#18 Stromausfall, Venezuela, Goldpreis – was Sie als Anleger richtig einordnen müssen
Shownotes
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Die 6 goldenen Regeln für rationales Investieren: 1. Ruhe bewahren – Kognition statt Emotion, Volatilität aushalten. 2. Dispositionseffekt vermeiden – Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen. 3. Einfachheit & Diversifikation – breit streuen, Kern-Satelliten-Strategie nutzen. 4. Antizyklisch handeln – günstig einkaufen, teuer verkaufen. 5. Kosten im Blick behalten – Aktivität gezielt steuern, unnötige Gebühren vermeiden. 6. Pareto-Prinzip nutzen – mit den wichtigsten 20 % der Maßnahmen 80 % Wirkung erzielen.
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Alexandra Weck: Herr Kreuz 45.000 ist eine Zahl, die wir heute sprechen wollen. Und es geht gar nicht ⁓ 45.000 Euro oder Schweizer Franken, sondern es geht 45.000 Haushalte in Berlin ohne Strom. Wenn die Podcast-Episode rauskommt, dann ist das zwar schon ein paar Tage her, aber nichtsdestotrotz ist es wichtig, darüber zu sprechen, Und nicht nur die Haushalte ohne Strom, es sind auch noch sehr, sehr kalte Zeiten, Minusgrade. Und in Venezuela hat gerade die USA einen Präsidenten entführt, Gold steigt, Öl schwankt und überall lesen wir gerade das Wort Unsicherheit. Aber sind wir mal ehrlich, war es denn je sicher?
INVIOS GmbH: Frau Weck das ist genau die richtige Frage. Die Antwort ist nie. Das ist entscheidend für unser Gehirn, weil es eben auch darauf programmiert ist, zu glauben, dass es früher sicherer war. Das ist die Rosy Retrospection Wir romantisieren die Vergangenheit und das kostet vielen Anlegern viele, viele Millionen US-Dollar, oder welche Währung auch immer.
Alexandra Weck: Und damit wieder heute willkommen beim Börsenbrain. Ich bin Alexandra Weck und bei mir ist wieder Nikolas Kreuz von INVIOS Und Herr Kreuz, lassen Sie uns doch mit den Ereignissen noch beginnen. Ich meine, klar, war überall in der Presse, den meisten Menschen ist es bekannt. Und natürlich insbesondere den Berlinerinnen und Berlinern ist es leider bekannt. Herr Kreuz, für alle, es noch nicht mitbekommen haben oder nicht gesehen gelesen haben, was ist in Berlin passiert?
INVIOS GmbH: Ja, also am Samstag, 3. Januar haben mutmaßliche linksextremistische Gruppen, Saboteure, man meint zu wissen, dass es die Vulkan-Gruppe ist, einen Brandanschlag auf die Kabelbrücken am Kraftwerk Lichterfelde verübt. Das sind hochspannungs- und Ein zentrales Mittelspannungsfeld, da sind Leitungen, die wurden komplett zerstört durch Feuer. Die Folge waren etwa 45.000 bis 50.000 Haushalte, 2.000 Gewerbebetriebe. In Teilen von Steglitz-Zehlendorf war tagelang komplett lahmgelegt, ohne Strom. Im Januar bei minus 10, 15 Grad in der Nacht ist das bestimmt nicht witzig und auch ... sicherlich nicht zu verstehen, dass der eine oder andere Tennis spielen geht während der Zeit.
Alexandra Weck: Da sagen Sie was. Da wird sicherlich auch die Presse das in den nächsten Wochen und Monaten noch weiter aufarbeiten, bin ich mir sehr sicher. Besonders kritisch ist ja an der Stelle eben auch, dass es eben nicht nur auch Haushalte betrifft, sondern auch vor allen Dingen auch Infrastruktur, dem Sinne Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser, also gerade auch Menschen, die noch verwundbarer sind als, ich sag mal so, wenn hier so was passiert, das wäre zwar auch schlimm. Aber ich kann mich noch vielleicht warm anziehen. Ich komm damit irgendwie klar. Aber wenn man jetzt mal grad an noch verwundbare Menschen denkt oder eben Menschen, auf einer Krankenstation irgendwo gepflegt werden, ist natürlich sehr, sehr schlimm. Und deswegen hat es ja auch diesen Umfang genommen in der Berichterstattung. Aber das war ja auch jetzt zum Beispiel nicht der erste Anschlag dieser Art. Also da gab's ja schon mal was auch letztes Jahr.
INVIOS GmbH: Das war im September letzten Jahres. Das war ein ähnlicher Angriff auf, das wissen sicherlich viele, das war im Hintergrund mit der Tesla-Fabrik, also im Technologiepark Adlershof. Davor... aus der Tesla-Fabrik in Grünheide. Das Muster ist klar, kritische Infrastruktur ist verwundbar, wird angegriffen. Das ist aber nicht nur ein Kennzeichen in Deutschland, das passiert Europa, wenn nicht sogar weltweit, immer wieder statt. Es wird nur teilweise nicht in der Presse richtig stark konnotiert.
Alexandra Weck: Mhm. Ja, und damit gehen wir gerade mal über nach Venezuela. Also ich mein, wir sind heute, wenn wir die Podcast-Episode aufnehmen, nur zur Einordnung. Heute ist der 9. Januar. Und das Jahr hat irgendwie gerade mal neun Tage und wir haben schon so viele Sachen, passiert sind. Also was ist in Venezuela passiert?
