#17 Warum 80% aller Neujahrsvorsätze scheitern – und wie Sie es besser machen
Shownotes
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Die 6 goldenen Regeln für rationales Investieren: 1. Ruhe bewahren – Kognition statt Emotion, Volatilität aushalten. 2. Dispositionseffekt vermeiden – Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen. 3. Einfachheit & Diversifikation – breit streuen, Kern-Satelliten-Strategie nutzen. 4. Antizyklisch handeln – günstig einkaufen, teuer verkaufen. 5. Kosten im Blick behalten – Aktivität gezielt steuern, unnötige Gebühren vermeiden. 6. Pareto-Prinzip nutzen – mit den wichtigsten 20 % der Maßnahmen 80 % Wirkung erzielen.
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Alexandra Weck: Herr Kreuz wir sind ein paar Tage im neuen Jahr und deswegen heute auch eine kleine Special-Folge genau zu dem Thema. Haben Sie Neujahrsvorsätze?
INVIOS GmbH: Nein.
Alexandra Weck: Ich hab's befürchtet. Warum nicht? Weil das war ja doch sehr bestimmt und sehr schnell. Also ich hab trotzdem welche. Aber vielleicht ändert sich das ja nach der Episode heute. Mal schauen. Also warum haben Sie keine Neujahrsvorsätze?
INVIOS GmbH: weil Neujahrsvorsätze psychologischer Unsinn sind. Ich sage das nicht als Zyniker, sondern als jemand, seit 41 Jahren auf Märkte beobachtet, wie Menschen auch mit Geld umgehen. Der 1. Januar ist der schlechteste Tag, eine Veränderung zu starten. Und ich werde Ihnen vielleicht gleich erklären, warum.
Alexandra Weck: Und damit Willkommen zum Börsenbrain, Ihrem Podcast für Anlegerpsychologie. Ich bin Alexandra Weck und bei mir wie immer, Nikolas Kreuz von INVIOS Herr Kreuz, Sie haben gerade wieder etwas Provokantes gesagt. Neujahrs Vorsätze sind also Unsinn. Erzählen Sie das mal den ganzen Fitnessstudio-Betreibern, die ja jetzt eine klingelnde Kasse haben. Also Neujahrsvorsätze sind Unsinn. Was sagen Sie dazu?
INVIOS GmbH: Das stimmt. Lassen Sie mich das auch gerne präzisieren. Das Problem ist nicht das Wollen, es ist die Absicht. Großartig. Das Großartige ist auch zu machen, das ist schön. Problem ist aber das System. Weil in der Psychologie Neues, Vorsätze, dem Menschen einfach nichts sagen. Das Gehirn funktioniert nicht danach.
Alexandra Weck: Warum?
INVIOS GmbH: 80 Prozent aller Neujahrsvorsätze sind bis Mitte Februar aufgegeben. 80 Prozent aller Geldvorsätze, ich spare, ich investiere, lege Quoten fest. All das ist Makulatur.
Alexandra Weck: Ja, okay, da haben Sie natürlich recht. Ich mein, ich gehe das ganze Jahr über ins Fitnessstudio. Wenn wir dieses Beispiel mal nehmen. Und der Januar ist immer ganz schrecklich, weil es da sehr, sehr voll wird. Und Sie haben völlig recht, im Februar wird es deutlich gemäßigter wieder. Und die Fitnessstudio-Betreiber freuen sich natürlich trotzdem, weil die meisten Menschen dann einen günstigen Jahresvertrag abschließen. Aber 80 Prozent, komplett aufgegeben werden, das ist natürlich schon verdammt viel. Warum ist das denn so? Weil an sich ist es ja schön, wenn Menschen sagen, okay, jetzt nehme ich das in die Hand, jetzt kümmere ich mich dieses, ich kümmere mich jenes. Aber warum wird es so oft wieder aufgegeben? Was steckt da dahinter?
