#5 - Alle Eier in einem Korb? Warum Diversifikation Ihre beste Versicherung ist.
Shownotes
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Die 6 goldenen Regeln für rationales Investieren: 1. Ruhe bewahren – Kognition statt Emotion, Volatilität aushalten. 2. Dispositionseffekt vermeiden – Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen. 3. Einfachheit & Diversifikation – breit streuen, Kern-Satelliten-Strategie nutzen. 4. Antizyklisch handeln – günstig einkaufen, teuer verkaufen. 5. Kosten im Blick behalten – Aktivität gezielt steuern, unnötige Gebühren vermeiden. 6. Pareto-Prinzip nutzen – mit den wichtigsten 20 % der Maßnahmen 80 % Wirkung erzielen.
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Alexandra Weck: Willkommen zu einer neuen Folge vom BörsenBrain, ihr Podcast für Anlegerpsychologie. Und natürlich, wie jedes Mal, ich heute wieder den Navigator durch die Denkfehler der Finanzwelt in dieser Folge dabei, Nikolas Kreuz. Guten Morgen.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Moin aus der freien und Regenstadt Hamburg. In der Stadt, in der kluge köpfe Geld nicht den Zufall überlassen.
Alexandra Weck: Und heute in der Folge geht es darum, warum Daimler, Deutsche Bank und Immobilien nicht automatisch eine gute Depotbasis sind, nur weil sie ihnen vielleicht vertraut sind. Und wir decken heute psychologische Fallen auf, die sie zum Klumpenrisiko-Anleger machen können. Und wir haben auch heute natürlich typisch deutsch eine Fußballmetapher für sie mitgebracht. die Diversifikation hoffentlich für immer verständlich macht. Also heute geht es Diversifikation. Herr Kreuz ist ja auch eins Ihrer Lieblingsthemen. Sie sagen das ja auch immer, immer, immer wieder, gebetsmühlenartig. Lassen Sie uns doch da dann gleich mal heute einsteigen. was ist Diversifikation und warum ist das so wichtig und gibt es da auch vielleicht so ein paar Beispiele oder Sprüche aus dem Volksmund, mit denen man sich das besser vorstellen kann?
Nikolas Kreuz - INVIOS: in der Tat. Nicht alle in einen Korb legen. Ihr Gehirn liebt das, ihr Depot hasst es. Heute geht es um die Psychologie hinter dem größten Anlagefehlern Mangel der Diversifikation. Man sagt auch, das ist einzige Free-Lunch, das freie Mittagessen, was es ja in der realen Welt nicht gibt. Alles hat ja irgendwo auch eine Kausalität. Warum unser Gehirn diese Monokulturen liebt? Warum es an der Börse so gefährlich ist, wie sie ihr Depot richtig aufstellen. Wie sagt das so schön Jürgen Klopp in seinem Liverpooler Fußballstadion? Mittlerweile auch nicht mehr. Jetzt macht er das ja für einen großen deutschen Verein. Mit der perfekten Mischung aus Sicherheit und Offensive lässt sich alles gewinnen.
Alexandra Weck: Mhm. Mhm. Und wir haben jetzt auch noch eine weitere Kategorie diese Woche, die ... Das nervt mich grad so, Entschuldigung. Also, ich wollt noch mal auf den Mythos der Woche, weil das zu dem Thema ganz gut passt. Genau, okay. Und wir haben noch eine Kategorie für die treuen Hörerinnen und Hörer diese Woche mit dabei, und zwar ...
Nikolas Kreuz - INVIOS: Warte! Ja.
Alexandra Weck: Es ja immer so verschiedene Mythen, sich auch in der Finanzwelt ⁓ verschiedene Themen ranken. Und da wollen wir heute mal natürlich auch wieder reingehen. Und der Mythos der Woche für heute ist, ich investiere nur in Unternehmen, die ich verstehe. Herr Kreuz, wie sehen Sie das denn?
Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja, das ist der erste Fehler, man eigentlich schon in der Börse machen kann. Im ersten Step ist der sogenannte Psychological Bias, der dahinter steckt, ist die Verfügbarkeitsheuristik. Wir halten das für verständlich, was wir täglich sehen, was uns begegnet, kommt auch aus der Evolutionstheorie heraus. Ist gut belegbar Sie fahren BMW, dann verstehen Sie BMW. Sie nutzen SAP im Büro, dann verstehen Sie auch SAP. Dein Leuster Stuttgart, Ihr Nachbar arbeitet da.
Alexandra Weck: Mhm.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Also verstehen Sie Daimler. Und so wählt man seine Asset Allocation aus. Alles, was ich kenne, was mir vertraut ist, wo ich vermeintliches Verständnis habe, das kaufe ich dann. Und das ist eben halt nicht die Realität. So sollte man nicht an der Börse agieren, sondern harte Fakten zählen da letzten Endes nur. Die Vertrautheit ist ein weiterer Punkt. Das kann vielleicht auch zu Insiderwissen führen, aber im Grundsatz müssen Harte Fakten ... Portfoliokennzahlen, Geschäftsmodelle, Wettbewerbsposition, Marktrisiken, all diese Dinge in einem Gesamtkontext gesehen werden, genau diesen sogenannten Home bias oder diese Klumpenpsychologie, dieses Klumpenrisiko aus der Psychologie heraus zu vermeiden. Merksatz hier zu mitnehmen. Vertrautheit ist nicht gleich Verständnis und schon gar nicht gleich gute Rendite. Widerspricht sich sogar ein Teil.
