#4 - Trading aus Langeweile? Willkommen in der Dopaminfalle.

Shownotes

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Die 6 goldenen Regeln für rationales Investieren: 1. Ruhe bewahren – Kognition statt Emotion, Volatilität aushalten. 2. Dispositionseffekt vermeiden – Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen. 3. Einfachheit & Diversifikation – breit streuen, Kern-Satelliten-Strategie nutzen. 4. Antizyklisch handeln – günstig einkaufen, teuer verkaufen. 5. Kosten im Blick behalten – Aktivität gezielt steuern, unnötige Gebühren vermeiden. 6. Pareto-Prinzip nutzen – mit den wichtigsten 20 % der Maßnahmen 80 % Wirkung erzielen.

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Alexandra Weck: Stellen Sie sich vor, ein Kunde kommt um die Ecke oder jemand aus Ihrem Bekanntenkreis mit einem Depot, das aussieht wie ein Schlachtfeld. 50 Transaktionen in drei Monaten. Tesla gekauft bei 900, verkauft bei 600, Bitcoin rein bei 60.000 und raus bei 30. GameStop, AMC, Wirecard, alles mitgenommen. Also Sie kennen die Geschichte. Herzlich willkommen. zum Börsenbrain. Und mein Name ist Alexandra Weck. Und wie immer habe ich hier den Mann an meiner Seite, den wir auch den Verhaltensdetektiv nennen dürfen und der Behavioral Finance und Anlegerpsychologie besser versteht als sonst jemand im Markt. Schön, dass Sie wieder mit dabei sind. Herr Kreuz guten Morgen nach Hamburg.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Moin Moin aus Hamburg, vielen Dank, dass Sie mich eingeladen haben hier in Hamburg. ist die wunderschöne Stadt. Wenn es nicht regnet, der kluge Köpfe Ihr Geld nicht dem Zufall überlassen.

Alexandra Weck: Und beim Thema Overtrading, was wir ja heute besprechen, also Hamburg ist ja eine Stadt des Handels. Das passt ja eigentlich auch ganz gut. Ja, aber wir wollen heute über das Thema Overtrading sprechen. Und ich glaube, das Beispiel, was ich gerade eben zum Anfang genannt habe, das kennen wir alle. Und ich glaube, ich werde mich heute auch das ein oder andere Mal wieder selber ertappen. Und wir wollen heute darüber sprechen, warum denn dieses Overtrading, also zu viel Traden, so verführerisch wirkt, warum es Anlegerrendite kostet. Auch hier natürlich wieder, was hat das mit unserem Gehirn zu tun? Und vor allen Dingen aber auch wieder zeigen, wie kann man dem denn entgegnen? Und vor allen Dingen, was können denn Zuhörende heute nach der Episode auch direkt wieder umsetzen? Herr Kreuz, würde sagen, wir starten einfach direkt ins Thema rein. Was ist Overtrading? Wie oft sehen Sie das in der Praxis? Und vor allen Dingen, woher kommt das wieder psychologisch?

Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja, ich sehe es sehr, häufig. Fast täglich begegnet mir das. Was ist Overtrading? Im Prinzip ist es einfach ein Handelsimpuls im Minutentakt. Das ist rein aus der Psychologie heraus, weil wir in der Evolutionsgeschichte gelernt haben. Aktionismus ist immer mit einem Ergebnis verbunden und früher war es sogar teilweise sinnvoll. Bevor man sich hinsetzt und drüber nachdenkt, ist das Rascheln dort ein Eichhörnchen oder ist das Säbelzahntiger, dann fange ich erst mal an zu rennen. Gibt es da ein wunderschönes Beispiel? Bar Rafa Eli hat das vor knapp 25 Jahren entdeckt. ist ein israelischer Verhaltenspsychologe, der über zwei Millionen Fußballspieler ausgewertet hat. Und wenn wir einfach mal auf den ersten Slide dann sehen Sie da eine Torsituation, also was ist der Erkenntnisschatz aus dieser Situation? Ich will das Fallbeispiel mal kurz erklären für die, die das jetzt momentan nicht sehen. Also folgende Situation, Ball liegt auf dem Elfmeterpunkt, 89. Minute Spielstand 2 2 und Sie werden zum Helden.

Alexandra Weck: Mhm.

Nikolas Kreuz - INVIOS: wenn sie jetzt ihren Team klar zum Sieg führen. Wo entschießen sie? So und Barra Rapheali hat ausgewertet, dass der Schütze in aller Regel, dazu muss man erstmal zwei Millionen Torsituation oder Eifemetersituation auswerten. Ein Drittel schießt nach links, ein Drittel nach rechts. Das hat ein bisschen auch mit der Links- oder Rechtsfüßigkeit zu tun. Und ein Drittel in dem Weg. So und jetzt ist es viel, interessanter. Was macht der Torwart?

Alexandra Weck: Mhm.

Nikolas Kreuz - INVIOS: In aller Regel springt er, bevor der Torschütze den Ball gerührt hat, springt er schon in eine Richtung. Das macht im Grunde genommen keinen Sinn, weil sie haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, sie, natürlich wird in diesen Ligen auch relativ scharf geschossen, aber wenn sie stehen bleiben, haben sie Drittel Chance, sie, also rund 33 Prozent, dass den Ball in der Mitte abfangen und dann haben sie immer noch Zeit nach links oder rechts zu springen, je nachdem, wo der Schuss hingeht. Wenn sie aber auch bevor der Torschütze dann schießt, schon in eine Richtung springen, dann ist das schon ein Beispiel für Aktionismus. Was wir selbst in solchen Stresssituationen, wenn wir es lange immer wieder geprobt haben, täglich in solchen Torwart-Situationen, dass wir nicht aus unserem impulsiven Verhalten rauskommen können. Und das ist beim Overtrading genau der gleiche Aspekt. Wir leiden unter Information Overflow. kriegen täglich neue News. Wir können sekündlich uns mit irgendwelchen tollen Werten beschäftigen, sehen sofort sekündlich den positiven, den grünen oder den roten Balken, kriegen eine neue Information, müssen das wieder verarbeiten. Und in genau dieser ewigen Schleife bewegt man sich dann beim Overtrading. Das ist eine Art Hyperaktivität.