INVIOS GmbH: Und ja, habe überlegt, dass es vor sechs Tagen passiert, als ich die morgentlich die Nachrichten über den Techer las, dachte ich erst, seien die sogenannten Fake News.
Alexandra Weck: Und es war ja auch wieder erst nach Börsen Schluss, ne? Also die Märkte waren ... mhm.
INVIOS GmbH: Ja, das ist korrekt. Das passiert immer. Das passiert immer zum Wochenende. Das hat mir auch in einer der anderen Episoden durchaus angesprochen, dass alle wesentlichen geopolitischen Themen immer quasi Freitag Nacht, Samstag, Morgen, Samstag Mittag, Abend oder am Sonntag passieren, damit sich zumindest ein Teil des Rauches psychologisch wieder verziehen kann, damit die Leute wieder klar denken können, es einzuordnen. Ansonsten hätten sie da Entscheidungskaskaden, Verkaufsorders ergeben, neue Verkaufsorders. dann greifen die technischen Systeme, die Trendfolgesysteme, dann haben sie über die passiven Investments so eine Beschleunigung und eine Akzeleration nach unten. Das will man damit vermeiden. Aber konkret am 3. Januar haben die USA eine beispiellose Aktion gegen den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro festgenommen und außer Landes gebracht. Mittlerweile sind diese Nike-Jumpsuits vergriffen.
Alexandra Weck: darauf war Nike nicht vorbereitet.
INVIOS GmbH: darauf waren eigentlich nicht vorbereitet. Ihm wird unter anderem Drogenterrorismus vorgeworfen. Reaktionen weltweit waren gemischt. China und Russland haben die Aktionen verurteilt. Finanzmärkte haben kaum reagiert. Gold und Silber, das ist leicht angestiegen. Gold bei 4400, 4400, 4000. 450 US-Dollar je Feinunze und Silver ist fast 5 % angezogen. Aber das war es auch im Großen und Ganzen. der Equity-Seite ist nahezu nichts passiert.
Alexandra Weck: Hm. Das hat mich tatsächlich auch überrascht, weil mein erster Impuls, und ich glaube, da können jetzt viele Anleger und Anlegerinnen das auch mitfühlen, ich habe das gelesen und dachte nur, Gott, Gott, wie wohl die Märkte am Montag eröffnen. Das war so mein erster Impuls. das Zweite, was ich dann immer mache, und das ist eigentlich auch ein, also zumindest für mich, wie so ein Zwischenindikator. Ich schau dann immer auf die Märkte, die trotzdem offen sind am Wochenende, wie zum Beispiel Devisenmärkte oder auch Bitcoin. Und schau einfach, passiert da viel? Weil wenn dort nicht viel passiert, dann kann man so ein bisschen Schlussfolgern, vielleicht wird's doch nicht so schlimm am Montag. insgesamt, bei der Gemengelage, wir machen hier keine Anlageberatung, und das ist nur meine persönliche, bitte nicht nachmachen, aber ... müssen Anleger jetzt panisch werden bei all dieser politischen Gemengelage? Weil heute ist erst der 9. Januar, wer weiß, was noch alles kommt?
INVIOS GmbH: Ja, nein, genau das Gegenteil ist der Fall. Aber ich verstehe, warum diese Frage kommt. Lassen Sie mich das sehr gerne erklären, wie unser Gehirn mit solchen Nachrichten umgeht, beziehungsweise welche reflexartigen Mechanismen dort entstehen. Und wir dabei gut beratend sind, wenn wir genau an diesem Punkt mal uns zurücknehmen, eine Nacht drüber schlafen, das richtig einzusortieren. Das ist ganz wichtig.
Alexandra Weck: Mhm. Und wie wie verarbeitet unser Gehirn also solche Krisen? Was passiert da?
INVIOS GmbH: Der erste Mechanismus, der da zum Tragen kommt, ... Negativity Bias, also quasi diese negative Wahrnehmungsverzerrung, unser Gehirn diese negative Information stärker gewichtet als die positive. Das passiert auch bei Aktien, dass wir zu 2,6-fach den Verlust stärker spüren als den Gewinn. Das ist evolutionär sinnvoll, weil wir vor Gefahren wie den Säbelzahntiger
Alexandra Weck: Mhm.
INVIOS GmbH: eben halt dann doch eher schneller flüchten sollten, das nicht ignorieren sollten, sonst wären wir gefressen. Deshalb ist es wichtig, dass wir eben halt das Negative etwas übergewichten. Wer eine Futterquelle übersah, lebte trotzdem weiter, aber ...
Alexandra Weck: Mhm.
INVIOS GmbH: Finanzmärkten heutzutage führt genau diese Überreaktion, diese Wahrnehmung, das Negative über zu gewichten. Dieser Bias führt eben halt zwangsläufig immer zur schlechten Entscheidung, weil man auf solche negativen Nachrichten bis zu dreimal zu stark reagiert als auf gute Nachrichten.
Alexandra Weck: Okay, was bedeutet das jetzt konkret, wenn man zum Beispiel diese Schlagzeile dann liest mit dem Stromausfall oder mit Venezuela? Was macht unser Gehirn?