INVIOS GmbH: Der wesentliche Grund ist der Present Bias. Unser Gehirn bewertet Belohnung anders, nämlich höher als Belohnung von morgen, also das, aktuell physisch greifbar ist. Man kennt das ja auch in dem schönen Satz, lieber einen Spatz in der Hand als eine Taube auf dem Dach. Wenn Sie also 100 Euro haben, können Sie sie heute ausgeben. Das fühlt sich gut an, das ist präsent. Oder Sie können sie für 30 Jahre sparen, anlegen. Das fühlt sich abstrakt an. Unser Gehirn wählt fast immer das, was eben halt physisch da ist, nämlich das, was heute da ist. Das ist der sogenannte Present Bias.
Alexandra Weck: Hm. Aber wir wissen doch, also wir sind uns ja dessen bewusst, dass Sparen wichtig ist. Wieso fällt es uns dann trotzdem so schwer, das umzusetzen?
INVIOS GmbH: weil Wissen und Fühlen eben zwei unterschiedliche Dinge sind. Jeder weiß, dass vielleicht Rauchen ist schlecht, trotzdem rauchen Millionen, vielleicht Milliarden von Menschen auf diesem Planeten. das Wissen im präfrontalen Kortex das sind so die 40 Prozent, die vorne das Gehirn auch ausmachen und da auch in etwa sitzt, das ist der rationale Teil. Aber die Entscheidungen werden eben halt über das limbische System getroffen, das heißt über den emotionalen Teil. Alles, was wir über unsere vermeintlichen Wahrnehmungen, über unsere Sinne wahrnehmen. Das läuft alles über das limbische System. Das heißt also, da sind wir in keinster Weise objektiv rational unterwegs. Alles, was wir sehen, alles, was wir hören, was wir schmecken, das läuft über das limbische System, weil schneller abgerufen wird. Auch das hat uns früher in der Evolution gerettet. Alles, was bitter war, da muss man nicht lange nachdenken, das wird ausgespuckt. Wenn wir verliebt sind, dann sehen wir alles rosa-rot. Also, alle die vermeintlichen rationalen Sinnes, Organe, die Wahrnehmung, die sieben Sinne sind eben halt auch nicht so rational. Der einzige rationale Sinn ist der Tastsinn und ansonsten gilt es halt immer sofortige Befriedigung.
Alexandra Weck: Und was gibt es noch für Gründe? Weil ich sag mal, es gibt ja sowas wie Willenskraft. Also es gibt ja, nur wegen Willenskraft machen Menschen ja auch immer wieder großartige Dinge. Aber wie läuft das mit der Willenskraft bei Neujahrsvorsätzen psychologisch?
INVIOS GmbH: Ja, also die Willenskraft bringt uns sogar zum Mond und wahrscheinlich zukünftig zum Mars. Wir schaffen wunderbare Symphonien, aber diese Willenskraft ist halt endlich. Manche haben ein bisschen mehr Verlust, andere haben etwas weniger Willenskraft. Das ist die sogenannte Ego-Depletion. Sie verbraucht sich halt. Alles, was wir im Januar gleichzeitig beschließen.
Alexandra Weck: Also, ist wie so ein Konto von Willenskraft.
INVIOS GmbH: Exakt, genau. Ich will weniger essen, mehr Sport machen,
Alexandra Weck: Über den Tag. Oder die ...
INVIOS GmbH: mit dem Rauchen aufhören und jeden Monat 500 Euro ansparen. Das überfordert uns in unserem Budget, in unserem Konto der Willenskraft. Irgendwo werden wir sie brechen, meistens beim Geld, weil das eben auch am abstraktesten ist.
Alexandra Weck: Und das ist dann eigentlich ganz spannend, so wie Sie das jetzt sagen, weil ich erinnere mich da an unsere anderen Folgen natürlich zurück. Ein Sparplan, der verhindert ja dann genau so was, weil man muss keine Willenskraft mehr aufwenden, weil das Geld geht einfach automatisch immer weg. Das bedeutet, so viel wie möglich systematisieren, damit man sein Willenskraftkonto nicht ständig anzapft, korrekt? Also Als Beispiel gab's da ja auch, wenn wir das noch mal so aus dem praktischen Leben ... Ich glaub, Steve Jobs hatte damals ja gesagt, er zieht immer die gleichen Sachen an, weil er muss sich dann nicht jeden Morgen entscheiden, was er denn heute anzieht. Weil die Willenskraft fängt schon am Kleiderschrank an. Wenn ich die Wahl habe, was zieh ich denn heute an? Ja? Also, da geht's ja schon los. Das sind vielleicht nur zwei Prozent der Willenskraft. Ich weiß, ich weiß. Ähm
INVIOS GmbH: Ja, aber wo bleibt dann der Spaß?