Alexandra Weck: Mhm.

Nikolas Kreuz - INVIOS: ist es zusammengefasst.

Alexandra Weck: Also das heißt, wir glauben, wenn wir etwas tun, dass wir dann einfach mehr Kontrolle hätten, zum Beispiel.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja, aber leider nicht mehr Erfolg. wenn wir auf den nächsten Slide eingehen, einfach mal ausgewertet über viele Jahrzehnte hinweg. Was sind eigentlich so die richtigen Determinanten? Also was macht einen erfolgreichen Portfolio Manager oder Vermögensverwalter oder Letzten Endes ein Privatanleger aus zu einem weniger erfolgreichen. Und da sehen wir eben nicht, dass das in der Titelselektion ist, dass das immer in dem rein und raus traden hin und her. Da macht ihr bekanntlichermaßen auch die Taschen leer, sondern dass es zu 95 Prozent der Anlage Erfolg determiniert ist über die strategische Allokation. Was heißt das? Das bedeutet, dass ich in den breiten Markt im Aktienmarkt investiert sein muss, wenn der Markt läuft. Und man muss auch möglichst weit draußen sein, also nicht das Benchmark hugging, also die Benchmark umarmen und sich dahinter verstecken, wie das auch viele machen, sondern dann auch aktiv rauszugeben, wenn der Markt fällt. Das determiniert 95 Prozent des Anlageerfolgs. Also in der richtigen Assetklasse zu sein, wenn Gold läuft, in Gold drin zu sein, in Aktien und wenn es nicht läuft, eben halt dann in konservativeren Werten. Nur vier Prozent machen dann dieses Hyper Trading, die Einzeltitelselektion dieses viele rein und raus aus. Ich würde damit keine Anlagestrategie aufbauen wollen mit einer 4 % Wahrscheinlichkeit des Erfolgs.

Alexandra Weck: Und das ist ja auch natürlich verstärkt durch... also einerseits der Allseits Schuldige hier ist auch immer nach wie vor das Internet. Einerseits der Mensch, der damit nicht umgehen kann, sagen wir es mal so, weil das Internet ja nicht in unserem Steinzeitgehörn es auch schon gab. Also das heißt klar, der Mensch, der nicht damit umgehen kann, dass Informationen jederzeit überall ständig verfügbar sind, dann blinkt es auch noch die ganze Zeit grün und rot und man wird ständig mit so Signalen ja befeuert und nervös gemacht und dann muss ich ja auch noch sagen oder feststellen, es gibt ja auch Broker, die, also einerseits Broker, die verdienen natürlich auch an dem ganzen, es gibt dabei ja auch einige Broker, wo ich auch sehr kritisch sehe, die Flat Rates halt anbieten. fürs Trading und dann natürlich die Menschen noch mehr animiert sind, viel mehr zu traden. Ich meine, in dem Fall verdient zwar der Broker nicht so viel an den Kosten, wenn es eine Flat-Trade ist, aber es kostet natürlich ja trotzdem irgendwo Rendite, oder?

Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja, natürlich. Genau das ist der Punkt, dass man auch über andere versteckte Gebühren letztendlich noch mehr bezahlt durch dieses Flower Trading. dieses nochmal, sage das ja gerade schon, es produziert diese Mehrfach-Trades, unnötigen Trades, produzieren mehr Kosten, verursachen mehr Fehler und führen es signifikant zu einer schlechteren Performance. Das zeigen ganz, ganz viele Studien. Im Schnitt ist man schlechter als der Markt und das sind etwa 3,3 Prozent pro Jahr. die das den Privatanlegern kostet, wenn sie solche Dinge machen. Und sie liegen genau richtig, wenn sie auch das anführen, das über Social Media, über diese Trading Apps, Problem, man nennt es Gamification, dass man dieses Problem noch mal stärker verursacht. Das grundsätzliche Übel liegt in unserem, da liegt zwischen unseren Ohren. Das sind diese 1,5 Kilogramm gallatartige Masse, diese eine Billion Synapsen, die miteinander ewigen Kontakt sind und die natürlich auch immer einen Reiz suchen. Wir schaffen es ja kaum im Urlaub, jetzt ist ja gerade Urlaubszeit, mal die Füße hoch zu legen und ein Buch zu lesen. In der Regel will unser Gehirn auch Probleme bewältigen. Wir sind zu Problemlösungen verdammt und daraus entsteht auch eine gewisse Nervosität, eine Grundnervosität, eine Aktivität und vermeintlich impliziert das Gehirn. Wir haben etwas unter Kontrolle, indem wir etwas bewältigen, bearbeiten. Aber wir haben es immer nicht erfolgreich unter Kontrolle, sondern gerade an der Börse ist dieser Overtrading Aspekt ein ganz signifikanter für Menschen, die immer noch nicht lang genug an der Börse arbeiten.