Alexandra Weck: Also vielen Dank auch für das Aufklären dieses Mythos der Woche. Ich glaube, es haben sich auch wieder viele ertappt, erwischt oder angesprochen gefühlt. Also ich mich auf jeden Fall. Ich habe auch jetzt irgendwie die Jahrzehnte schon alle Anlegerfehler mitgemacht. Also insofern sehr spannend. Ich muss aber eine Sache trotzdem an der Stelle noch, also rein für mich vielleicht noch sagen. Ich habe bei Unternehmen, wo ich jetzt als Kunde, sage ich mal, tätig bin und eine richtige Begeisterung für das Unternehmen empfinde, weil ich merke, die haben guten Kundenservice etc. Da gucke ich es mir zumindest mal genauer an, sofern es börsennotiert ist, weil ich mir denke, wer es schafft, dauerhaft seine Kunden zu begeistern, schafft es vielleicht ja auch in der Zukunft profitabel zu sein und Gewinne zu machen. Aber natürlich, da haben Sie auch wieder Recht, es ist kein Garant und Ich bin daher auch sehr froh, dass wir diesen Podcast haben und ich immer eigentlich Sie fragen kann, wenn ich irgendwelche Fragen zu dem Thema habe. Genau.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Das freut mich. So sollte er auch gedacht sein. Ich glaube, es ist ganz wichtig, der Börse einer Weisheit zu folgen, mit Disziplin und Ruhe, aber im Grundsatz die Demut nicht vor dem Markt zu verlieren. Wir sind nicht allwissend und es ist besser, nicht die eigenen Fehler zu machen, sondern auch seinen Fehlern anderer zu lernen. Fehlervermeidung ist mit hoher Rendite korreliert. Also Fehlervermeidung, ist
Alexandra Weck: Mhm.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Der Grundsatz an der Börse, nichts anderes.
Alexandra Weck: Und wenn wir dann jetzt in das heutige Hauptthema noch mal zurückgehen, in die Diversifikation. Also, warum sind wir denn so anfällig dafür, nicht zu diversifizieren? Also warum ist denn unser Gehirn so ein Fan davon, alle Eier in einen Korb zu legen? Ja, wie man jetzt so schön sagt.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja, weil alles andere Dschungel ist. Es ist halt relativ unbekannt. Das Problem ist, dass wir in unserem Gehirn mit einer massigfaltigen Information-Overflow betroffen sind. Das heißt, wir lieben unsere klaren Strukturen, unsere Monokulturen. Das suggeriert uns Sicherheit. Stellen Sie sich vor, so eine Fußballmannschaft, wie würde ich die zusammenstellen? Unser Gehirn würde wahrscheinlich sagen, nehme Elfle Wandowskis oder ... 11 Müllers bringt aber nichts. Sind dann nur Stürmer im psychologischen Mechanismus, dass wir wie zur Telekom Aktie zu greifen, weil sie mir vertraut ist. Ich glaube, wenn man sich den Chart anschaut, die letzten Jahrzehnte mittlerweile, dann weiß man, dass das keine gute Idee war. Also der Psychological Bias ist hier der Home-Bias, also die Heimatmarktneigung bedeutet, wir investieren, ähnlich wie es der Japaner, der US Amerikaner auch macht. überproportional gerne im eigenen Land. ist sogar nach dem Pareto-Prinzip immer so die 80 Prozent. Wenn ich Portfolien sehe mit unseren Managern, dann ist da eine 80 prozentige Neigung. Deutsche Aktien, deutsche Staatsanleihen, deutsche Unternehmensanleihen, deutsche Immobilien, Reads, was auch immer. Gold ist vielleicht da gerade noch bisschen als fremde Währungsbeimischung zu sehen.
Alexandra Weck: Mhm.
Nikolas Kreuz - INVIOS: weil wir vermeintlich da uns sicherer fühlen oder vermeintlich auch bessere Informationen haben, ist aber mitnichten. Also ein Kunde aus Hamburg hat mit 70 Prozent deutsche Aktien weltweit sich ⁓ 97 Prozent aller Chancen genommen, weil die Börsenkapitalisierung, Daxis oder der deutschen, des deutschen Prime Standards macht lediglich weltweit nur 2,7 Prozent aus. Also ich nehme, wie gesagt, 97 Prozent, wenn ich nur in 3 Prozent der weltweiten
Alexandra Weck: Mhm. Mhm.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Steuern investiert bin. Das heißt, das führt zu einer höheren Volatilität im Markt, im Depot vor allen Dingen. Und wenn dann mal der DAX aus dieses Jahr ist aber wirklich ganz ausgesprungen und gut gelaufen. es gibt halt auch viele Jahre, wo es überproportional nicht gut läuft und dann andere Märkte besser laufen. Und danach muss man sein Portfolio schon auch teilweise zyklisch auch ausrichten. Wir sehen es ja auch gerade aktuell.
Alexandra Weck: Mmh.
Nikolas Kreuz - INVIOS: haben wir in der Branche doch durchaus einige Herausforderungen in Deutschland, weil der Automobilsektor in einem massiven Strukturproblem steckt. So würde ich es mal allgemein zusammenfassen. Also Deutschland steht stabil da. Deutschland ist wie gesagt schön dabei zu haben, aber ist halt untergewichtet in der weltweiten Kapitalisierung.
Alexandra Weck: Mhm. Aber dann ist ja eigentlich auch gut, wenn ich da mal kurz vielleicht einspringen darf, dann ist ja eigentlich, obwohl es ihr natürlich nicht gut ist, aber dann ist ja eigentlich zumindest fürs Portfolio gut, dass es keine großen Tech-Werte gibt in Deutschland, weil man dadurch natürlich dann gezwungen ist, auch wieder zu diversifizieren. Aber ja, das ist eigentlich traurig, aber...
Nikolas Kreuz - INVIOS: Wiedersehen. Ich widerspreche Ihnen ungern, aber wir haben vermeintlich große Tech-Werte, wenn wir mal Siemens und SAP sehen und die natürlich auch eine relativ starke Gewichtung auch im DAX ausmachen, so dass man ja auch schon nicht nur Gedankenplan hat, sondern auch den DAX mit einem Freefloat und mit einer beliebig hohen Gewichtung und die macht mehr als 10 Prozent mittlerweile auch aus bei SAP.
Alexandra Weck: Das stimmt. Mhm.
Nikolas Kreuz - INVIOS: dass man durch eine Gewichtung dann auch akzeptiert und sie nicht dann limitiert nach oben. Das beste Beispiel ist NVIDIA. Wir haben ja gestern auch Zahlen gehabt. Und das ist eine sogenannte Fear of missing out und Fear of loss Aktie, Weltaktie. Die Gewichtung von NVIDIA macht acht Prozent der S &P aus. sind 5,5. Entschuldigung, ich korrigiere. 4,4 Billionen US-Dollar. Das ist etwa das Bruttoinlandsprodukt von Deutschland. Das sind krasse Fehlgewichte, sind krasse Klumpenrisiken. Da sollte man drauf schauen und auch aufpassen, dass man eben halt diesen zweiten Psychological Bias nicht unterliegt, dieser Verfügbarkeitsheuristik.