Alexandra Weck: Nein, das ist ja auch beim Thema, wenn wir nochmal in das ganze Thema auch kurz Fitness, Ernährung auch nochmal kurz rübergehen. Wenn man einen Personal Trainer hat, dann braucht man gar keine Willenskraft, weil der ist dafür da, dass ... Der tritt einem so leicht liebevoll in den Hintern und erinnert einen daran. Oder wenn man sich Essen vorkocht für mehrere Tage, dann braucht man keine Willenskraft mehr, zu entscheiden, ich muss heute noch einkaufen, eigentlich habe ich keine Zeit, weil ja schon alles da ist. So kann man vielleicht mit dem Thema Willenskraft umgehen. Und beim Anlegen, Sparplan, einfach Sparplan, zum 15. Haben wir auch schon mehrfach gemacht. Aber gibt es noch vielleicht einen dritten Grund zum Thema Neujahrsvorsätze und warum wir da so gerne scheitern?
INVIOS GmbH: Korrekt. Ja, man könnte wahrscheinlich noch viele Gründe finden, aber der wesentlichste und der dritte Grund dürfte die Motivation, die falsche Motivation sein. man sagt sich, will reich werden, ich will finanzielle Freiheiten haben. Das klingt immer alles schön und gut, aber es ist einfach definitiv zu vage für unser Gehirn. Was bedeutet reich? Eine Million Euro, 10 Millionen und bis wann? Also ohne konkretes Zielen ist halt scheitern vorprogrammiert. Das ist der Punkt.
Alexandra Weck: Mhm. Okay. Ja, spannend. Das klingt jetzt aber trotzdem auch bisschen ernüchternd, weil natürlich, wir grätschen jetzt voll rein bei allen Menschen, sagen, dieses Jahr wird alles anders. Wir wollen aber natürlich die Zuhörerinnen und Zuhörer nicht mit diesem Gefühl jetzt zurücklassen. Wir wollen ja nicht sagen, macht es nicht, weil es bringt sowieso nichts, sondern wir wollen ja schauen ... Was kann man stattdessen tun, damit es eben nicht in drei, vier Monaten frustrierend wird und man wieder merkt, na toll, ich hab's wieder nicht geschafft. Also, was könnte man stattdessen tun?
INVIOS GmbH: Ja, drei Dinge. Erstens Automatisierung, zweitens Commitment Devices und dann als drittes den Identitätswandel. Das sind die drei wesentlichen Punkte.
Alexandra Weck: Starten wir mal mit der Automatisierung. Wir haben gerade schon ein paar Dinge gesagt, aber nochmal ganz konkret. Automatisierung bei den Finanzen, was würden Sie raten oder was raten Sie da auch Ihren Kunden und Kundinnen?
INVIOS GmbH: der Das ist absolut das Beste. Für Ihre Finanzen entscheiden Sie einmal, dann automatisieren. Monatsultimo-Effekt hatten wir ja gerade bei den Sparplänen. Richten Sie einen Dauerauftrag ein, der Tag an einem Gehaltseingang automatisch in den ETF, aber eben halt 15 Tage letzten Endes nach hinten gezogen. Nicht am Monatsende, wenn es dann so üblich ist, sondern wirklich nach dem psychologischen Pay Yourself First.
Alexandra Weck: Das heißt, ist eigentlich, wie man zahlt sich zuerst Gehalt. es gibt ja klar, bei den Selbstständigen ist das auch wieder noch wichtiger dann. Das bedeutet im Prinzip, wenn man die Geldeingänge hat. einfach direkt was zur Seite legen. Ich mach das zum Beispiel auch so, wann immer ich einen Geldeingang auch von einer Rechnung hab, geht immer ein fixer prozentualer Betrag automatisch immer auf meinen Altersvorsorgekonto. Damit ich gar nicht erst dieses Dilemma habe, wie viel spar ich denn am Ende des Monats, sondern immer, wenn ich einen Zahlungseingang hab, einfach X Prozent, geht schon mal weg. Das funktioniert ganz gut.