Alexandra Weck: Hm. Ja, das stimmt, das kenne ich auch. Also ich habe das auch mal erlebt, selber versucht zu traden und am Ende war das Geld dann weg. Also auch jetzt nicht viel, aber man merkt das schon. Also es bringt nichts zu glauben, man könnte den Markt schlagen. Und seitdem ich auch einfach Sachen liegen lasse und da entspannter bin, seitdem läuft's dann auch einfach besser. genau.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Die Wahrscheinlichkeit. An der Börse sind es ja immer Wahrscheinlichkeiten. Die Wahrscheinlichkeit, dass man einmal falsch rausgeht, weil der Markt steigt und man ist draußen, als auch nochmal wieder man verspätet reinkommt. Das sind zwei ursächliche Wahrscheinlichkeiten, die höher sind, als wenn man drin bleibt. In einem funktionierenden Markt haben wir einen Kontango, keine Backwardation. Das heißt, man geht in T plus 0 rein. Und in t plus n irgendwann mal hat man eine ansägliche Rendite in am funktionierenden Markt, indem ich dann immer wieder in diesen Dips versuche, rauszugehen und reinzugehen, habe ich eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass ich auf der falschen Position, auf dem falschen Bein erwische. Das muss man sich einfach nur rational vor Augen führen. Wir arbeiten im Asset Management immer nur mit Wahrscheinlichkeiten, nichts anderes.

Alexandra Weck: Mhm.

Nikolas Kreuz - INVIOS: ist das, was man an der Börse macht, nämlich man setzt Rendite oder eine erwartete Rendite ins Verhältnis zum Risiko. Das ist für uns die Volatilität und das im Verhältnis. Damit haben Sie dann letzten Endes eine Wahrscheinlichkeit. Und je höher die Wahrscheinlichkeit ist, Prinzip eine erwartete Rendite zu erzielen, möglichst geringem Risiko, also Risikoadjustiert, dann sind das lohnenswerte Investments alles andere spekulativ, wenn man dann die Zeitachse auch noch verkürzt. und dann häufig reingeht und rausgeht. Das hat nichts mehr mit Investieren zu tun. Dafür ist der Aktienmarkt nicht gedacht. Der Aktienmarkt ist ein Sammelsurium, ist eine Sammelstelle für Produktivkapital. Kapital sucht sich dort eine produktive Verwendung in Unternehmen, in Branchen, Technologien, dann Renditen zu erzielen in Form von Dividenden und Kursentwicklung.

Alexandra Weck: Mhm. Stimmt, so gesehen ist es auch, dass das Trading ist ja total das Gegenteil von dem, was man ja eigentlich ist. Man ist ja Anteilsinhaber einer Firma. Ja, spannend.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Investor. Dieses Overtrading ist deshalb so gefährlich, weil es, wie gesagt, auch noch zusätzlich unnötige Kosten produziert. Sie müssen aber mit ihrer vermeintlichen Überrenditeabsicht über das Overtrading ja auch noch zusätzliche Kosten letzten Endes noch zusätzlich verdienen. Ziel ist wirklich da auch zu überlegen, mehr Gelassenheit hinzubekommen und mittels möglichst geringere Umschlagshäufigkeit, weil es hier höhere Fehlerwahrscheinlichkeit oder Fehlentscheidung kostet, viel Lebens- und Arbeitszeit führt zu mehr Stress, mehr Herzinfarkt. Mit all den ganzen, wie soll ich sagen, ja, Kollateralschäden macht das Teil einfach gar keinen Sinn, wenn man auch nicht tagtäglich an der Börse agiert. Das muss man ja auch. Man misst sich ja. Sorry.

Alexandra Weck: Und wir machen natürlich keine Steuerberatung, aber in Deutschland muss man ja auch noch steuernd sein dann auf die ganzen Gewinne. Ja, also wenn ich alleine die Zeit mal noch nehme für jedes Mal, wenn man getradet hat und selbst wenn man kleine Gewinne hat und so weiter, man muss das ja auch alles wieder dem Steuerberater geben, sich damit beschäftigen. Also es ist ja auch Lebenszeit, ja.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja.

Alexandra Weck: die man verliert. Und dazu noch eine lustige Anekdote. Freund von mir, ist rot-grün blind. Und der ist aber auch noch Trader. Und da hab ich aber gesagt, aber guck mal, ist doch eigentlich super. Also als ich das das erste Mal erfahren hab, hab ich nur gedacht, wie kannst du denn, wie kannst du denn traden, wenn du, ne, für große Fondsmanager und so, wie kannst du das denn machen, wenn du das nicht sehen kannst? Und er meinte so, ja gut, ich hab halt das links und rechts geordnet. Aber ich dachte im zweiten Moment so, wie cool, der ist eigentlich gar nicht so ständig abgelenkt von diesen Signalen. Ich wollte gerade drauf zeigen.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Wir sind ja hier oben bei Blumenberg auch. Wir haben ja auch eine schöne Situation für diejenigen, dann morgens vielleicht auch nicht schlafen können. Ab 4.30 Uhr ist dann die Pause auf dem Nicke, die zweite Halbzeit da. Da sehen Sie auch verkehrte Farbmuster. Also steigende Märkte sind rot und fallende Märkte sind grün gekennzeichnet. Also auch daran muss man sich dann als Anleger durchaus gewöhnen.