INVIOS GmbH: Das ist ein Wiener Zoela, Stromausfall in Berlin. Das lesen wir am frühen Morgen. Wir sind auf andere Dinge eingestellt, wollen unser gut gekochtes Frühstücksei, unseren Kaffee vielleicht ein Brötchen zu uns nehmen und ein Fischbrötchen vielleicht. Dann fühlt sich das existenziell an. Unser Gehirn sagt, Mensch, Gefahr, handeln, verkaufen, was soll ich machen? Aber wenn man sachlich hinschaut, einfach auf die Druckerschwärze, die man an den Fingern hat, mal abwischt und in Ruhe darüber überlegt, welche Auswirkungen das für einen konkret hat, dieses einzelne Eier.
Alexandra Weck: Fischbrötchen vielleicht.
INVIOS GmbH: oder auf das Portfolio, dann kommt man nach Abwägung aller Möglichkeiten wahrscheinlich darauf, die Wahrscheinlichkeit keine große Auswirkung auf das Portfolio hat. Das ist anders bei richtigen Fat Tails oder schwarzen Schwänen, wie es Covid war. Wir liemen das noch.
Alexandra Weck: Mhm. auch da hat sich sehr erholt über die Zeit. Covid war klar, ich weiß, ja, ich war dabei.
INVIOS GmbH: Ja, aber der Rücksetzer ist schon massiv. Wenn man 30-35 % im Depot verliert, ohne eine Absicherung, dann hat das schon auch existenzielle Ängste, die da hervorgerufen werden bei den nicht langfristig orientierten Investoren.
Alexandra Weck: Natürlich. Vor allen Dingen, weil ja Covid auch so eine Krise war, die wir alle noch niemals erlebt haben. das, ich sag mal so, und das soll jetzt niemand auch falsch verstehen, aber Kriege, andere Krisen, das passiert ja relativ häufig. Also jeder von uns hat ja schon mal was irgendwo miterlebt, dass irgendwo jemand jemanden angegriffen hat. Ob das der Irak-Krieg war oder all diese Themen. Das hat jeder von uns schon mal in der Wahrnehmung, jedes unserer Gehirne hat schon mal gelernt, okay, das ist auch nicht gut, aber die Märkte haben sich erholt. haben wir alle gelernt. Bei Covid war das ja damals nicht der Fall, weil wir haben alle gewusst, okay, das haben wir noch nie erlebt. Wir wissen überhaupt nicht, was hier passiert. Keiner kann absehen, wie lange das dauert. Deswegen war dort die Panik auch so extrem groß. verglichen jetzt mit anderen Krisen, die natürlich nicht weniger schlimm sind, wenn man sich einfach auch die Ereignisse anschaut. Also ich möchte das da gar nicht zu sehr vergleichen, aber ich glaube, ist ein ...
INVIOS GmbH: Ja, das Einordnen, diese emotionale Übertreibung. Viren gibt es schon länger auf diesem Planeten, als wir hier existieren. erinnere mich auch an die Hongkonggrippe, auch Schweinepest, Vogelgrippe. Das durchläuft halt den gewissen Zyklus. Entsprechend fängt das immer dann in der südlichen Hemisphäre an und endet dann in der nördlichen Hemisphäre. Die mediale Aufbereitung und das, was die Politik daraus gemacht hat, das war dann der große Elefant im Raum. Er dann irgendwann auch zumindest gefühlt, als wir dann eingesperrt waren, nicht mehr auf die Straße gehen konnten, bestimmte Maßnahmen da etwas bewirkten in unserem Gehirn, dass schon auch nach Panik roch im wahrsten Sinne des Wortes. Covid an sich, erinnere mich, das war im November schon durch Asien durchgelaufen, fing an und erst im Februar
Alexandra Weck: Hm. Mhm.
INVIOS GmbH: Mitte Februar fing das ja an, an der Börse erst richtig zu scheppern. Das bedeutet also, dass man da durchaus drei Monate hatte, ⁓ dieses kleine singuläre Phänomen richtig zu internalisieren. Dann ist das über unterschiedliche schöne Skiorte massenhaft weiterverbreitet worden. Und natürlich durch den Karneval.
Alexandra Weck: Und den Karneval, Herr Kreuz. Es war nicht nur die ... nicht nur Après-Ski Ja.
INVIOS GmbH: durch den Karneval, den wir jetzt ja auch bald wieder haben. Mal gucken, welche Viren denn dann dadurch wieder verbreitet werden. Nein, aber zum Punkt zurückkommen. Dieser Ölpreis, der da immer wieder vermeintlich jetzt als exogener Schock, als Veränderung negativer Art umhergereicht wird.
Alexandra Weck: Ich geh auf die Berghütte, ja. Genau.
INVIOS GmbH: ist bei weitem nicht so wichtig, wie es vielleicht auch in der Presse dargestellt wird. Weil Venezuela ist zwar der größte oder hat die größten Reserven der Welt, fördert derzeit aber knappe Millionen Barrel pro Tag. Das ist weniger als ein Prozent des Weltmarktes, was da täglich verfügbar ist bzw.
Alexandra Weck: Ja, das hab ich auch nicht gewusst. Also die Welt ist gut versorgt.