INVIOS GmbH: Sie nehmen halt die Emotionalität raus.
Alexandra Weck: Kanal.
INVIOS GmbH: Raus aus der Gleichung, müssen jeden Monat neu entscheiden. Die Entscheidung ist getroffen, das Geld ist weg, bevor sie es eben halt ausgeben können. Ihr Gehirn passt sich daran an. Nach drei bis vier Monaten ist eben halt das gelernt und fixiert, automatisiert. Man sagt auch, wenn man zum Beispiel mit dem Rauchen aufhört, dass es etwa 90 Tage benötigt, wirklich dann im Gehirn neue Synapsen, neue Vernetzungen zu bewerkstelligen, das alte tradierte Verhalten eben nicht wieder aufzunehmen.
Alexandra Weck: Ja. Und was bedeutet commitment devices, also oder commitment Mechanismen? Was ist das?
INVIOS GmbH: Du hast einen schönen Anglizismus, aber die Behavioral Finance, Neurofinance, die wesentlichen wissenschaftlichen Erkenntnisse kommen eben halt aus dem Anglophonie Also Commitment Devices ist der Mechanismus, das Schwermachen eigentlich von dem eigentlichen Plan abzuweichen. Beispiel, wenn Sie mit dem Rauchen aufhören wollen, können Sie Ihren besten Freund 500 Euro geben und sagen, wenn du mich jemals mit einer Zigarette siehst, behältst du das Geld. Plötzlich haben Sie etwas zu verlieren. Da ist Commitment, da ist eine Verpflichtung entstanden.
Alexandra Weck: Und das letzte, was wir noch eben vorhin hatten, was meinen Sie mit Identitätswandel? Was bedeutet das?
INVIOS GmbH: Das ist der mächtigste Hebel von allen. Statt zu sagen, ich will sparen, sagen Sie, ich bin jemand, spart. Statt ich will investieren, sagen Sie, ich bin ein Investor. Der Unterschied ist subtil, aber enorm. Wenn Sie Sparen als Teil Ihrer Identität nehmen, brauchen Sie keine Willenskraft mehr. Sie handeln einfach konsistent mit dem, wer Sie sind. Und das ist das Leichteste für das Gehirn.
Alexandra Weck: Mhm. Herr Kreuz, dann lassen Sie uns noch über 2026 sprechen. Wir sind ja jetzt gerade ins neue Jahr gestartet und neues Jahr bedeutet ja haben wir jetzt gelernt, nicht unbedingt neue Vorsätze, aber in der Regel immer neue Regelungen auch gesetzlich. Das bedeutet von den Anlegern aus gesehen. Was ändert sich konkret für Anleger 2026, was wir vielleicht an der Stelle kurz auch beleuchten wollen.
INVIOS GmbH: Es gibt einige relevante Änderungen. Fangen wir vielleicht mit den guten Nachrichten an. Der Grundfreibetrag steigt auf über 12.000 Euro. Das ist also der Teil Ihres Einkommens, der komplett steuerfrei bleibt. Für Ehepaare gilt das Doppelte. Das bedeutet, Sie haben etwas mehr vom Netto, also mehr Netto vom Brutto, sagen wir es immer. Geld also, das Sie investieren können.
Alexandra Weck: Okay, haben wir ja noch was, was sehr beliebt auch ist oder ich hoffe es zumindest. Falls es jemand noch nicht kennt, lohnt sich das auf jeden Fall genauer auch anzuschauen. Der Sparerpauschbetrag. Verändert sich da was.