Alexandra Weck: Okay, spannend. Wieder was gelernt. Das wusste sogar ich auch noch nicht, also ... werde ich mir dann merken. Aber ich hab zum Glück auch aufgehört, ständig darauf zu gucken. Also, ich hab das früher auch so gemacht. Bloomberg-App und alles auf dem Handy, Notifications. Und mittlerweile hab ich das komplett, also, hab alle Notifications auf dem Handy auch abgestellt. Weil was sie gesagt haben mit den Apps und Social Media, also, es ist natürlich heute ... Ein Kampf Aufmerksamkeit. Und jeder versucht ja, in seinen Aufmerksamkeitskanal reinzuziehen. Und ich hab wirklich alle Notifications von WhatsApp bis komplett ausgestellt, damit ich selber wirklich entscheide, wenn ich reingehe. Und ich frag mich auch hin und wieder, weil man sitzt dann so irgendwie da und aus Gewohnheit ... und weil das Gehirn wieder so das Dopamin möchte, man möchte ja, dass was passiert. geht man dann doch in so eine Social Media App. Da hab ich mittlerweile auch angefangen, zu hinterfragen, okay, wollt ich jetzt wirklich was gucken oder ist es nur Langeweile? Also, kann man das auch aufs Trading übertragen? Also, gibt's Menschen, die traden irgendwie einfach aus Langeweile? Einfach, weil gerade sonst nicht viel passiert? Und man geht einfach mal in die Trading App, weil da ja immer was passiert.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja, natürlich. Wir Menschen neigen dazu. Wir hatten es ja gerade schon angeführt. Das Gehirn ist eine Problemlösungsmaschine. Solange sich keine Probleme auftun, dann sucht man sich halt dann seine durch sein Abwechslungsbedürfnis einfach seine anderen Betätigungsfälle. Also Gier frisst Hirn und Angst friert das ja ein. Und wenn wir da vielleicht noch mal auf die Slides eingehen können, da ist ja der Slide Null.

Alexandra Weck: Mhm.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Doppel-Null angeführt, Emotionen wirken stärker als er verstand. Und genau da sind wir an dem Punkt, was macht der gelangweilte Hyper-Trainer? Der sitzt da oben rechts oben und versucht sein Nukleus an Kubens immer wieder anzufeuern. Also, sprich, er möchte eine ewige Belohnung haben. will Freude provozieren. Das tut er immer durch ein Aktivitätslevel. Weil das Belohnungs-Level und dann durch einen Dopaminausstoß, so eine Ausschüttung ...

Alexandra Weck: Mhm. Mhm.

Nikolas Kreuz - INVIOS: ein positives Gefühl verursacht. heißt das für einen dann auch rein emotional sofort will ich diese Belohnung, dieser dauerhafte Reiz auch, der Belohnungsreiz produziert dann auch die Gier. So ist Gier definiert rein biochemisch. Und dann darf man nichts liegen lassen, das kommt noch aus der Evolution heraus. Ich will mehr davon. Und dann fängt man an, sich immer wieder neu zu belohnen. Und dann macht das überhaupt keinen Sinn. Dreimal am Tag eine Amazon Aktie, ein Euro und dreimal am Tag eine Amazon Aktie.

Alexandra Weck: Ja.

Nikolas Kreuz - INVIOS: 10 US-Dollar zu kaufen und zu verkaufen. Nachher weiß man auch nicht mehr, was man gemacht hat. So und dann kommt, dann sind wir von diesem Himmel hochjauchzen, dann auf einmal zur Tode betrübt, dann rutschen wir in dieses Verlustareal. Was da gelb gekennzeichnet ist, wo wir Schmerzen ausspüren, wo Serotonin und Noradrenalinausschüttung stattfinden. Man kennt das ja aus dem Spruch, es tut dem Geldbeutel weh und das führt zu Ärger, zu Wut, zu Angriff, Abwehr oder immer zu Fluchtreflexen, so wie wir es kennen, das für das Depot, den D-Login-Daten vergessen, solche Dinge. Aber bei den Power-Tradern wechselt dieses Gefühl immer wieder ab und man regiert nach dem Dopaminausstoß, aber auf der anderen Seite dann auch

Alexandra Weck: Mhm.

Nikolas Kreuz - INVIOS: wenn es in die falsche Richtung läuft, diese Angst und man versucht durch dieses Power Trading dann auch immer wieder nochmal einen neuen Reiz zu bekommen, beziehungsweise dann die Verluste nach unten hin auch in irgendeiner Weise zu kappen. Aber es funktioniert nicht über diese Zeitachse. Es hat nur rein mit Spekulation etwas zu tun, wenn ich täglich mit diesem Instrument des Produktivkapitals, mit der Aktie versuche.

Alexandra Weck: Hm.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Renditen zu erzielen. Das funktioniert teilweise im Nano-Mikrosekunden-Bereich. Das ist eine rein technische Umsetzung. Da hat man teilweise, wenn man starke Marktbewegungen hat, hat man ein bisschen Outperformance. Aber das wird wiederum aufgefressen durch die vielen Failtrails. Ich hatte mal ein Schlüsselerlebnis bei meinem ersten Arbeitgeber, frisch von der Uni. Da saßen wir unter einem Dach, weil das war ein sehr renommierter oder ist ein sehr renommierter der Vermögensverwalter in Köln. Und wenn man die Treppe hoch ging, links saßen wir, meinte in der Vermögensverwaltung, rechts war dann so die Tradergruppe. Das war die größte Personalbest- ausgestattete Gruppe. Am Ende, wenn man dort mit den Leitern gesprochen hatte, am Ende hat keiner was gewonnen. Im Grunde genommen sind dort aus unterschiedlichsten Branchen wirklich auch aus Ärzten, Akademikern, wie auch immer aus unterschiedlichen Staaten die Menschen dort ihr Geld abgeliefert und mittel- bis langfristig hat immer nur das Haus gewonnen. Das ist also wie im Casino, das sollte man vermeiden, das hat nichts mit der Börse zu tun. Der Charakter der Investition sieht einen viel viel längeren Zeitraum aus und sollte eben halt in der Fehlervermeidung, also in dem häufigen rein und raus, rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln, das sollte vermieden werden.