Alexandra Weck: Mhm. Was bedeutet das? Also das können Sie das auch nochmal kurz erklären.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja, wir gewichten ganz einfach übermäßig das, was uns mental verfügbar ist. Ich höre jeden Tag von VW im Radio, also muss VW ein wichtiger Player sein am Markt, muss VW also ins Depot. Ich jeden Tag einen Tester, also ist Tester die Zukunft. Evolution hat uns halt darauf programmiert.
Alexandra Weck: Mhm.
Nikolas Kreuz - INVIOS: dass wir nah und vertrautes bevorzugen. In der Steinzeit war das überlebenswichtig. Das ist also nicht nur ein soziales Phänomen, sondern es hat uns beim Überleben geholfen und an der Börse ist es leider ein Renditekiller. Genau gegen diese gelernten Mechanismen, Reaktionen, dagegen muss man angehen.
Alexandra Weck: Hm. Da habe ich jetzt noch mal vielleicht ein Streitthema gefunden. Und zwar... Sehr gut, sehr gut. Weil ich könnte mir vorstellen, jetzt der eine... Weil das ist so mein Gedankenkarussell gerade. Und ich könnte mir vorstellen, dass das bei dem einen oder anderen, der zuhört oder auch anlegt oder anlegen möchte, jetzt auch losgeht. Wie ist das mit Arbeitgeberaktien dann? Weil man hat natürlich einerseits, man möchte ja irgendwo...
Nikolas Kreuz - INVIOS: Das war es heute.
Alexandra Weck: am Erfolg des Unternehmens beteiligt werden. Das ist natürlich der eine Faktor. Der andere ist, man glaubt ja vielleicht auch natürlich oder idealerweise an seinen Arbeitgeber. Also warum nicht auch Aktien haben? Aber es ist natürlich auch ein doppeltes Risiko, ⁓ man diversifiziert ja nicht seine Einkommensströme, weil man bezieht ja das Einkommen schon von dem Arbeitgeber. Also ... Ich glaub, Sie verstehen, worauf ich hinaus will. Wie kann man mit dem Thema jetzt psychologisch sinnvoll umgehen?
Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja, auch da setzt man sich einfach eine bestimmte Regel, die man dann auch befolgt. Ich kann Ihnen sagen, ich habe für eine der größten deutschen Banken gearbeitet, die auch diesen Namen im Firmenlogo trägt. da gab es auch Mitarbeiteraktien. Die hat man zu zu halten einen gewissen Zeitraum und dann hat man die verkauft. Die Portfolienmanager, die daran gehalten haben, haben teilweise dann ein Klumpenrisiko bekommen. Und man sah dann ja auch
Alexandra Weck: Mhm.
Nikolas Kreuz - INVIOS: wie man aus einem dreistelligen Kurs dann sogar einen einstelligen Kurs reinfuhr. Also, auch mal Gewinne zu realisieren mit diesen vermeintlichen Kenntnissen auch innerhalb einer Firma weiß man, glaube ich, auch sehr gut umzugehen, vertraulich. Aber solche Dinge dann eben auch immer wieder zu rebalancen, so sagen wir das, Dinge, die gut gelaufen sind, eben auch mal wieder zu kappen, Gewinne mitzunehmen. Davon ist ja bekanntermaßen noch nie einer arm geworden durch Gewinnmitnahmen und das in einer guten Balance zu halten.
Alexandra Weck: Mhm.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Und dafür sich an festen Terminen immer wieder auch dann entsprechend von Aktien zu trennen, weil sich automatisch durch diesen Sparplan eine Fehlgewichtung aufbaut, wenn der Kurs entsprechend läuft.
Alexandra Weck: Mhm. Ja, ich kann mich da auch noch erinnern, ganz am Anfang in meiner Bankausbildung hatten wir auch einen Kunden im Private Banking und der hatte ein riesiges Depot und ich dachte so, boah, Wahnsinnsdepot, ne? Also nur, wenn man das halt rein im System ansieht von der Zahl her und dann waren halt nur BMW-Aktien drin. Das war halt irgendein...
Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja.
Alexandra Weck: auch hochrangiger BMW-Manager, Mitarbeiter. Und ja, genau, da hat man das dann sehr schön gesehen. Es war auch sicherlich nicht sein einziges Depot, aber das war wahrscheinlich nur genau für diesen Zweck das gedacht.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Das ist der Bias. Kenn ich zuhauf auch von Mandanten, die in Film, Funk und Fernsehen dann auch vermeintliche Insider-Kenntnisse haben, weil sie für eine bestimmte Mannschaft spielen und dann muss man eben auch die entsprechende Aktie dann auch haben. ist dieses Gefühl, wie nennt es, Illusion of Control, also dass man das Gefühl hat, Man steckt in einer Branche gut drin, hat darüber mehr Kontrolle, kann Kontrolleillusionen, ich kenne mich mit Immobilien aus, also konzentriere ich mich da drauf. Das ist eine Illusionskontrolle, lernt man auch im ersten Semester, dass man eben halt über nichts in der Welt Kontrolle hat. Das ist vermeintlich nur ein Gefühl und Gefühle sind ja nicht die Realität.
Alexandra Weck: Mhm. Mhm.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Konzentration vermeintlich mehr Kontrolle darüber zu haben, das bedeutet einfach nur mehr Risiken im Portfolio zu haben. Und da ist wieder das Thema Diversifikation das ist das einzige Freelunch.
