittag lernen, erst recht auch nicht über einzelne Webinare oder Podcasts. Das muss man erlebt haben. Das ist eine emotionale Disziplin, das ist auch kein Sprint, sondern das Marathon, das man
Alexandra Weck: Mhm.
INVIOS GmbH: auch dann in solch einer Krise eben nicht verkauft, sondern sich den wahren Herausforderungen stellt. Und dabei braucht der Anleger, gerade der junge Anleger oder der noch unerfahrene Anleger, unbedingt auch eine Begleitung.
Alexandra Weck: Und deswegen, was ich ein ganz schönes Tool finde auch, so was zu erlernen, und vielleicht an der Stelle hier ein kleiner Shout-out an das Börsenspiel der Sparkassen. Weil die ja auch die Menschen so langsam oder gerade auch die Jüngeren, die Schüler vor allen Dingen, auch an das Thema... ranführen. Das heißt, wird ein Papier, also es ist zwar Papiergeld, aber es ist eine echte Simulation der Märkte und dergleichen und das finde ich eigentlich auch ganz schön.
INVIOS GmbH: Ja, oder innerhalb der Familie. Diese Brettspiele, Monopoly, wunderbares Spiel, Backgammon auch. Also alles, was letzten Endes in einer Aufsummierung mit Wahrscheinlichkeiten rechnen, ist bei weitem nicht so schwer wie Schach. Und wenn man auch physisch Geld und dafür Straßen kaufen kann bei Monopoly und wiederum die Einnahmenseite und die Ausgabenseite kontrollieren muss, das hilft schon sehr, gerade in jungen Jahren. So kommt man spielerisch an dieses Thema und in der Finanzbildung oder der allgemeinen
Alexandra Weck: Mhm.
INVIOS GmbH: Bildung liegt ein ganz wesentlicher Schlüssel für die Altersvorsorge bzw. auch hilft gegen Altersarmut. Das ist ja genau das Problem, wir auch derzeit in Deutschland haben.
Alexandra Weck: Genau, ja, das stimmt. ähm,
INVIOS GmbH: Zu viel Ahnungslosigkeit, zu wenig Wissen, viel Ahnungslosigkeit und eine blinde Politik, die leider die Anleger nicht in eine Form führt, wie es eigentlich andere europäische Staaten wie Österreich zum Beispiel macht oder Holland, also in Niederlande, die aber auch ein doppelt so hoher Altersvorsorge erzielen mit den etwa gleichen Einzahlungen. Also eben halt nicht in das Umlage, sondern das kapitalgedeckte Verfahren. investieren.
Alexandra Weck: Ja, oder auch wie in der Schweiz, wo man sehr dazu angehalten wird, auch selbst was zu tun. Ich schaue mal gerade in mein Depot rein. Das kann sich sehen lassen. Also ich habe in meiner dritten Säule, heißt das in der Schweiz, habe ich jetzt gerade 27,49 Prozent Performance gemacht. weil es eben komplett breit gestreut auch angelegt wird. es sind glaube ich 10.000 Titel weltweit und ich habe nur mein Risikoprofil hinterlegt und ich muss nur einfach jeden Monat Geld einzahlen. Also jeden Monat einfach nur Sparplan. Und es wird halt natürlich steuerlich gut gefördert. Also ich glaube da kann sich Deutschland echt noch einiges auch abgucken. Und bis es so weit ist...
INVIOS GmbH: Mhm.
Alexandra Weck: kann man ja jederzeit auch auf sie noch mal zukommen. Das heißt, man muss da jetzt nicht abwarten, bis sich der Bundestag bewegt. Gegenteil, man kann trotzdem lieber jetzt handeln und es ist nie zu spät, haben wir auch gelernt. Das heißt, auch mit 45, 50 oder 60, man kann immer noch anfangen, Kapitalmarkt Geld für sich arbeiten zu lassen. Damit gehen wir mal in die konkreten Handlungsempfehlungen. Jetzt noch mal zum Thema Bargeld, Schließfach etc. Also was sollten Hörerinnen und Hörer heute noch tun?
INVIOS GmbH: Ja, also... Ganz wichtig ist die Bestandsaufnahme, sich ehrlich zu machen, zu überlegen, was ist da an verfügbaren Einkommen, wo will ich hin, also eine klare Zieljustierung. Dann die Frage, wo liegt das Geld, wie viel davon ist wirklich totes, also sprich Bargeld, was sich nicht vermehrt und gegen eine Inflation eben halt nicht anarbeitet. Wenn man mehr als 10 bis 15 Prozent des Vermögens im Bargeld oder im Bankenschließfächern liegt, man sich fragen, warum man das macht.
Alexandra Weck: Okay. Und als nächstes, was könnte man noch tun?