Alexandra Weck: Mhm. Ja, zu dem Thema, was Sie eben noch gesagt hatten, man will nichts liegen lassen und man will so alles mitnehmen, auch die Gier und so weiter, da fällt mir auch immer das Beispiel ein, wir kennen ja alle den Fond-Kongress und es ist ja auch total schön, sich auszutauschen. Und das ist ja auch für alle Anleger, die da mal reinschnuppern wollen, da kann man auch sehr viel an Wissen einfach mitnehmen und auch den ein oder anderen von uns jederzeit mal treffen.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Ich

Alexandra Weck: Aber was mir immer so im Gedanken geblieben ist, dass am zweiten Tag auch hin und wieder die Menschen mit den großen Taschen über den ganzen Messe gelaufen sind und einfach nur alles überall mitnehmen. Also wie die Eichhörnchen, die die Haselnüsse überall einsammeln. Also egal was es war, wurde einfach alles eingesammelt und mitgenommen. Also dieses Thema Hamstern ... was man so im realen Leben kennt. Ich glaube, das kann man an der Börse dann auch hier und da beobachten.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Beobachtet es auch selbst, dann sehe ich am Buffet im Urlaub, das sind die Krivetten.

Alexandra Weck: Ich finde, Buffeturlaube oder all inclusive, und es gibt ja auch Luxus all inclusive. Und gerade in Österreich muss man ja sagen, die Österreicher in der Hotellerie, die wissen schon, wie es geht. Und wenn man dann wirklich ... Also, wir hatten mal einen Urlaub auf der Seiser Alm, richtig toll. Und es war all inclusive, nicht in dem Sinne, dass es Buffet gab oder so, aber ... Es gab halt das Frühstück, dann gab's mittags immer so Plattly und Jause und alles Mögliche. Und dann abends noch mal ein Fünfgang-Menü. Und das Problematische war, dass All Inclusive bezog sich auf die Getränkekarte. Es gab eine bestimmte Karte mit All Inclusive. Und ich hab gesagt, das mach ich nie wieder, weil ... Da kann man sich gar nicht ... Weil man denkt dann, den Cocktail könnte ich mal probieren. Jetzt probier ich aber vielleicht noch den und man hat so den ganzen Tag über einfach so ein Martini-Pegel, obwohl man es eigentlich gar nicht will. Deswegen, ich versuche, genau weil ich diese Falle auch kenne, all inclusive einfach komplett zu vermeiden. Weil es einfach nicht gut ist.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Es gibt ganze Branchen, davon leben, wenn man das mal in der Richtung sieht.

Alexandra Weck: Ja, Mein Papa war auf einer Kreuzfahrt letztes Jahr. Und das war total schön. Und es war aber acht Wochen, also es war richtig lang auch. Und dann kam ... Und der ist normalerweise auch schlank. Aber genießt auch gerne mal das Leben. Aber ist halt schlank und nimmt sich auch eher zurück, auch beim Essen und so. Aber der hat das da so krachen lassen, weil er so dachte, ich hab dafür so viel Geld bezahlt. Und dann sagt er so, ja, ja, ich hab 8 Kilo zugenommen. so, 8 Kilo in 8 Wochen, was? Ja, ähm... Und er kämpft jetzt noch damit, Noch 6, 7 Monate später, also... Ähm, ja. Ja.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Das ist ein guter Schild. Nicht der Homo economicus, sondern wir sind der Homo irrationalis. Aber es ist halt wie es ist, wenn wir aber das verstehen. dass wir uns selber der größte Feind sind als soziales Wesen, wenn wir uns morgens in den Spiegel schauen. Wir auch der größte Feind des Anlegers, der jeden Morgen in den Spiegel schaut. Das Overtrading ist ähnlich ungesund, wie am Buffet zu viel Muso-Schokolade gegessen zu haben. Paracelsus sagte das schon, die Dosis macht das Gift.

Alexandra Weck: Mmh. Ja genau, genau. Das stimmt. Und wenn wir jetzt ... jetzt sind wir ja an dem Thema, wir sind uns dessen jetzt bewusst. Wir wissen, dass es das gibt. Und wir wissen, dass es auf der anderen Seite Akteure im Markt gibt, die genau uns zudem animieren möchten. Also, was sind die Lösungsansätze, Herr Kreuz? Was kann man jetzt aktiv tun als Anleger? Also, wir sind uns dessen bewusst, aber was kann man jetzt trotzdem noch tun?

Nikolas Kreuz - INVIOS: Vielen Sehr. Also im Grunde genommen kann man feststellen, dass man das vermeiden kann, indem man erst mal sein Fehlverhalten versteht. Dass man wirklich versteht, was man da eigentlich falsch macht. Also ist wichtig diese Selbstdiagnose. mal wirklich auch wochenlang vielleicht aufzuschreiben, warum handelt man aus dieser Situation so heraus. Also das ist auch sicherlich eine Überraschung garantiert. Dann muss man sich mal die Kosten vor Augen führen, das alles, wenn man die Kosten mal vergleicht, kalkuliert, einfach mal die Gebühren zusammenrechnet, die Spreads, die Steuern, die Aufwände, das frisst ja ein Vielteil, einen Großteil dieser Rendite auf oder macht es so eine negativen Rendite. Regeln setzen. Es gibt dafür aus dem Portfolio Management eine sehr gute Strategie, das ist sogenannte Core Satellite Ansatz. Also im Kern zu sagen, wir arbeiten mit ruhiger Hand, mit 80 Prozent des Vermögens, breit in passiven Investments, breit diversifiziert, wo ich wirklich nur aufgrund von exogenen Shocks handle. Und ansonsten lasse ich jetzt weit laufen. Das ist das Markt Beta. Und dann habe ich sogenannte Trading Position. Damit kann ich dann so genanntes Markt Alpha generieren, indem ich schneller rein und raus mit nur 20 Prozent der Gesamtvermögensmasse agiere. So ein Kernsatellitenansatz zu agieren, das macht Sinn, das diszipliniert sehr und das reduziert eben halt diesen Overtrading Aspekt. Selber für sich auch klarzustellen, solche Impulsen eben halt nicht sofort. sich da niederzulegen, nicht den dicken Finger zu benutzen, sondern wir haben es bei der Deutschen Bank, hatte ich immer einen Portfolio-Manager, einen mitgegeben, sit on your hands, genau, sit on your fingers, wenn solche Situationen aufkamen, Panik im System, man sieht das ja aus, wird aufgebaut, übers Wochenende hat man ein bisschen zu viel CNN gesehen und man liest vielleicht in den Zeitungen.