INVIOS GmbH: Der bleibt bei 1000 Euro pro Person und 2000 Euro für Paare. Das ist Betrag, bis zu dem Ihre Kapitalerträge, also Zinsen, Dividenden oder Kursgewinne steuerfrei bleiben. Wichtig dabei ist, Sie müssen dafür einen Freistellungsauftrag bei Ihrer Bank einrichten. Viele Menschen vergessen das nach wie vor. Das ist im ungünstigsten Falle, verschenken Sie einfach dort jedes Jahr 1000 bzw. 2000 Euro als Ehepaar.
Alexandra Weck: Okay, dann ist es gut, dass wir das hier auch nochmal angesprochen haben. Das heißt, das ist nichts, was die Bank automatisch einrichtet und man muss es eben über die verschiedenen Banken selber verteilen. Das heißt, man muss da selber darauf achten, dass man nicht... bei jeder Bank dann zu viel oder zu wenig stellt. Also an der Stelle vielleicht auch der Hinweis, das gilt insgesamt. Und wenn man mehrere Depots hat, dann muss man das einfach verteilen. dann noch so ein Thema, was ich auch immer wieder höre gerade, wo auch immer wieder drüber gesprochen wird, diese Vorabpauschale. Was ist das denn?
INVIOS GmbH: Ja. Das ist kompliziertes Thema, hat sich der Gesetzgeber ausgedacht. Die Kassen sind leer. daher, weil kurz gesagt bei thesaurierenden Fonds, also Fonds, die Erträge automatisch reinvestieren statt auszuschütten, wird jährlich eine fiktive Steuer erhoben. Für 2025 wird dies im Januar 26 fällig. Der Basiszins dafür liegt in etwa bei 2,5-2,53 Prozent. Das ist der Punkt und das muss man eben halt berechnen und vorhalten, weil das Finanzamt quasi auch fiktive Gewinne eine Vorabpauschale berechnet.
Alexandra Weck: Okay, das habe ich tatsächlich so auch noch nicht gewusst. meine, mich betrifft es natürlich jetzt auch nicht mehr in der Schweiz, aber ich habe, wie gesagt, jetzt auch in vielen E-Mail-Newslettern in Deutschland und so ist das Thema einfach auch wieder umgegangen. Aber was bedeutet das denn dann auch praktisch? Wie sieht das, wie sieht so was aus?
INVIOS GmbH: Ja, also das Thema gibt es schon seit rund drei, vier Jahren. Konkret wird es jetzt eben halt umgesetzt, auch schon seit zwei, drei Jahren. Wenn Sie 10.000 Euro in den Aktien ETF investieren, sollten Sie eben halt 35 bis 40 Euro auf Ihrem Verrechnungskonto bereithalten. Wenn das nicht der Fall ist, dann wird die Bank die risikoloseste Assetklasse veräußern, eigenständig eben halt das Abrechnungskonto, das Verrechnungskonto zum Depot nicht ins Minus laufen zu lassen. Wenn das Konto also nicht gedeckt ist, bucht die Bank trotzdem ab und sie rutschen halt ins Minus, wenn da kein eigenständiger Verkauf stattfindet im Bezug auf das Depot. Wenn sie dann im Minus landen, sind dann natürlich auch entsprechende Dispozinsen fällig. Das ist der Punkt und die Bank meldet die offenen Steuerschulden eben halt an das Finanzamt.
Alexandra Weck: Mhm.
INVIOS GmbH: und spreche nicht unangenehm.
Alexandra Weck: Das kann ich mir vorstellen, weil man möchte sich nie mit dem Finanzamt in Deutschland anlegen. Das kann ich nachvollziehen. An der Stelle wie immer gesagt, wir machen keine Steuerberatung hier und auch keine Anlageberatung. Das heißt, jeder, der sich unsicher ist, immer nochmal gerne ... mit dem Steuerberater sprechen oder entsprechend dem eigenen Berater. Gibt es denn noch weitere Änderungen, Herr Kreuz, die spannend sind zu wissen?
INVIOS GmbH: Ja, es ist eine interessante Sache für ältere Hörer, Zuhörer. Ab 26 können Menschen, die die Regelaltersgrenze erreicht haben, zu 2000 Euro monatlich steuerfrei hinzuverdienen. Das ist die sogenannte Aktivrente. Für Menschen, im Ruhestand noch etwas dazu verdienen wollen, ist das extrem attraktiv.