INVIOS GmbH: Ja, selbst wenn es komplett ausfallen würde und dann muss man auch feststellen, dass dieses Öl, was dort quasi aus dem Boden rausgepresst das ist eher Schweröl. Das heißt, es muss nochmal anders raffiniert werden. Da gibt es dann in Saudi-Arabien auch entsprechend die Fabriken, die das raffinieren. Aber im Grunde genommen ist das jetzt nicht mit Brent oder WTI zu vergleichen, von der Qualität her und auch von der Menge her. ein kleiner Rücksetzer maximal. Aber man muss gucken, die Marktakteure, was die Marktakteure daraus machen. Also die emotionale Reaktion und die tatsächliche Auswirkung sind oft entkoppelt.
Alexandra Weck: Was ist denn noch ein Mechanismus, der auch mit dem zusammenhängt? Was passiert da noch?
INVIOS GmbH: der, den ich eigentlich regelmäßig bei unseren Vorträgen an den Börsentagen an Universitäten oder auch teilweise für regierungsnahe Organisation auch immer wieder erzählen, ist der Recency Bias Wir überschätzen die Bedeutung dessen, was gerade passiert. Also der Stromausfall in Berlin, wir hatten im letzten, vorletzten Jahr ja auch die LNG-Diskussion, das Gas, was in den Speicher, die Speicher waren leer. Wir sahen uns alle schon frieren, da sitzen. Dieses Jahr ist es gar nicht in die Presse gegangen. Ja, und jetzt frieren wir aber auch tatsächlich. LNG scheint da aber zumindest kein Thema
Alexandra Weck: Stimmt, ich erinnere mich,
INVIOS GmbH: mehr zu sein. Also das fühlen diese Nachrichten, als wären unsere Infrastruktur generell unsicher, weil das jetzt da in Berlin passiert ist. Aber statistisch gesehen ist das deutsche Stromnetz einer der zuverlässigsten der Welt. Wenn Sie mal in New York umher irren, dann verstehen Sie die Welt nicht mehr. Ja, aber wir gehen jetzt mal von der entwickelten Welt, der vermeintlich entwickelten Welt aus und wenn Sie da die Fifth Avenue verlassen und in die Peripherie nur drei, vier, fünf Blöcke weiterziehen,
Alexandra Weck: oder in Thailand oder sonst wo. Okay. Mhm.
INVIOS GmbH: dann sehen Sie eben, dass da die Stromkabel auch überirdisch laufen wie in Thailand, Vietnam, Kambodscha oder wo auch immer. Also die durchschnittlichen Ausfallzeiten liegen etwa bei zwölf Minuten pro Jahr. In Deutschland, was da so ein einzelner Sabotageakt ändert, ist nichts fundamental.
Alexandra Weck: Das stimmt. Ja. Ja, und vielleicht noch an der Stelle auch ein Hinweis immer an die Zuhörer und Zuhörerinnen vom Podcast. Auch die Presse, nicht jeder, aber es gibt natürlich viele Vertreter der Medien, die auch, ich sag mal, davon abhängig sind, möglichst die Headlines so zu schreiben, dass es sehr, viel gelesen wird. Das heißt, auch die Presse ist nicht immer das beste Vorbild, um Panik rauszunehmen. Wie gesagt, das gilt nicht für alle, weil, Herr Kreuz, weiß ja, Sie haben auch immer wieder gute Interviews in namhaften Medien, wie zum Beispiel auch der Zeit. Und das ist ... Also, wenn man vielleicht irgendwo mal wieder so Clickbait-Panik-Headlines sieht, könnte man auch mal auf andere Medien bewusst noch mal schauen, wie die das einfach einordnen. Weil oft machen die da einen sehr guten Job. Aber wir werden natürlich verleitet, und das haben wir ja auch schon mal in einer Podcast-Episode gehabt, dass natürlich bestimmte Medien dann auch sehr emotionale Bilder zeigen und die Headlines so ausformulieren, dass man denkt, die Welt geht gleich unter, obwohl das nicht immer der Fall ist. Also das vielleicht nur noch so zwischengeschoben als kleiner Hinweis an der Stelle. Ja.
INVIOS GmbH: Mhm. Absolut. Man darf da nicht alle über einen Kamm scheren. gibt seriöse Medien, aber im Grundsatz darf man auch da, wie in allen anderen Branchen auch sagen, da muss auch Geld verdient werden. Deshalb muss man die Click-Rates hochziehen. Das schafft man immer mit einem negativen Headline besser, als wenn man über was Positives berichtet. So sind wir Menschen nun mal veranlagt. Das ist leider so.
Alexandra Weck: Genau. Ja, und zum Thema Veranlagung, was gibt es da noch als dritten Mechanismus, was so oft mit uns passiert, wenn sowas passiert? Was passiert dann mit uns?
INVIOS GmbH: Mh. Ja, das ist der Action-Bias. Wir kennen das ja auch bei Elfmeter. schützen und den Torwarten nicht stehen bleiben, weil zu einem Drittel die Chance ihn in der Mitte abzufangen, sondern sie springen, bevor der Ball scharf vom Elfmeterpunkt geschossen wird, in die linke oder rechte Ecke. Wir wollen etwas tun. solchen Krisensituationen übernimmt das Gehirn, das limbische System, die Funktion. wollen, das ist ein ganz tief innerliegendes Bedürfnis, etwas zu tun. Das war früher, als wir aus den Höhlen kamen, umso wichtiger.
Alexandra Weck: unser Steinzeitgehirn
INVIOS GmbH: nicht mal kognitiv zu überlegen, was ist jetzt klug.
Alexandra Weck: Ist das ein Eichhörnchen oder ist das ein Säbelzahntiger Sondern einfach mal Wegglauf.