INVIOS GmbH: Ja, überprüfen Sie Ihre Versicherung, also genau das, was Kosten verursacht. Sie werden Gegenstände im Schließfach haben, sie ausreichend versichert sind, wie viele Menschen da auch wirklich dramatisch unterversichert sind. Aber auch das Gegenteil gibt es eine dramatische Überversicherung. Jetzt nicht in diesem Bezug, aber in vielen anderen Themen. Wenn man in Richtung Versicherungsprodukte, Altersvorsorge nachdenkt, da ist es nicht unbedingt notwendig, Versicherungsmantel drum herum zu packen.
Alexandra Weck: Ja, und noch was Drittes, was wir raten können.
INVIOS GmbH: Ja, über Alternativen sich auch klug zu machen. sage nicht, dass jeder sofort in Aktien investieren müsste, aber zumindest zu verstehen, welche Option man hat. Lesen Sie ein Buch, hören Sie einen guten Podcast, natürlich auch diesen sehr gerne. Vereinbaren Sie verbindliche Gespräche mit dem Berater, hören Sie vielleicht auch zwei, drei der Berater an, so wie es ist letzten Endes auch bei einer schlimmen Diagnose.
Alexandra Weck: Diesen hier.
INVIOS GmbH: auch tun, dass sie zwei, drei Ärzte unabhängig voneinander befragen, da ein schlüssiges Bild zu bekommen.
Alexandra Weck: Ja, das heißt, jeder, der jetzt heute Handlungsdruck hat oder möchte oder sich jetzt berufenfühlt, was zu verändern, können die sich auch bei Ihnen melden. Kann man auch auf INVIOS zugehen.
INVIOS GmbH: Ja, selbstverständlich. Wir haben sehr nette Damen und Herren, die sie auch über real, über Festnetznummern erreichen können. Wir bieten da auch kostenfreie 15-minütige Erstgespräche. Da schaut man auch nicht auf die Uhr, ob es dann wirklich 15 Minuten oder 30 sind. Ohne Verkaufsdruck einfach mal zu schauen, gemeinsam die Situation zu analysieren. Das geht sicherlich auch nicht in wenigen Minuten oder wenn die Sanduhr läuft. Und dann macht es Sinn wirklich auch über ein Beratungstermin nachzudenken und dann auch mit den Daten, die man dann hat, verfügbar, das vielleicht auch mit elektronischer Unterstützung zu analysieren. Und am Ende sollte da auch eine klare Handlungsempfehlung, zumindest der Status quo, offensichtlich werden. Da hingehen, prüfen Sie immer auch Ihren Banker, Ihren Berater, ob Sie da nicht etwas physisches in die Hand bekommen, aber am Ende auch nicht komplett ratlos aus dem Termin rausgehen, sondern wirklich mit konkreten Doings und überlegen. was man dann verändern will. Und dann gibt es die 72er-Regel, was man nicht innerhalb von 72 Stunden umsetzt, hat eine Abschlusswahrscheinlichkeit nur noch von 1 % im Leben. heißt also, wenn Sie ins Doing gehen, machen Sie es sofort, 72 Stunden, also sprich knapp drei Tage danach werden Sie es wahrscheinlich nur noch mit einer 1 % Wahrscheinlichkeit umsetzen.
Alexandra Weck: Mhm. Uiuiuiui. Das ist wenig. Das war mir so jetzt auch gar nicht bewusst. Da werde ich gerade auch nochmal... Ja, und, aber was ich gelesen habe, wenn man sich etwas aufschreibt, also per Hand, was man tun möchte, dann erhöht sich die Chance wieder, dass man es zumindest tut. Also, ich glaube, man muss sich da langsam rantasten.
INVIOS GmbH: gesetzter Wahrscheinlichkeit. Ja, oder auch wenn man einen Partner hat, der einen immer wieder daran erinnert, ähnlich wie ein Wecker, dann erhöhen sie damit auch die Wahrscheinlichkeit. Aber am Ende geht es wirklich darum, den inneren Schweinehund zu überwinden und in diesem Sinne dann auch wirklich zu sagen, hier, möchte was ändern, voraussichtlich. Wir sind ja alles kluge Menschen, sicherlich lernende Wesen, reflektierte Wesen, die meisten zumindest von uns. Und dann kann man auf der Basis auch wirklich was Sinnvolles fürs Alter vorsaugen.
Alexandra Weck: Ja, das ist doch ein schönes Abschlusswort. Und es zeigt eben auch, unser Gehirn an sich hat sich über Zehntausende Jahre nicht sehr viel weiterentwickelt. Aber wir als eigenständige Person haben es trotzdem in der Hand, die Dinge heute, morgen und übermorgen anders zu machen. Das ist doch eine gute Nachricht für alle. Und ich glaube, das war eine sehr erhellende Episode. Herr Kreuz, dieser Stelle wieder vielen Dank für Ihre ganzen Insights. und bis zur nächsten Episode vom Börsenbrain.
INVIOS GmbH: Sehr gerne Frau Weck und an alle Hörerinnen und Hörer, denken Sie daran, erfolgreiche Geldanlage beginnt immer zwischen den Ohren. Verstehen Sie Ihre eigene Psychologie und Sie werden bessere Entscheidungen treffen.
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