Alexandra Weck: Mhm. oder eben auch für die Menschen, müssen. Ja, also ich sag's mal so, es gibt ja auch Menschen, die eben nicht so gut vielleicht vorgesorgt haben in der Vergangenheit oder, wo wir ja auch schon mal gehört haben, Renten auf einmal verzockt wurden und weg sind. Also insofern, ich kann das nachvollziehen, weil es gibt ja auch zum Beispiel aber viele Menschen, die möchten noch weiter arbeiten einfach, weil sie einen Beitrag leisten. wollen zur Gesellschaft oder weil sie ihren Job einfach lieben. Also da gibt es ja auch viele viele Beispiele von Menschen, die einfach noch möchten. Meine Mutter ist auch so ein Kandidat, die könnte einfach sich zurücklehnen, die hat genug Rente, aber sie arbeitet gerade noch zwei, einen oder zwei Tage die Woche auch in einem Betrieb mit, weil sie es einfach auch cool findet, toll findet, gut Kundenkontakt hat. und die wird sich wahrscheinlich dann auch freuen über mehr steuerfreie Einnahmen. Herr Kreuz, lassen Sie uns doch jetzt praktisch werden, wie immer. Und wenn jemand diesen Podcast hört und sagt, aber 2026 möchte ich unbedingt mit der Geldanlage starten, was sollte diese Person in welcher Reihenfolge am besten tun?
INVIOS GmbH: Schritt eins, verschaffen Sie sich einen Überblick. Was verdienen Sie netto? Was geben Sie aus? Was bleibt übrig? Also wirklich so ein Kassenbuch zu machen. Viele Menschen haben nämlich keine Ahnung, keinen Überblick, wohin Ihr Geld fließt. Führen Sie einen Monat lang Buch mit einer App oder einfach auf dem Papier? Soll haben und am Ende bleibt etwas unterm Strich.
Alexandra Weck: Und dann, was danach?
INVIOS GmbH: Definieren Sie eine Sparquote, nicht so viel wie nicht zu viel, so viel wie möglich. Das funktioniert dann sonst nicht. Eine konkrete Zahl, ... Einstellungen empfehle ich immer so etwa ... 10 % des Nettoeinkommens. Wenn davon wie gesagt ... etwas verfügbar ist, ... wenn Sie also 3000 Euro Netto verdienen, dann sollte man durchaus etwa 300 Euro ... ... in solche Anlagen dann investieren, ... das zur Seite packen und dann wirklich auch ... über einen langen Zeitraum investieren zu lassen. Wenn das zu viel klingt, dann kann man einfach mal die Hälfte von 10 Prozent nehmen, sprich 150 Euro. Hauptsache, man fängt an. Das haben wir ja auch in diversen Podcasts ja auch immer wieder angesprochen, dass der zeitliche Aspekt der Wesentliche ist. Der Zinseszinseffekt über einen langen Zeitraum bewirkt wunderbar der Geldanlage.
Alexandra Weck: Okay, was dann? Weil wir sind ja dann immer noch nicht am Ende.
INVIOS GmbH: der Tat, das wäre ja nur die Willensbekundung. Drittens richten Sie sich dann ein automatisiertes Verfahren ein. hatten gerade darüber gesprochen, Monatsultimo am 15. eines Monats. Wenn Sie noch kein Depot haben, eröffnen Sie ein Depot beim günstigen Online-Broker, richten Sie da dann diese Sparpläne ein, die breit gestreute ETFs oder gut funktionierende Mischfonds investieren. MSCI World, FTSE, All World. All countries, also wirklich möglichst breit diversifizieren, setzen sie den Ausführungstag wie gesagt dann monatlich fort, immer zum 15. und dann ist es eigentlich auch schon erledigt, also es ist keine Raketenwissenschaft.
Alexandra Weck: Okay, das klingt jetzt eigentlich total einfach, das heißt, so einfach kann es wirklich sein.