INVIOS GmbH: So, ja, oder auch beim Sammeln. Gehen wir jetzt nach links oder gehen wir nach rechts? Hauptsache wir gehen. Wir Männer neigen ja in Teilen dazu sogar noch etwas intensiver, impulsiv zu handeln. Wenn Stress ins System kommt, dann reagiert halt unser Gehirn genau danach. Also in Krisensituationen haben wir das Bedürfnis, etwas zu tun, irgendwas verkaufen, umschichten, absichern. Aber Studien zeigen halt, in den meisten Fällen wäre Nichtstun die bessere Strategie gewesen. Ich sage auch immer mit dem Gluteus.
Alexandra Weck: Mhm.
INVIOS GmbH: Maximus kann man auch an der Börse viel Geld verdienen. Das dann das Gesäßteil. Die erfolgreichsten Anleger sind in krisen Zeiten oft die, die eben halt weitermachen wie bisher und da Ruhe walten lassen und erstmal den Rauch verziehen lassen, zu überlegen, was ist dann sinnvoll.
Alexandra Weck: Mit unserem Sitzmuskel für alle die genau Ja, genau. Wenn wir jetzt wieder auf das Thema eingehen, was können denn Anleger jetzt tun? Also wir wollen ja immer aufklären und dann aber auch sagen, okay, was kann man dann für sich mitnehmen? Heißt das, wir sollten Nachrichten komplett ignorieren?
INVIOS GmbH: Nein, definitiv nicht. Nicht ignorieren, aber einordnen. Wir unterscheiden zwischen den Nachrichten, die emotional uns aufwühlen, und Nachrichten, die ihre langfristige Strategie betreffen, ihre Anlagestrategie. So ein Stromausfall in Berlin betrifft nicht ihre Anlagestrategie, eine grundlegende Änderung in der Geldpolitik der EZB. Das schon. Venezuela. ⁓
Alexandra Weck: Mhm. Okay. Oder wenn man Immobilienbesitzer ist und dann kommt eine große Veränderung in der Steuergesetzgebung, Grundsteuer etc. Die einen müssen irgendwie, was waren das auch für Nachrichten letztes Jahr, 500 Prozent mehr zahlen. Das sind natürlich schon Nachrichten, die man persönlich die einen betreffen. das stimmt. Okay. Ja, wie trifft man diese Unterscheidung?
INVIOS GmbH: Ja. Ja, exakt. Man muss unterscheiden. Ja, also erstens betrifft dieses Ereignis die Fundamentaldaten der Unternehmen, in die ich investiert bin. breit gestreuten Weltportfolio lautet dann die Antwort ganz klar marginal, wenn überhaupt. Zweitens hat sich meine persönliche Situation darauf jetzt aufgrund der Nachricht in irgendeine Weise geändert. Brauche ich das Geld früher als geplant? Und wenn nein, gibt es einen anderen Handlungsbedarf. dann als letzten Punkt habe ich halt einen Investmentplan. Und wenn ja, halten Sie daran fest. Ein Plan ist dafür da, dass den man in ruhigen Zeiten wohlüberlegt getroffen hat, dass man den
Alexandra Weck: Mhm.
INVIOS GmbH: in turbulenten Zeiten eben mal nicht über Bord wirft.
Alexandra Weck: Das ist auf jeden Fall sehr, sehr, interessant und sehr wichtig. Was ist jetzt aber auch mit Absicherung? Also sollte man nicht einfach immer Gold kaufen, wenn es in der Welt unsicher wird?
INVIOS GmbH: Na ja, Gold ist ein Instrument. Gold ist ein Teil einer diversifizierten Anlagestrategie, deshalb sind auch Mischfonds gerade in der aktuellen Situation sehr viel besser als die Long-Only-Produkte, die als Index-Tracker irgendeinen 100 %igen Aktienkorb widerspiegeln. Gold kann als Krisenwährung, als Inflationsschutz gelten, aber der Zeitpunkt ist entscheidend. Wenn Sie Gold kaufen, nachdem es bereits 2,5, 5, 6, 7, 10 % gelaufen ist, kann es teuer sein. Dann sollte man immer dann auch entsprechend buy the dip machen. Silber, Platin, ist hier alles keine Anlageberatung, aber ich lasse jetzt einfach mal so mein Gedanken kreisen. Das ist durchaus ähnlich wie alle anderen Edelmetalle ein Safe Haven. Man spricht ja auch über das Fiat-Geld, dass es immer weniger wert wird über die Inflation. Gut, das ist momentan wieder kein Thema, aber dass auch die Notenbanken massiv nachweislich als Goldkäufer auftreten.
Alexandra Weck: Mhm. Ja.
INVIOS GmbH: Gerade im asiatischen Bereich, man dem Geld und der hohen Verschuldung global eben halt keinen so großen Glauben mehr schenken möchte. Die bewusste Abwertung des US-Dollars, da gibt es eben halt dann eben auch die Flucht in Gold, weil das sind schöner Hedges aus einer Schwächer Währung. Das ist ja politisch gewollt, dass die Leitwährung so etwas abwertet gegenüber den anderen Währungen, damit es für die Inländischen, sprich die US, die Nordamerikaner
Alexandra Weck: Mhm. Mhm.