Alexandra Weck: stimmt.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Man wird nervös, man sieht, dass überall blinkt und es blinkt schneller und die Kollegen sind einen rum nervöser, dass man da genau an dem Punkt sagt, stopp, ich gehe jetzt hier nicht in diese Trading Spirale. Ich muss nicht handeln. Vielleicht will ich auch nur Action, will ich etwas über kompensieren. mittels dieses Frameworkings, Behavior, Finance, wirklich solche Aspekte sich immer klar vor Augen zu führen und dann eben halt dieser Gamification oder dieses

Alexandra Weck: Hm.

Nikolas Kreuz - INVIOS: von dieser vermeintlichen Kontrollillusion, das ist ja nichts anderes als das, dessen bewusst zu werden. Und was dabei auch technisch hilft, da würde ich gerne noch mal auf die Slides, der ganze deutlich auch zeigt, wie die Herde reagiert und woran man technisch, das ist auf der rechten Seite,

Alexandra Weck: Hm.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Anhand des jetzt nur ein Beispiel, man kann anhand von gleitenden Durchschnitten arbeiten, das sind sogenannte 200-Tages-Durchschnittslinien, wenn der Kurs einer S-Klasse oder einer Aktie über diesen 200-Tages-Durchschnittslinie ist, dann lässt man die Finger davon, dann lässt man es laufen und erst wenn diese 200-Tages-Durchschnittslinie quasi von oben nach unten durchschritten wird über das Kursband, dann geht man raus aus der S-Klasse. Es gibt dann viele oder teilweise Fehlsignale. Es ist aber geglättet über die 200 Tage. Es Fehlsignale um diese 200 Tagesdurchschnittslinie. Aber das führt signifikant zu einem ruhigeren Tradingmuster. Man kann dann die 100 oder die 50 nehmen.

Alexandra Weck: Mhm. Und man kann sich ja Systeme dann auch einbauen. Also man kann ja dann wirklich sagen, okay, ich kopple meine Psychologie, mein Gehirn ab, weil ich mach das jetzt rein von so Signalen für bestimmte Themen. Also ja, das ist eigentlich, man könnte dann ruhiger schlafen, ja.

Nikolas Kreuz - INVIOS: nicht nur ruhiger schlafen, sondern man hat auch ein klares Entscheidungsmuster. Wenn man die Polarbänder zum Beispiel nimmt, dass man weiß, so reagiert die Herde und ich gehe jetzt in einem mittleren Band, wo vieles passiert, seitwärts volatil passiert, da verbrenne ich jetzt nicht über häufiges Tränen das Geld, sondern ich gehe an den Rändern, also wenn die Herde nach oben hin völlig außer Rand und Band ist und wir mit 95 %iger Wahrscheinlichkeit

Alexandra Weck: Mhm.

Nikolas Kreuz - INVIOS: außerhalb des oberen Bollinger Bandes ist eine reine Wahrscheinlichkeitsrechnung rauschert und wieder runter. Dann wissen wir, da gehen wir auf der Seite eben halt short. Und genauso ist es, wenn das undershooting passiert, dass wenn der Kurs außerhalb des unteren Bollinger Bandes rausläuft, dass wir eine 95 prozentige Wahrscheinlichkeit haben, dass wir innerhalb der Main Reversion wieder eine Kurseerholung sehen, dann geht man auf dieser Seite long. Das sind klare Muster. Da haben wir eine Übertreibung der Herde nach unten.

Alexandra Weck: Mmh.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Und da geht man antizyklisch rein. Also genau prozyklig verkaufen, antizyklisch kaufen. Das sind die Muster. Mit solchen klaren Regeln kann man eigentlich sehr, sehr klug und sehr sinnig sich disziplinieren und diesen overtrading Aspekt vermeiden.

Alexandra Weck: Mhm. Und das nutzen sie ja auch bei InVios in ihrem Framework mit oder für die Kunden. Das heißt, sie erzählen das jetzt nicht nur einfach, weil sie es wissen, sondern weil sie es ja auch für ihre Kunden oder auch ihren Fonds so umsetzen.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Also es gibt eine Maxime, eine DNA unseres Institutes, nach denen sich alle ausrichten. Das, was wir denken, sagen wir und das, was wir sagen, danach handeln wir. Und selbstverständlich, das sind ja Erkenntnisse aus 41 Jahren Kapitalmarkterfahrung, aus über 25 Jahren Entleitenderfunktion bei allen großen Häusern in der Bankenlandschaft. Und da das Beste quasi nicht zusammengeklaubt, sondern wirklich das Beste, was sich validiert hat.

Alexandra Weck: Super!