Alexandra Weck: Das heißt, wenn wir nochmal auf unsere Fußballmetapher zurückgehen, also keine Mannschaft mit elf Stürmern, würden sie nicht empfehlen.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Ich glaube da ist man nicht... Auch wenn man Jürgen Klopp heißt, ich schätze nicht, dass er das so aufgestellt würde. Ich würde niemals elf Stimme aufstellen. Warum denn auch? Also jeder hat sich ja spezialisiert. So sehen wir das ja auch in Unternehmen. Das ist das sogenannte Alpha, was man steigert. Ich würde mir nicht zutrauen, Brötchen zu backen. Das ist sicherlich nicht schmackhaft. Da vertraue ich dann dem Bäcker oder der Bäckerin meines Vertrauens und dann gehe ich dahinten und kaufe das. Und genauso muss man das sehen. Es sind unterschiedliche Rollen und zu Diversifikationen suche ich mir. jeweiligen Experten. Davon hatten wir es ja schon gerade, den Spezialisten in seiner Rolle, wo er dann auch reüssiert. Und dabei mische ich es. Es geht also die perfekte Mischung, genauso wie im Fußball, da hat man ein Torwart, meistens sind die Stürmer nicht befähigt, gute Torhüter zu spielen.
Alexandra Weck: Also, was der im Fußball macht, ist logisch, aber was ist der Torwart fürs Depot? Wie sieht der Torwart fürs Depot aus?
Nikolas Kreuz - INVIOS: ist maximal konservativ, bringt Ruhe rein, reduziert die Volatilität und hält eben auch bei Sturm mal den einen oder anderen scharf geschossenen Ball. Das können als Sicherheitsbaustein Staatsanleihen sein. Das ist sicherlich auch ein Teil Festgeld, wenn es gut verzinst wird. Gold, wenn man diese Volatilität eben nicht komplett außen vor sieht, Gold ist volatil, in der Historie als vermeintlich Safe Haven, als sicherer Hafen trotzdem auch eine Volatilität von knapp 16 %, das heißt den Mittelwert nach oben, also unten schwankt es.
Alexandra Weck: Gut, meine, es ist ja wie mit Manuel Neuer. Also ich meine, an die WM damals, können wir uns glaube ich alle noch erinnern. Ich glaube, das war das Spiel gegen Algerien, wo er Ende ja eher auch noch rausgegangen ist und gespielt hat. Da war er eigentlich so der sichere Hafen im Tor, aber trotzdem war er auch draußen. Also das passt eigentlich so auf die Goldanalogie, gerade was ich so sage.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Ich schätze Ihre Kompetenz, insbesondere am Fußball, jetzt sind Sie mir weit voraus.
Alexandra Weck: Na, das sieht nur so aus, Herr Kreuz. Man kann ja hier immer mal wieder so ein paar kleine persönliche Sachen teilen im Podcast. Also ich verfolge auch wirklich nur so was wie WM und dergleichen. Also ich gucke tatsächlich sogar lieber auch Eishockey oder andere Sportarten als Fußball. Außer Handball, das finde ich ganz langweilig anzugucken. Aber das ist nur meine persönliche Meinung und ich oute mich da jetzt einfach mal.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Ich...
Alexandra Weck: Ich bin kein Fußballexperte.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Ich mich maul. Ich mach Fingerski gerne.
Alexandra Weck: Was?
Nikolas Kreuz - INVIOS: Fingerskih oder Fingerskateboarden. war ein Spaß. kennt ihr vielleicht aus dem Büro hat man dann so ein Ski, da steckt man den Finger drauf und dann kann man damit irgendwelche fiktiven Pipelines rumfahren. Aber wenn man Witz erklären muss, dann ist es halt nicht mehr witzig. Lassen Sie uns jetzt nochmal in die Verteidigung gehen.
Alexandra Weck: Das ist was? Achso, ja gut. Genau, genau. Also wer verteidigt denn das Depot? Also der Torhüter haben wir gerade geklärt und jetzt die Depot-Verteidigung.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Breitendiversifikation würde ich immer breit auf mindestens drei oder vier Schultern verteilen. Nicht da alleine einen hinten stehen lassen oder zwei, sondern ETFs, die breit aufgestellt sind. Da kann man Rohstoffe mit wählen, müssen austabiert sein. Ich würde auf jeden Fall keine Einzelaktien, sondern da im breiten Fokus breit diversifizieren, kann man durchaus wenden. Papiere, Staatsanlagen sind relativ konservativ. Man muss dort auch noch nicht mal das Währungsrisiko eingehen. Also in Euro denominierte ETFs halte ich für einen klugen Weg. Und wenn man schnapps mehr Risiko, also die Defensive ein bisschen weiter nach vorne verlagern will, das Spiel schneller zu machen, dann könnte man rein theoretisch auch nochmal über Unternehmensanlagen nachdenken.
Alexandra Weck: Mhm.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Da gibt es sehr gute Indizes von Bloomberg und eine Vielzahl an kompetentiven Verteidigern im ETF-Bereich. Breit diversifiziert, man könnte auch über sogenannte Smart Beta Varianten Low-Vola-Produkte nachdenken. Das heißt also in sehr defensive Aktien, in einem breiten Basket oder vielleicht auch sehr defensive Mischfonds, gute aktive Manager, aber auch da geht genau das umgekehrte Prinzip, während bei ETFs ja größer sexy ist, soll es bei Mischfonds oder generell bei aktiven Fonds durchaus kleinere Fonds sein, die sehr viel flexibler, wie kleine Schnellböcke, entsprechend auch gut navigieren können. das wird im Zuge einer Marktentwicklung, die jetzt schon auch immer wieder neue Alltime-Highs entwickelt, irgendwann wird die Korrektur kommen. Das ist so sicher wie das Arme in der Kirche.
Alexandra Weck: Mhm. Mhm. Okay, ja, spannend auf jeden Fall. Also ich glaube, da hat jetzt jeder hoffentlich mal verstanden, wie viel Arbeit auch dahinter steckt. Ein vernünftiges Depot, was in der Champions League spielen kann, das auch aufzusetzen. Und wir hatten das ja auch in den letzten Folgen schon mal, wo sie auch gesagt hatten, die Menschen verwenden einfach viel zu wenig Zeit.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Vielen Dank.
Alexandra Weck: auf dieses Thema. wenn man sich jetzt dieses hier auch nochmal heute anhört und ansieht, dann ist es eigentlich relativ klar, dass man sich vielleicht einfach mal ein bisschen mehr Zeit auch für das ganze Thema nehmen sollte. Haben wir zum Thema Diversifikation noch ein paar Slides an der Stelle?
Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja, danke für die Überleitung. Selbstverständlich. Wenn wir einfach mal auf den Slide 3 eingehen, das ist ein relativ bunter Flickenteppich. Das ist einer aus unserem Institut immer wieder aktualisierte Zahlenstrahl. Wir haben dort die Asset Klassen entsprechend ihrer Performance gewichtet. Die best performen Asset Klassen. Vermögensklassen, die stehen oben, die im Schlitt des Performen stehen weiter unten. Man sieht, es gibt keine Systematik. Also wenn man zum Beispiel 2021 gesetzt hätte, dann wäre man 2022 schlecht beraten gewesen. Und wenn man 2022 dann auf die top Performen der Assetklasse Rohstoffe gesetzt hätte, dann hätte man entsprechend 23 und sogar auf 24 eher.
Alexandra Weck: Mhm.
Nikolas Kreuz - INVIOS: ein eher unterdurchschnittliches Anlageergebnis erzielt. Man sieht es auch in Gold, das kann man gut nachvollziehen, temporär mal oben, dann auch wieder außerhalb der Asset-Klassen-Gewinnergewichtung sehen. Dieser Flickenteppich zeigt einfach, dass wir alle nur die homo-irrationalis-Generation am Kapitalmarkt sind. Das heißt, wir folgen den nächsten Trend und Der Trend wird irgendwo gesetzt, dann bricht er weg und dann kommt ein nächster. Man kann da keine Systematik feststellen, dass was im letzten Jahr gut gelaufen ist, kann, muss und passiert in der Regel auch nicht, wird im darauffolgenden Jahr auch weiter top perfekter. Und wenn man sich das einfach zu wirklich verinnerlicht hat, dann weiß man, dass man über Diversifikation, also Streuung, Risikostreuung, aber auch Chancenstreuung, also Renditen,
Alexandra Weck: Mhm.
Nikolas Kreuz - INVIOS: an anderen Kapitalmärkten auch daran zu profitieren und nicht nur singulär mit Scheuklappen auf den DAX zu schauen oder auf das, was ich vermeintlich kenne, dann ist man da eigentlich ganz gut beraten. das, unser Institut aus diesen 125 Anlagefehlern ja auch reduziert hat auf sechs goldene Regeln klingt ein bisschen wie beim Chinesen, sind aber mehr, es steckt mehr drin an Know-how. Also wir haben dort sechs goldene Investmentregeln entwickelt. Und da ist eben auch das Pareto-Prinzip. D.h. Diversifikation erziele ich eben auch, indem ich, wenn man jetzt auf den vierten Slide schaut, sehen Sie zwei Diagramme Sie haben im Herzen einen ETF-Kern, den Sie mit ruhiger Hand auch stabil halten. Damit laufen Sie mit dem Markt Beta zusammen. D.h. ein ETF-Kern aus konservativen ETFs mit Anleihen, Staatsanleihencharakter.
Alexandra Weck: Mhm.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Und ein ETF-Kern, der breite Diversifikation in MSCI World oder breite Leitindizis kostengünstig widerspiegelt. Und wenn dann wirklich so ein exogener Schock kommt, wie Corona die Ecke oder Lehman, dann muss man aktiv werden. Dann muss man wirklich massiv schnell mit 20 Prozent Aufwand, aber 80 Prozent Wirkungsgrad dann im Kern was verändern. So, und das Alkohol, das schalte ich einfach so, wie wir darüber gesprochen haben, auch im Sturm, wenn wir darüber gleich auch nochmal sprechen werden.
Alexandra Weck: Mhm.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Da werden Branchen trennt, kleine Beinmischungen mit reingewählt, auch vielleicht mal Einzelaktien. Aber bitte, bitte alles auch nur in homöopathischen Dosen. Also Diversifikation, Regel drei und sechs wären auf dem Slide fünf Simplizität, Effektivität und Diversifikation. ist wirklich das Nonplusultra. 90 Prozent des Anlageerfolges wird dadurch determiniert. Und dann haben Sie jetzt mit der Regel
Alexandra Weck: Mhm. Mhm.
Nikolas Kreuz - INVIOS: auf der Folie 6, eben das Pareto-Prinzip mit solch einem, wie gerade im Kernsatellitenansatz, mit ruhiger Hand den Kern zu steuern, da das Marktbeton mit dem Markt mitzulaufen und dann das Alpha, so macht es eben auch sehr, sehr viele Vermögensverwalter, genau nach dem Motto schalte ich dann das Alpha ein und gehe damit mit wenig Unkorreliertheit dann eben halt schalte ich bestimmte Satelliten an.
Alexandra Weck: Mhm.
Nikolas Kreuz - INVIOS: und versuche dort den Trend mitzunehmen und Gewinne dann eher zu realisieren. ⁓
Alexandra Weck: Und alle, jetzt wie immer nur zuhören, wir blenden das natürlich auf YouTube ein. man kann jederzeit auf den YouTube-Kanal wechseln. Aber ich verlinke auf jeden Fall die Slides in den Show Notes. Also es kann sich dann auch jeder, der das nochmal nachschauen will, dann auch sehr einfach dort, ja, finden und sich nochmal angucken. Genau. Also wenn wir jetzt mal auf diese goldenen Regeln gehen, das heißt, alles das haben Telekom-Anleger nicht gemacht. Ja, also würde ich jetzt mal so sagen. Oder viele von denen. Telekom war ja auch, und ich weiß es ja, weil meine Eltern, also mein Vater hat ja heimlich mitgemacht, ohne meiner Mutter das zu sagen. Und ja, ja und also ...
Nikolas Kreuz - INVIOS: Sehr schlecht.
Alexandra Weck: Er muss jetzt einfach damit leben, dass die Welt das weiß. er war ja auch nicht alleine. Er war ja nicht der Einzige. Und glaube, es ist wichtig, dass man solche Anekdoten auch immer wieder mal erzählt. Weil am Ende es hat dafür gesorgt, dass meine Mutter jahrzehntelang, also meine Eltern sind auch schon lange nicht mehr zusammen, aber meine Mutter hat dann jahrzehntelang ... ihr gut verdientes Geld einfach auch nicht investiert. Mittlerweile macht sie das. Sie macht, genauso wie Sie jetzt auch gesagt haben, ETFs und Sparpläne und einfach immer wieder. Sie macht das jetzt, aber sie hat wirklich 30 Jahre nichts gemacht, weil sie so sehr Angst vor dem Thema Börse hatte, als sie das durch meinen Vater gemerkt hat. Übrigens, das war auch nicht der Scheidungsgrund. Aber das kann natürlich in Familien zum Scheidungsgrund werden. Also vielleicht auch hier für alle, die keinen Streit mit ihrem Partner wollen, sich vielleicht lieber an solche Anlageprinzipien halten. Das ist vielleicht auch ein gutes Rezept für die eine oder andere Beziehung, damit nicht die Ehe am Depot kaputt geht. Ja, aber wir sind abgeschweift. Telekom.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja,
Alexandra Weck: Das kriegen wir hin, Herr Kreuz, das kriegen wir hin. Es muss ja auch bisschen Entertainment sein für die Zuhörer.