INVIOS GmbH: Unternehmen, leichter ist die Produkte zu verkaufen. Es gibt die klassischen sicheren Währungen wie der Schweizer Franken, der japanische Yen, die norwegische Krone, der kanadische Dollar. Darüber kann man breiter diversifizieren. Dann gibt es natürlich das Sammelsurum der Futures und Optionen zur Absicherung eines bestimmten Engagements, eines Aktienbasket, eines Index. Aber da muss man halt aufpassen, weil man da auch teilweise hohen Leverage hat.
Alexandra Weck: Hm. Mhm.
INVIOS GmbH: auf der falschen Seite liegt, dann kann man mit einem anderen Hebel durchaus viel Geld verlieren. Und so eine Absicherung kostet halt auch immer Geld. Das ist eine Versicherung. Dann muss man über einen dicken Daumen ein bis zwei, drei Prozent sogar Absicherungskosten mit rechnen. Und wenn es dann wieder in die andere Richtung läuft, dann hängen sie halt dort an dem Absicherungszeitpunkt irgendwo da unten fest. Und ihr Depot macht nicht diese Entwicklung mit. Das heißt also, man muss da gut und überlegt mit einem langfristigen Plan ran.
Alexandra Weck: Ja, das stimmt. Ja, da haben sie auf jeden Fall wieder genau die richtigen Sachen gesagt. Aber wie sieht dann zum Beispiel auch so eine Struktur hinter dem Ganzen aus? Also wie kann man sich das jetzt vorstellen?
INVIOS GmbH: Also nochmal der Zeitpunkt für die Absicherung. Das muss konkret immer vor der Krise sein. Und das gelegt uns halt allen nicht, weil wir auch nicht die Glaskugel haben.
Alexandra Weck: Mhm. Klar, man bekommt ja auch die Feuerversicherung nicht, wenn es schon brennt.
INVIOS GmbH: Genau, im Nachgang ist sie dann immer sehr viel teurer. Das ist letztendlich auch dann mit den Optionspreisen am Kapitalmarkt nicht anders. Also von der Struktur, wie Sie es angesprochen haben, das hängt von der persönlichen Situation ab, wie immer. Also das Alter, die Risikobereitschaft, Tragfähigkeit, der Anlagehorizont. Ein klassisches Modell für Menschen mit die 50, mittlerer Risikobereitschaft wäre zum Beispiel 60-40, also dass man 60 Prozent in Aktien breit diversifiziert investiert, 30 Prozent in Anleihen und 10 Prozent in Gold. oder andere Rohstoffe, das wäre eine Möglichkeit oder andere Währungspaare. Aber allein in dieser Woche hatte ich mit mehreren Stiftungen auch gesprochen, die ein ganz anderes Setting haben. Da hebt man dann den Aktienanteil oder senkt ihn noch weiter, hebt dann andere Dinge wie ...
Alexandra Weck: Mhm.
INVIOS GmbH: Inflationsgeschützte Anleihen oder Anleihen aus den Emerging-Markets-Bereichen nimmt man dann mit rein. Also vermeintlich erhöht man die Edelmetall-Quote Das sind alles Möglichkeiten. Das muss man wirklich auf den Punkt mit unterschiedlichen Erwartungen, mit unterschiedlichen Aspekten besprechen. Das ist also nur eine grobe Richtlinie dieses Balanced 60-40. Das ist so der Klassiker, man auch an der Universität oder zumindest gelernt bekommt, dass eine grobe Richtlinie genau aufteilt, sollten Sie immer individuell mit Ihrem Berater Ihres Vertrauens besprechen.
Alexandra Weck: Mhm. Genau, oder Ihre Kunden dann eben mit Ihnen. Sie haben es ja gerade gesagt, Sie beraten auch Stiftungen. Das heißt, wenn jetzt vielleicht der ein oder andere auch hier dabei ist und eine Stiftung managt oder was verändern will oder so, dann sind Sie da auf jeden Fall auch dafür da, das immer gut zu wissen. Weil ich glaube, vielen Menschen ist auch nicht klar. wann man sich beraten lassen kann und so weiter. Vielleicht machen wir mal eine separate Folge aus den Fragen, über die Social Media Accounts kommen. Weil wir hatten die Tage auch einige Fragen auf einem unserer Reels, wo dann drunter gefragt wurde, ja, aber kann man denn auch als ... Normalverdiener investieren und so weiter. Das ist ja genau der Punkt. Da gibt es eben für jedes Budget, für jeden gibt es eben Möglichkeiten. Also es wird niemand vom Investieren ausgeschlossen oder vom Kapitalmarkt. Ich glaube, das ist wichtig an der Stelle noch mal zu sagen.
INVIOS GmbH: Ja, unser jüngster Kunde ist drei Monate alt.
Alexandra Weck: Oha, da haben Sie dann also Kinder Depo Sparplan und alles.
INVIOS GmbH: Minderjährigen Gebrauch genau, für treusorgende Großeltern, sagen, unseren Enkelkindern soll es gut gehen, besser gehen, als es uns ging. Und das macht absolut Sinn. hat man einen sehr, sehr langen Anlagehorizont. Und darüber kann man dann mit einer relativ hohen Aktienquote dann auch ordentliche, durchschnittlich hohe Renditen erzielen. Sehr viel höhere Renditen, als es auf dem Sparbuch der Fall ist oder bei Immobilien oder nur auf ein Thema wie Gold zu setzen, sondern breit zu diversifizieren und das entsprechende Produktivkapital dann
Alexandra Weck: Ach, wie schön. Ja. Genau.