Nikolas Kreuz - INVIOS: zusammengeführt und danach eine Investmentphilosophie und das unter anderem eben halt auch dieser Aspekt mit drin, der dann eben halt signifikant eine klare Outperformance bringt. Man lernt aus den Fehlern anderer. Das ist immer klüger als selber diese Fehler zu machen.

Alexandra Weck: Ja, oder wie gesagt, wenn man eine Wandertour macht, dann ... Es gibt immer wieder die Leute, dann ... gerettet werden müssen, weil sie nicht die richtige ... Ausstattung hatten oder mit Sneakers oder Flip-Flops halt auf einem 2.500 oder 3.000 hohen Gipfel müssen, das Wetter nicht kennen, das Wetter vielleicht unterschätzen. ... Ich sag mal, ich mach auch alleine Touren, aber auch nur, wenn ich weiß ... wo es ist, wenn ich mich auskenne, wenn ich das Gelände kenne, wenn ich das auch einschätzen kann. Aber auch ich weiß, wie schnell in den Bergen das Wetter umschlagen kann. Und ich hab immer auch wärmere Klamotten dabei. Man sollte dann eben lieber, wenn man sich nicht auskennt, dann sucht man sich lieber mal einen Guide oder einen Bergführer. Und genauso sollte man das an der Börse auch sehen. Es ist ja so verführerisch, weil es ja auf unserem Handy ist, direkt verfügbar, denken wir natürlich, ⁓ gut, dann mach ich das halt selbst, ne? Also, ja.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja, aber man kann das ja auch, aber man lernt, man bezahlt dann dafür halt Lehrgeld. Und wenn ich das Wertvollste vielleicht nur einmal preisgeben darf, auch hier nochmal der Slide 5. Er zeigt nicht nur, dass wir innerhalb solcher Zyklen laufen. Das ist alles die Mean Reversion, sondern eben auch welche Asset Klassen in welchen Konjunktur Zyklen besser laufen. Wenn man das automatisch macht, wann Kassehaltung sinnvoll ist, Rohstoffe, Edelmetalle, Aktien oder Staatsanleihen.

Alexandra Weck: Mhm.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Wenn man solche Kursmuster im Hinterkopf hat, dann weiß man, wann man dann etwas schneller laufen muss, wann man andere Schuhwerke anzieht, wann es zu warm wird, dann eben halt links und rechts des Weges auch nicht abzugleiten, Situationen, richtige Klamotten auch anzuhaben. Also in der Form sich auch nicht selber zu überfordern.

Alexandra Weck: Hm.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Es geht eigentlich darum, diszipliniert an der Börse mit ruhiger Hand zu investieren. Darum geht es die Eigendisziplin. Wenn man das für sich gefunden hat, dann hat man eigentlich ein wunderbares Grundsetup, mit dem man sehr erfolgreich an der Börse sein kann. Aber wie gesagt, für alle, die es interessiert, gibt es die Asset-Klassen-Zyklen und da einfach mal auf den Slide-Klassenwechsel zu schauen

Alexandra Weck: Mhm.

Nikolas Kreuz - INVIOS: mittel- bis langfristig eigentlich sinnvollerweise dran bleibt und vor allen Dingen bleibt man diszipliniert und hüpft nicht immer rein und raus, was ja letzten Endes viel hin und her macht ja nur die Taschen leer, das wissen wir ja schon, das ist kautionsbasiert.

Alexandra Weck: Ja. Und wenn jetzt Leute hier zuhören, ... Wir haben sicherlich ganz viele, die wollen hier viel lernen und wollen sich damit beschäftigen. Aber wenn es jetzt hier auch Leute gibt, sagen, ich weiß, aber ich hab keine Disziplin, ich kann das nicht handeln. Die können dann einfach zu Ihnen kommen und sich da gerne noch mal beraten lassen, oder?

Nikolas Kreuz - INVIOS: Also im Prinzip verteilen wir unser Wissen. Wir hatten es ja gerade angeführt, nicht nur im B2B Bereich, sondern auch im B2C Bereich. Das heißt auf Anleger messen. Wir sind regelmäßig in allen großen Städten, auch im Ausland. unterwegs, genau diese Finanzbildung zu fördern. Das ist das Allerwichtigste. Man kann es sich einfach machen. sage dann immer, man setzt sich hinten in die Erstklasse rein und man kann dann in einen guten Mischfonds investieren oder sich einer Vermögensverwaltung anvertrauen. Man sollte das nicht im blinden Glauben machen, sondern man sollte auch ein Grundsetup von Wissen haben, auch im Finanzbereich. Ich weiß, dass unsere Eltern das immer mit Geld ist dreckig, mit anderen Dingen geframed haben, an der Börse arbeiten nur Spekulanten. Wir sehen es ja im europäischen Ausland, wie die Niederländer, die Österreicher eine höhere Rente, letztendlich nicht über das Umlageverfahren, sondern kapitalgedecktes Verfahren oder Kapitalverfahren. Letzten Endes dadurch, dass man einen größeren Teil an der Börse investiert, dass man dann langfristig partizipiert an diesem Produktivkapital.

Alexandra Weck: Ja. Mach ich in der Schweiz auch.

Nikolas Kreuz - INVIOS: So und da helfen wir einfach, dass Menschen verstehen, was sie da machen. Weil es ist auch genauso wie wenn ich zum Arzt gehe. Ich sage jetzt nicht, ich frage nur noch Dr. Google, aber ich hole mir auch eine zweite oder dritte Meinung bei einer ernsthaften Indikation ein.