INVIOS GmbH: Ja, absolut. ist im Prinzip, wenn man mit der Geldanlage mal die ersten Animositäten zur Seite gelegt hat, dann ist es eigentlich eine relativ einfache Sache. Später kann man das dann noch optimieren mit mehreren ETFs, anderen Gewichtungen, auch halbjährlichen Rebalancing, gut laufende Assetklassen dann auch wieder aufgrund der eigenen Risikobereitschaft wahrscheinlich ein bisschen wieder reduzieren, das auf breite Füße zu stellen, den nächsten Step zu machen, aber das vielleicht dann auch erst im zweiten Jahr. Halten Sie es einfach durch, die größte Gefahr ist gerade da. bei den Anfängern nicht die falsche Strategie, sondern eben halt nicht anzufangen oder zu früh aufzugeben. Mal so eine Delle auch einfach durchzustehen. Das gibt auch im Nachgang ein gutes Gefühl, dass man sieht, ja, ich bin nicht in Panik geraten, ich habe nicht teuer eingekauft und günstiger verkauft. Das sind so einfach wichtige Dinge, die man berücksichtigen muss. Also schnell anfangen, früh anfangen und dann eben halt nicht vorzeitig abbrechen.
Alexandra Weck: Okay, und ein allerletzter Tipp für alle, die jetzt heute diese Episode gehört haben.
INVIOS GmbH: Nächste Woche gibt es wieder eine Episode. Aber für heute Podcast Fertighören. Öffnen Sie Ihren Browser, öffnen Sie ein Depot, entscheiden Sie selber, mal 25 Euro pro Monat automatisch sparen zu lassen. Wir arbeiten da auch mit sehr vielen seriösen, sehr guten Brokern zusammen. Da kann man ja auch durchaus mal auf seriösen Seiten unterwegs sein, wie auch auf unserer Seite oder auf anderen Seiten.
Alexandra Weck: Hahaha! heißt auch über die Website von INVIOS kann man entsprechend die Informationen finden und auch ein Depot eröffnen, wenn man das möchte. alles klar. Gut.
INVIOS GmbH: Also man kann beliebig einfach mal die KI fragen oder googeln und am Ende ein Depot eröffnen seriös. geht bei jedem, unter anderem auch auf unseren Seiten. Man muss da einfach nur auf die Kosten schauen, dass man keine Depotführungsgebühren bezahlt, keine Transaktionsgebühren, möglichst keine Ausgabeaufschläge, weil man ja als Selbstentscheider da unterwegs ist. Und wenn man die Kostenseite schon die drei bis fünf Prozent, die man sonst an eine Bank bezahlen müsste, wenn man das ... letzten Endes spart oder an einem Berater dann kann man eigentlich nicht viel falsch machen bei den ersten Steps, wenn man das breit diversifiziert und entsprechend seiner Risikoneigung, Tragfähigkeit, Bereitschaft und mit einem entsprechend langen Anlagehorizont. Dann ist das kein Wunderwerk.
Alexandra Weck: Sehr gut. Das heißt, Neujahrsvorsätze per se sind Quatsch, aber sie sind nicht schlecht, wenn man sie gut umsetzt, ja, und wie man sie so umsetzt, dass es eben nicht nur beim Vorsatz bleibt. Das haben wir, glaube ich, heute in der Episode gut rübergebracht. Und an dieser Stelle auch wieder, Herr Kreuz, vielen Dank für ... die ganzen Insights. Ich glaube, damit können sich jetzt viele sicherer in das neue Jahr trauen und die Finanzen in die Hand nehmen. Und jeder, natürlich noch die eine oder andere Frage hat, der kann sich auch gerne entsprechend über ihre Website bei Ihnen melden oder ein Gespräch buchen. Also wenn es jemand ist, vielleicht noch bisschen mehr Hilfe braucht, gerne da auch immer Kontakt aufnehmen. In diesem Sinne, Kreuz, Ich freue mich auf die nächsten Episoden dieses Jahr ohne Neujahrsvorsätze
INVIOS GmbH: Dem ist nichts hinzuzufügen. Ich freue mich auch auf alles, was 2026 kommt. Und der eine oder andere Neujahrsvorsatz ist ja gut, wenn man ihn durchhält. In diesem Sinne.
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