INVIOS GmbH: investieren.
Alexandra Weck: Ja, wenn meine Eltern mit, als ich noch geboren wurde, angefangen hätten, nur das Kindergeld wegzulegen und ich hätte es nicht verprasst mit 18 und ich hätte einfach weiter gespart, dann hätte ich jetzt wahrscheinlich die Millionen auf dem Depot. Aber, oder noch mehr natürlich, aber ich mache jetzt trotzdem, ich leg ja auch weiter an, also es kommt alles gut.
INVIOS GmbH: mehr.
Alexandra Weck: Lassen Sie uns über die Perspektive sprechen. Sie sind ja seit über 41 Jahren am Kapitalmarkt. Herr Kreuz, wie viele Krisen haben Sie erlebt?
INVIOS GmbH: bewusst waren es 15, 17. Es gibt ja auch momentan viele Krisen auf der Welt. Die laufen halt alle unter unserem Radarschirm, aber wir haben ...
Alexandra Weck: Okay, das ist viel. Ja.
INVIOS GmbH: im Schnitt etwa auch jetzt 20, 26, 80, 90 Krisen weltweit. Kleine Konfliktherde, die einfach in der Presse nicht widerhalte. Aber im Grundsatz habe ich etwa so 13, 15 Bärenmärkte sicherlich selber erlebt, die Rückgänge. Also sprich vom High etwa 20 Prozent runter. Das war 87, der Schwarze Montag. Ein sehr einschneidendes Erlebnis für mich. Am einzigen Tag haben über 20 Prozent verloren, nicht wir, sondern da sind einfach Kunden, Nichtkunden, Neukunden zu uns gekommen nach diesem schwarzen Montag. Das Gleiche war als die Twin Towers durch diesen schrecklichen 9-11. Dotcom-Blase 2000, Finanzkrise 2008, Euro-Krise.
Alexandra Weck: Mhm. Das habe ich auch miterlebt.
INVIOS GmbH: wo damals noch Herr Schäuble versucht hatte, die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Corona-Pandemie, wir hatten es ja schon in mehreren Episoden auch besprochen. Es gibt multiple Krisen, die wir jetzt in den zwanziger Jahren haben, also 2020. Ukraine, Inflation, geopolitische Spannung. Das hört auch nicht auf. Unser Fokus ist da nur an ein anderer, der ist immer auf Krisen ausgerichtet. Und da muss man halt aufpassen, richtig zu reagieren.
Alexandra Weck: Mmh. Und wie reagiert man da? Weil Sie sind ja natürlich als der Profi konfrontiert mit vielen Kunden, Kundinnen, wahrscheinlich auch Freunde, Bekannte aus dem Netzwerk, die dann ja auch das miterleben. Also wie reagiert man da am besten?
INVIOS GmbH: Ja, also am besten nicht emotional. Viele Fehler gesehen bei Nichtkunden, bei Menschen, die zu uns gekommen sind mit Depots, wo man dann einfach 20, 30 Prozent im Minus liegt. Da muss man einfach dann nochmal den Qualitätsaspekt. dann auch noch mal draufschauen. Er zu früh verkauft, ... zu spät eingestiegen, ... über die Zeit dann diese Punkte gelernt. Man erkennt also Muster ... bei Menschen, bei neuen Investoren, bei jungen Investoren. Man sieht, dass jede Krise irgendwann mal ... vorbei geht und man lernt daraus ... ... diesen Zwischenalarm ... im Halt der Nachrichten ... ... zu sortieren, weg von wirklich fundamental ... ... schwierigen Situationen, die dann ... sich auch unterscheiden, weil das dann eben halt ... auch etwas länger
Alexandra Weck: Zu welchen, Mhm.
INVIOS GmbH: als nur ein, zwei Tage, die zu DIPs führen, aber von links unten nach rechts oben in ein sauberes Muster hinauslaufen.
Alexandra Weck: Mmh. Und was ist so eins der wichtigsten Learnings, was sie so auch beobachtet haben über die Zeit?
INVIOS GmbH: dass Zeit der beste Freund des Anleger ist. Also nicht Timing. Probieren, time the market, sondern time in the market, not timing the market. Wenn Sie also 1990 im bereit gestreutes Aktiendepot investiert hätten und bis heute gehalten hätten, hätten Sie alle Krisen durchgemacht und trotzdem Ihr Geld um ein Vielfaches vermehrt. Trotz Kriegen, trotz Pandemie, trotz Terroranschläge, Finanzkrisen, weil die Weltwirtschaft langfristig immer wächst.
Alexandra Weck: Ja, das ist auf jeden Fall sehr gut, das so einzuordnen. Aber könnte das dieses Mal nicht vielleicht auch mal anders sein, weil es heißt ja so oft, ja nur weil es immer so war, es nicht, dass es immer so weitergeht.
INVIOS GmbH: Das ist der teuerste Satz in der Geschichte der Geldanlage. Das hatten wir auch schon mehrfach in Episoden besprochen. Dieses Mal ist alles anders, es ist nichts anderes. Die Details ändern sich, die Mechanismen bleiben gleich. Märkte korrigieren, erholen sich, wachsen weiter. Menschen werden panisch bereuen, wiederholen ihre Fehler. Genau aus diesem Muster muss man ausbrechen.