Nikolas Kreuz - INVIOS: absolut, das gehört mir dazu. Das bunteste Gefieder hatten wir ja schon, der lauteste Vogel. Gibt halt auch immer die größte Aufmerksamkeit. So wie es bei der Telekom halt im März 2000 war. Ich glaube aber, ohne ihre Eltern zu nahe zu treten, da sind zwei große Fehler passiert. ihrer Mutter ist vielleicht sogar noch größer.
Alexandra Weck: Genau.
Nikolas Kreuz - INVIOS: eben halt nicht Timing in the Market, sondern auch noch nicht mal Time in the Market. Also nicht auch frühzeitig anzufangen. Und wir wissen alle, wenn wir 500 Euro über 25 Jahre sparen bei einer durchschnittlichen Rendite von knapp 6 Prozent netto, das ist durchaus für internationale Anlagen nicht unüblich, dann sind Sie Millionär. Also Sie müssen sich die Zeit nehmen. Der Faktor Zeit ist mit einer der wesentlichsten Faktoren an der Börse.
Alexandra Weck: Mhm.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Alles andere führt dann nicht zu einer Investition, sondern eher zu einer Spekulation, indem ich diese Zeitachse verkürze. Und das ist nachteilig. Und das zweite, das hatten wir heute schon ausgiebig besprochen, ist eben die Diversifikation. All die IT-Aktien, vermeintlichen Millionär, 2,8 Millionen Deutsche, haben Telekom-Aktien gekauft. Das liegt wie Blei in den Depots. da ist halt noch ein Faktor zu sehen.
Alexandra Weck: well.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Wir messen Verluste halt extrem viel bei. Das heißt, so eine Aktie, die um 100 Euro fällt, tut uns doppelt so weh, wie eine Aktie, die um 100 Euro steigt vom Verhältnis. Und das sehen wir halt auch bei der Telekom. Dann hat man sich die Finger verbrannt und dann leigt man dazu, gar nichts zu machen, was aber genau der falsche Reflex ist. Man sollte dann weiter beherzt, jetzt nicht gut durchs Geld dem Schlechten hinterher werfen, aber eben über eine breite Diversifikation dann entsprechend auch weiter zu partizipieren. haben es ja gesehen, ohne dass das hier eine Anlageempfehlung ist, aber wenn man sich mal den fulminanten Ritt von April bis jetzt auch bei der Nvidia-Aktie anschaut, die Entwicklung 1300 Prozent in letzten vier Jahren.
Alexandra Weck: Mhm.
Nikolas Kreuz - INVIOS: dass man dann das Telekom-Kapital wiederum in den Widerrein gesetzt. Dabei sehen Sie auch, wie wichtig es ist, eben nicht auf das vermeintlich lauteste, plakativste Werbeangebot reinzufallen. Auch all die Influencer, die da frei drehen und mit 2000 Euro in drei Monaten 10.000 Euro versprechen, eben da wirklich versuchen, das Gehirn einzuschalten, mit klarem Menschenverstand zu investieren.
Alexandra Weck: Mhm.
Nikolas Kreuz - INVIOS: funktioniert es in aller Regel auch eben nicht, alle Eier in einen Korb zu legen, sondern bereit zu diversifizieren. Das ist auch ein psychologischer Schutz, weil mathematisch reduzieren sie das Risiko. Und wenn sie weniger verlieren, weil man wegen der Telekom nur marginal im Depot ist, mit 1-2 % gewichtet, dann fällt es nicht auf. Das beste Beispiel ist Wirecard. Wirecard ist ein Totalausfall gewesen. Viele Banken, viele Investoren reingegangen, vermeintlich auch noch kurz vor dem
Alexandra Weck: Mhm. ja.
Nikolas Kreuz - INVIOS: vor dem vermeintlichen Blackout und am Ende, Dax war es nur ein kleiner Hupfer, ist sofort außennivelliert worden. Das schützt halt gegen Panikverkäufe. Wenn sie so eine kleine Gewichtung nur drin haben, dann beginnt dann nicht Fear of Loss zu wirken, wo sie dann in Panik über die Sollausstoß, über die Nebennieren und auch im Gehirn passiert einiges, was sie immer zu schlechten, zu schlechten panischen Reaktionen führt und dann
Alexandra Weck: Mhm. Mhm.
Nikolas Kreuz - INVIOS: zum schlechtesten Zeitpunkt verkaufen. Teuer einkaufen, günstig verkaufen. Das ist eine Garantie, sein Vermögen aus dem großen Vermögen Kleines zu machen.
Alexandra Weck: Und es ist ja auch ein Thema gegen FOMO. Wir haben das ja auch jetzt schon ein paar Mal diskutiert. die Fear of Missing Out und wenn halt zum Beispiel alle über Bitcoin reden oder über jetzt zum Beispiel auch NVIDIA und man hat gar nichts, dann entsteht dieses Gefühl, weil man verpasst ja dann was. Aber wenn man nur ein bisschen was davon im Depot hat, dann kann man sich entspannt zurücklehnen und sagen, naja, ich bin ja dabei und es ist alles gut. Deswegen gibt es ja auch immer mehr Banken, die ja auch Bitcoin oder auch andere alternative Anlagen zu einem klitzekleinen Teil in die Portfolien reinnehmen. Weil wenn es hochvolatil ist, dann passiert mit dieser 1-2 % Position nicht viel im Gesamtportfolio. Aber wenn das natürlich stark steigt, dann nimmt man einfach ein paar Sachen trotzdem mit.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja, Absolut. Also Fear of Missing Out ist ein Sozialphänomen, das ist klassisch konditioniert. Das ist die Gier, Neid, Neid-Gier-Komplex in der Form, dass man halt auch
Alexandra Weck: Kennen Sie noch Sommer Schlussverkauf?
Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja, natürlich. Sale ist ein riesen Wort mit unterschiedlicher Farbe. Sie überall an den Wänden sehen. Es ist ein Reizwort, es ein Signalwort. Es genauso wie der Ankerpreis. Und da schaut man da drauf. Aber dieses Gefühl, nicht dabei zu sein, das triggert einen an diesem Neid- und Gierkomplex. Das ist aber gelerntes, angelerntes
Alexandra Weck: Ja Ja.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Wissen ist ein angelerntes Verhaltensmuster, Fear of Loss, die Angst, das was wir auch gerade beschrieben haben, evolutionär wichtig war. Wir hatten Angst, etwas zu verlieren. Wir haben den Kreisbatzen festgehalten. Wir haben versucht, Dingen auch rauszukommen in der Höhle. Da war die Lust halt auch exorbitant größer gefühlt.
Alexandra Weck: Mhm.
Nikolas Kreuz - INVIOS: wenn man in den Winter reinging und die Hälfte der Ernte verloren hatte. Also wurde man eher vorsichtiger. Man sieht es auch, die Amygdala und die Inferiore Insula, die beiden Zentren für Angst im Gehirn, sind etwa vom Volumen her im Gehirn 13-mal größer als der Nucleus accumbens, der der Gier, das Wolle-Gefühl durch Dopaminausstoß, das Belohnungszentrum aktiviert.
Alexandra Weck: Mhm.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Wenn man das versteht, und sonst immer zwischen fear of missing out und fear of loss, da irgendwo eine gute Balance schaffen muss, indem man genau das Gegenteil macht von dem, man als ersten einfachen Gedankengang verfolgen möchte, dann ist man gut beraten, also antizyklisch diversifiziert zu investieren. Also kongzyklig verkaufen in die
Alexandra Weck: Mhm. Mhm.
Nikolas Kreuz - INVIOS: in den Aufwärtstrend rein zu verkaufen, wenn irgendwann mal eine gewisse Höhe erreicht ist. Und den Dip zu kaufen, also günstig einzukaufen, teuer zu verkaufen. Das ist letzten Endes das. Und dann mit dem ...
Alexandra Weck: Und immer ... und immer mit dem Sparplan am 15.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja, richtig, genau. Das ist ja auch wieder unsere Geo Way. Das das Einfachste, einfach mal einen Sparplan von erst auf den 15. umzulegen.
Alexandra Weck: Genau. Ja, genau, genau. Und das Thema Diversifikation, wir hatten es ja auch schon in der Folge häufiger, also gegen die Home-Bias. Also man zwingt sich dazu, breit zu investieren weltweit. Und man nimmt eben überall auch dann alles mit. Und das ist eben genauso wie jetzt die Leute, die jetzt vielleicht übergewichtet waren, auch in USA die letzten Jahre.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja.
Alexandra Weck: Das war vielleicht auch nicht immer das Beste, manchmal schon, manchmal weniger. Und man hat aber da genau dann den DAX verpasst, was ja eben schade gewesen wäre. Home-Bias, das würde ich auf jeden Fall auch noch mal mitnehmen. Wenn wir jetzt mal in die Praxis gehen, in die praktische Umsetzung, was die Anleger jetzt mal wieder als Erstes machen können. Also, ich habe jetzt schon mal mitgenommen. Ich gucke jetzt noch mal in mein Depot und schaue auch noch mal wirklich drauf, welche Länder sind so drin. Also ich weiß es bei mir zwar schon, aber ich bin auch dem Home-Bias verfallen, aber umgekehrt, weil ich ja selber aus Deutschland ausgewandert bin, habe ich einfach gar nichts Deutsches mehr in meinem Portfolio und das vielleicht auch nicht so gut. Also ich bin da auf jeden Fall auch wieder vorne mit dabei und ich werde mich auch noch mal hinsetzen die Woche und mir das Depot genau anschauen. Also auf jeden Fall Depotanalyse nochmal. Was könnten jetzt Anleger noch machen aufgrund des heutigen Podcasts?
Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja, im Grundsatz gilt es dabei, wirklich psychologisch diesen Verhaltensanomalien bewusst zu werden, daraus eben auch ein smartes Depot zu entwickeln. Und ein smartes Depot kann ein 4-4-2er Depot sein, nennen wir es einfach mal so in der Systematik, dass man 40 Prozent in der Basis, in der Verteidigung hat, 20 Prozent dann vor einem Sturm und im Mittelbau eben auch noch 40 Prozent. Das kann so aufgebaut sein, dass man im Grundsatz hinten zur Verteidigung und weiter ein bisschen nach vorne ins mittlere Feld mit dem MSCI World agiert, internationale Großkonzerne, Low-Vola spielt, equal weighted, also alles gleichgewichtet, das würde ein bisschen konservativer die Ausrichtung darstellen, dann nimmt man Staatsanleihen mit 20 % rein, Festgeld, Gold hatten wir ja drüber gesprochen. Also, Sicherheit über die Laufzeiten, das auch zu spielen. Und im Mittleren fällt dann mit flexiblen Mischfonds, eventuell mit Faktor-ETFs, Value, Dividende, Low-Vola, wir hatten es gerade an den Punkten, wo man einfach vermeintlich aus diesem höheren Risikobereich der Wachstumswerte eben mal rausdiversifiziert. Immobilien, Reads hatten wir gerade auch schon in den Folien. Immobilien ETFs und wie gesagt im Sturm damit mit guten aggressiven Mischfonds vielleicht klein flexibel, also das Gegenteil von der ETF-Wild, den MSC-Avortprodukten, wo man mehr auf Größe, auf Kosten achten sollte. Und dann mit dem offensiven Sturm vielleicht über die einzelnen Aktienthemen, Trendfonds, Sektor ETFs. Das wäre einfach in der Überlegung durchaus sinnvoll, weil man breit diversifiziert. Sie hatten es gerade angeführt. haben signifikant auch aus der Portfolio Theorie einen positiven Impact aus Bitcoin bzw. aus der Krypto-digitalen Währung heraus. Das heißt, sie sind mit allen anderen Asset Klassen eher unkorreliert. Früher hatten wir eine