Alexandra Weck: Hm.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Und mit allem, wenn man sich ein Auto kauft, wenn man die Schule aussucht für die Kinder, man beschäftigt sich mit einem Thema. Und auch genau so sollte man das insbesondere auch bei der Kapitalbildung machen, weil passives Einkommen ist wichtig. Die anderen Säulen brechen immer weiter weg, insbesondere in Deutschland. Und dann ist es wichtig, dass man mit einem gewissen Setup der Finanzbildung, der allgemeinen finanziellen, der finanziellen Allgemeinbildung letzten Endes dann auch

Alexandra Weck: Mmh.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Weiß, was man da tut, zumindest im Ansatz. Und wenn man dann trotzdem bequem ist, sagt, ich habe keine Zeit, habe keine Lust dazu, dann kann man das vertrauensvoll natürlich jemandem professionell übergeben.

Alexandra Weck: Ja, wunderbar. heißt, also an alle, die jetzt sagen, das will ich mir mal genauer anschauen, kommen Sie auch gerne auf die Börsentage. Da kann man Sie dann auch noch mal live in Aktion erleben. Und das wird ja auch immer so von der Community, möchte ich jetzt mal sagen, so geschätzt. Also wenn man sich mal umhört, da sagen schon sehr viele, ja, also sie stehen immer für alle Fragen rund das Thema sehr gerne zur Verfügung. Also ich will einfach nur motivieren, wenn jetzt jemand den Podcast hört und sie mal irgendwo sieht, dass man sie auch ansprechen kann. Sie sind ja nicht nur irgendwer, der der Experte auf der Bühne ist, sondern sie nehmen sich ja auch wirklich Zeit für die Menschen, auch solche Themen mal entsprechend anzugehen. Ich will da einfach nur die Berührungsängste ein bisschen.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja, das geht Brücken bauen, genau. Also in der Form, man muss es einfach ausprobieren, dann wird man es erleben. Gerne ansprechen. Also ich bin auch immer der festen Überzeugung, so bin ich auch durchs Leben gegangen, immer neugierig. Dumme Fragen gibt es nicht, sondern über das Fragen lernt man und wir verlernt es ja gerade wiederum über die Technologie, über das oberflächliche.

Alexandra Weck: rausnehmen.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Mit allem irgendwo wissen wir vermeintlich Bescheid, aber wir gehen irgendwo mehr in die Tiefe. Also wie an den Börsentagen, Anleger-Tagen, das sind schöne Begegnungsstätten, wo Menschen sich einfach auch bewusst informieren sollen, dürfen und können natürlich jeden dort auch fragen. Also gar nicht mein, dadurch, dass wir durch Film, Funk und Fernsehen in irgendeiner Weise Weisheit gefressen haben. Wir haben nur ein bisschen mehr Erfahrung. die, die ich kenne, auf diesen Messen eben auch auf dem Podium stehen, die erzählen auch gerne. Und die sind dankbar für ein fragendes Auditorium. Da darf man gar keine Berührungsängste haben, weil Angst wiederum, das wissen wir.

Alexandra Weck: Mhm.

Nikolas Kreuz - INVIOS: frisst das Gehirn, Gier friert es ein und am Ende ist es eine Minderrendite, die man erzählt. Wir sind da, ⁓ den Menschen dabei zu helfen und vielleicht ein oder die andere Fehlentscheidung nicht zu machen. Weil wir sie vielleicht selber gemacht haben oder gesehen haben, wie andere sie gemacht haben, sodass daraus eben auch eine gewisse Anlegerkultur eine Mündigkeit, eine Demokratisierung von Anlageverhalten, von Anlagemöglichkeiten zu gewährleisten, weil dieses Herrschaftswissen, die Zeit für Herrschaftswissen, wie es früher in den Banken betrieben wurde, mein Wissen und wenn du es haben willst, dann musst du dafür bezahlen und musst viel bezahlen von einer Rendite. Diese Zeiten sind Gott sei Dank vorbei. Man muss sich aber informieren.

Alexandra Weck: Hm. Okay, genau, das ist doch eine wunderbare, fast schon Zusammenfassung auch von heute wieder. Sehr, sehr viel Input. Also, ich fass jetzt auch noch mal kurz die Punkte für die Hörer und Hörerinnen zusammen. Also, mehr handeln heißt nicht mehr Kontrolle, sondern meistens mehr Kosten, hatten wir gesagt. Gamification und auch Overconfidence sind einfach starke Fallen, die zu solchen Trades verleiten. Deswegen ... Sie sich immer, muss ich handeln oder will ich gerade handeln? Habe ich vielleicht auch bisschen Langeweile gehabt. Deswegen, ja, mit festen Regeln und Routinen kann man sich davor einfach sehr gut schützen und man verhindert einfach, dadurch die Performance nach und nach aufgefressen wird. Und vor allen Dingen vielleicht noch als Action-Item für all diejenigen, die sich jetzt auch ertappt fühlen. mal die Trades der Woche zu zählen, also wie viele waren es denn diese Woche, wären vielleicht weniger auch okay gewesen. ich würde an der Stelle auch noch mal wieder als Tipp geben, schicken Sie gern die Episode weiter an jemanden, der sein Depot behandelt wie ein Videospiel. Und retten Sie dieser Person jetzt, Rendite und Nerven. Und damit würde ich für heute auch diese Episode abschließen und mich wieder herzlich bedanken, Herr Kreuz. Ich glaube, wir haben wieder alle richtig viel gelernt. Und wir freuen uns auf viele weitere Fragen und noch mehr Antworten in den nächsten Wochen im Börsenbrain. damit sage ich vielen Dank nach Hamburg.

Nikolas Kreuz - INVIOS: Frau Weck hat mir eine große Freude gemacht. Lieben Dank zurück in die Schweiz.

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