Alexandra Weck: Aber ich glaube, ich weiß jetzt, vielleicht ist es deswegen, warum sich alles immer wiederholt, weil sich ja unser Gehirn auch nicht weiterentwickelt. Ja, weil wir ja immer noch dieselben steinzeitlichen Systeme im Kopf haben. Wahrscheinlich ändert sich deswegen auch nichts und vielleicht könnte das dann recht so sein, dass es sich eben alles immer wieder wiederholt.
INVIOS GmbH: Ich widerspreche Ihnen ungern vorweg, aber in diesem Falle würde ich sagen, das Gehirn entwickelt sich schon weiter. Wir haben uns ja weit von diesem Neandertaler-Dasein weiterentwickelt, aber im Grunde genommen muss man einfach aufpassen, dass diese Entwicklung biologisch, neurobiologisch eben halt über viele, hunderte von Generationen weitergeht und deshalb entwickeln wir uns, das alles andere wäre ja dann auch wirklich hoffnungslos.
Alexandra Weck: Das stimmt, ja. weiter geht.
INVIOS GmbH: wichtig für unsere Zuhörer ist, denke ich mal, einen wichtigen Plan zu machen bei der Geldanlage. Halten Sie sich daran, prüfen Sie Ihr Portfolio einmal im Jahr, nicht jeden Tag. Lesen Sie vielleicht weniger Finanznachrichten oder wenn, dann die richtigen.
Alexandra Weck: Mhm.
INVIOS GmbH: Wenn sie unsicher sind, dann sprechen sie halt mit jemandem, sie an die Hand nimmt und über diese Krise hinweg trägt oder sie dadurch führt, nicht Entscheidungen zu treffen, die grundsätzlich schlecht sind, weil sie aus einer Perspektive der Panik heraus Fehlentscheidungen treffen.
Alexandra Weck: Mhm. Oder es auch mal so zu formulieren an der Stelle, vielleicht für alle jüngeren Zuhörerinnen und Zuhörer. Ein Influencer, der 20 Jahre alt ist, der kann diese Erfahrung gar nicht selber gemacht haben. Ich sag jetzt nicht, auch da gibt es gute und weniger gute. Aber es lohnt sich gerade auch beim Thema Finanzen und insbesondere in Krisensituationen, sich auch mal Rat zu holen von jemandem, der vielleicht oldschool daherkommt, aber wo sicher ist, dass die Person die Krisen miterlebt hat und weiß, was passiert, was vielleicht man vermeiden kann oder auch nicht. Weil sie haben es gerade ja auch, oder wir hatten es schon gesagt, durch manche Erfahrungen muss man selber mal durchgegangen sein, anderen Sicherheit zu geben. Und sie haben gerade gesagt, wie viel sie schon gesehen haben. Von daher an der Stelle auch immer mein guter Rat nicht ... nicht jedem Influencer auch sofort in der Krise vertrauen.
INVIOS GmbH: Ja, das im Prinzip wirklich das erfahrene Wissen ist sehr viel wertvoller als das erlesene Wissen. Und wenn man aufgrund eines noch jungen Lebensabschnittes nicht diese Erfahrung selber am eigenen Leib erlebt hat, dann kann man das per se nicht, weil das Gehirn immer in diesem Panikmodus, auf das rudimentäre wieder zurückgeht, im Grundsatz wir dann einfach genau das Falsche machen, weil unser kognitives, verstandesmäßiger Teil im Gehirn eben halt die Kontrophen
Alexandra Weck: Mhm. Mhm.
INVIOS GmbH: weil das emotionale, das Reptiliengehörn, das was das limbische System auch ausmacht und auch über 50 Prozent des Volumens des Gehirns auch ausmacht, das übernimmt. Und unter Druck wissen wir selber in Panik. treffen wir meistens nicht die richtigen Entscheidungen. Das ist dann nur intuitiv und an der Börse hat Emotionalität nichts zu suchen. Dort wird man Renditen erzielen, wenn man seinen Verstand einschaltet und eben halt die Emotionalität der anderen Marktakteure auch für sich nutzen kann. Also so ein Bias ist ja auch immer was Positives, weil wenn man weiß, wie sich die Herde bewegt, dann kann man entsprechend sich anders positionieren und dann rennt man nicht
Alexandra Weck: Mhm. Genau.
INVIOS GmbH: wie die andere Lämpinge über die Klippe, sondern man kann genau entgegengesetzt andere Strategien anwenden, daraus auch profitnachhaltig höhere Renditen zu erzielen.
Alexandra Weck: Ja, das ist ein wunderbares Schlusswort für die heutige Episode. ... nicht jede Krise ist genauso schlimm oder nicht schlimm wie die anderen. Also man immer in den Kontext setzen. Die Medien auch sich anschauen, die das gut einordnen. Und im Zweifel auf jemanden zugehen, der die Erfahrung hat. Also gerne auch bei INVIOS auf die Webseite gehen oder auch auf die Social-Media-Accounts. Dort gibt es auch immer wieder kurze Ausschnitte aus dem Podcast regelmäßig. genau, wer einfach unsicher ist, lieber mal nachfragen, Termin buchen und dann das Thema auf jeden Fall angehen. Herr Kreuz, vielen Dank. Das war wieder für viele heute sehr interessant. Und damit bis zur nächsten Folge vom Börsenbrain.
INVIOS GmbH: Ich danke Ihnen und für alle Zuhörerinnen und Zuhörer, Krisen bedeuten auch immer Chancen.
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