höhere Korrelation zu Kupfer, dann mit der Nasdaq, aber mittlerweile ist da eine gewisse Unkorreliertheit. Das heißt, es führt zu einem positiven Impact, also zum positiven Einfluss. Praktisch mit einem 3-Schritte-Plan vielleicht, wenn man diese Aggregation 442 im Hinterkopf hat, also 40%, 40 % und 20%, da kann man über 3-Schritte-Logik sagen, ich analysiere das Depot, schauen wir das ehrlich an, in welchen Ländern, Branchen ich unterwegs bin, wo ist Deutschlandgewicht irgendwo zu reduzieren. und versuche weiter das Kundenrisiko, Branchenrisiko etc. einfach zu diversifizieren. Der zweite Schritt ist dann Zielgrößen dann auch zu definieren und da dann entsprechend mit einfachen ETFs, guten Fonds, wenn man das nicht selber abbilden möchte, dann streuen sie halt maximal. Und das eben auch in einem bestimmten Zeitraum zu machen, macht es Sinn, im Quartal, einmal im halben Jahr dieses Rebalancing auch durchzuführen, man durch exogene Schocks, Tech-Risiken, Finanzkrise 2008, das haben wir alles gesehen. Corona, wie es die Reiseindustrie getroffen hat, dass man immer nicht zu sehr in einer Branche abdrückt, das immer zu rebalancen. Wenn man damit überfordert ist, weil man das zeitlich nicht schafft, weil man dazu keine Lust hat, keine Neigung, dann wirklich jemandem das anzuvertrauen, der ist dann professionell in dieser Form managt, der vermeintlich größeres Alpha hat und da auch nicht immer nur auf diese Joghurttester (Influencer) zu setzen.
Alexandra Weck: Mhm.
Nikolas Kreuz - INVIOS: die da schön auf irgendwelchen sich öffnenden Banken schließfächern wollte ich schon sagen, aber an den Türen stehen, da frei von diesen schönen Werbeversprechen auf irgendwelchen gelabelt zu schauen, wer kann mein Vermögen vermehren, wer macht das objektiv, wer macht das eben zu einem vertretbaren Kostenrahmen und dann eben auch dazu streuen, unterschiedliche Investments.
Alexandra Weck: Mhm. Mhm.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Strategien, Investmentfähigkeiten, Investmentmanager, die unterschiedliche Strategien haben. Das kann man sehr schön mischen und die Mischung macht es.
Alexandra Weck: Also auch bei den Fondsmanagern diversifizieren.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Eindeutig, ich kenne aus meiner Vergangenheit diverse Banken, baut sich eine kleine Kompetenz auf. Da gibt es einen guten Leiter, da gibt es ein gutes Team und dann haben sie da im Fixed Income Bereich oder im Equity Bereich Spezialisten, die dann auch wirklich Alpha generieren. Kapitalverwaltungsgesellschaften, die im Aktienbereich gut sind, sind in der Regel nicht gut im Fixed Income Bereich und umgekehrt. Und es gibt Know-how, was man sich Je kleiner man in einer Nische unterwegs ist, baut man Alpha auf im Portfolienmanagement. Je breiter Sie Ihre Portfolien aufbauen, desto geringer ist das Alpha, ist dieser Vorteil, Bauchgefühl, auch immer es ist, Insider-Kennnisse, die Sie erreichen durch die Spezialisierung in kleineren Märkten wirklich ein Vorteil, ein Rendite-Vorteil gegenüber den breiter aufgestellten Index-Trackern. Aber je breiter Sie sich aufstellen, je weiter die Diversifikation erfolgt, irgendwann ist dann der MSI-A-World wirklich der Goldstandard, den dann auch die wenigsten Fondsmanager kontinuierlich, stetig über einen langen Zeitraum überhaupt schlagen. Das ist dann nur noch ein Bruchteil dessen. Aber je spezialisierter man sich aufstellt mit einer Beimischung, wir hatten es ja gerade über die Satelliten, desto sinnvoller ist es dann auch über die Fondsmanager, über die Anlagestiele zu streuen.
Alexandra Weck: Spannend. Ja, da haben wir heute sehr viel gelernt über Diversifikation auf jeden Fall. Und wenn ich das so zusammenfassen würde, dann ist Diversifikation eine, ja wie eine gute Versicherung. Man merkt den Wert meistens erst dann, wenn man es wirklich braucht. damit eben auch das Depot, ich sag mal Champions League reif ist, braucht es eben auch ein Team für genau das. mit Spezialisten, wie Sie gerade gesagt haben, für jede Situation und eben nicht nur auch elf Einzelkämpfer. Und daher würde ich auch heute nochmal an alle, die jetzt zuhören und wieder was umsetzen wollen, auch sagen, hinterfragen Sie Ihre verständlicheren Investments, also die Dinge, wo Sie glauben, Sie wüssten, was dahinter steht und dann auch wieder gerne in das Investmenttagebuch vielleicht schauen, warum habe ich das damals gekauft, hatten wir ja jetzt auch schon ein paar Mal gesagt. Und eben auch immer wieder sich selber zu hinterfragen und auch zu sagen, okay, Vertrautheit ist kein Kriterium alleine und vor allen Dingen auch international denken schadet nie, weil wir haben es gesehen, die Wirtschaft kann sich verändern in dem einen Land, die Politik kann sich jeden Tag verändern, da haben wir gar keinen Einfluss drauf. Also zumindest in der Schweiz schon durch die Direktabstimmung, aber also ich nicht, ich darf ja nicht. Genau. deswegen, die Chancen liegen eben auch manchmal da, wo man es nicht vermutet und das schützt eben auch die Rendite auf jeden Fall. Herr Kreuz, vielen Dank für diese wieder sehr intensive Folge. hat mir sehr viel Freude auch gemacht und ich glaube, wir haben heute wieder ganz viel verständlich gemacht und aufgedeckt und vielen Dank an der Stelle.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Ich habe zu danken und dann, bis dahin, investieren Sie klug und nicht nur vertraut. Ihr Nicolas Kreuz aus Hamburg.
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