#7 - Zukunft schenken: Mit System statt Spielzeug – der erste Schritt zum Vermögen für Ihr Kind oder Enkelkind
Shownotes
📌 Mehr zu INVIOS und Behavioral Finance: 🌐 Website: www.invios.de 📩 Kontakt zu Nikolas Kreuz: LinkedIn-Profil
Die 6 goldenen Regeln für rationales Investieren: 1. Ruhe bewahren – Kognition statt Emotion, Volatilität aushalten. 2. Dispositionseffekt vermeiden – Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen. 3. Einfachheit & Diversifikation – breit streuen, Kern-Satelliten-Strategie nutzen. 4. Antizyklisch handeln – günstig einkaufen, teuer verkaufen. 5. Kosten im Blick behalten – Aktivität gezielt steuern, unnötige Gebühren vermeiden. 6. Pareto-Prinzip nutzen – mit den wichtigsten 20 % der Maßnahmen 80 % Wirkung erzielen.
🎧 Bleiben Sie dran: Abonnieren Sie „Börsenbrain“ in Ihrem Podcast-Player und teilen Sie die Folge mit allen, die ihre Investmententscheidungen auf ein neues Level heben wollen, oder denjenigen, die sie vor teuren Fehlern an der Börse bewahren wollen.
Transkript anzeigen
Alexandra Weck: Viele Eltern unterschätzen, wie stark die Zeit für oder gegen sie arbeitet und wer heute 50 Euro im Monat für sein Kind anlegt, der kann ihm oder ihr mit 18 Jahren ein kleines Vermögen übergeben. Wer allerdings erst mit 18 beginnt, verliert schnell mehrere hunderttausend Euro und heute sprechen wir darüber. warum die Zeit der wichtigste Hebel beim Vermögensaufbau für die Kinder ist und welche typischen Fehler auch Eltern oder Großeltern vermeiden können. Und natürlich habe ich heute wieder die Person mit dabei, die wie kaum ein anderer beides verbindet, nämlich jahrzehntelange Investmenterfahrung und tiefes Verständnis für die Psychologie von Anlegern und Anlegerinnen. Nikolaus Kreuz, unser Taktgeber der Anlegerpsychologie. Und er zeigt uns, warum Prokrastination beim Kindersparen so teuer werden kann und wie Eltern klug starten. Herr Kreuz, guten Morgen nach Hamburg.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Moin moin!
Alexandra Weck: Und wir haben es jetzt schon in der Einleitung gehört, heute geht es ein Thema, was sehr, sehr viele bewegt. Und diese Folge heute ist nicht nur für Eltern, sondern vielleicht auch für die Großeltern. Und es geht heute darum, wie man einerseits Kindern auch den Umgang mit Geld schon beibringt, aber vor allen Dingen auch, wie man für Kinder auch vernünftig Herr Kreuz, haben ja auch Kinder, also für Sie ist das ja auch, denke ich mal, dann ein relevantes Thema. Aber Sie sind ja auch der Experte, also vielleicht können Sie da mal einen kurzen Einblick geben, was wir heute alles auch noch behandeln.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja, es geht eigentlich im Prinzip darum, weil die Kinder ja noch nicht mal anfangen können zu laufen, als Eltern die Verantwortung zu übernehmen und sich vielleicht heute auch von den Problemen, die einen ja beschäftigen, weil wir klassisch konditioniert sind, wie sprachen das schon an, Procrastination, die Risikoaversion, die uns ja auch beigebracht wird, die wir klassisch erlernen über unsere Eltern. Projection Bias und Present Bias. Also im Grunde genommen die Dinge, die wir falsch machen, dann eben nicht falsch zu machen bei unseren Kindern. Und da gibt es, glaube ich, ein ganz wesentliches Faktum, nämlich die Zeit spielt immer für einen mit. Das heißt also in den 18 Jahren, das werden wir heute auch noch kennenlernen, des Beginns, bis die Kinder dann quasi zumindest vor dem auf der Ebene mit 18 dann auch, ordentlich was draus machen kann. gucken. festzustellen, dass die Zeit nicht nur für die Eltern, sondern auch für die Kinder spielt, direkt an der Börse. Dass die ersten 18 Jahre sogar durch den Zinseszinseffekt des 8. Weltwunder im Prinzip dann auch wirklich eine Extrapolation nach hinten in der Vermögensentwicklung dauern. Also Frühanfang. Das ist einer der wesentlichsten Kernsätze oder Lernsätze, die wir heute vielleicht mitnehmen dürfen.
Alexandra Weck: Ja, und ich hab da ein paar persönliche Anekdoten auch mitgebracht. Weil leider, muss ich auch sagen, haben meine Eltern hier auch einiges falsch gemacht. Und obwohl ich sie natürlich sehr liebe, es ist einfach, es ist. wir haben halt auch häufiger mal von den Großeltern irgendwelche ... Spielzeuge geschenkt bekommen. Und ja, sag mal, ein Sparplan wäre vielleicht besser gewesen. Und ja, man hätte vielleicht einen Teil vom Kindergeld anlegen können. Also das auf der einen Seite, auf der Anlageseite. Aber auch, dass wir in der Familie generell sehr wenig über Geld gesprochen haben. Und wenn, dann haben wir es nur so mitbekommen, ja, der Vater hat wieder an der Börse spekuliert. Ja, also auch eher negativ konnotiert. Und ja, da haben sich mein Bruder und ich dann die letzten Jahre, als wir erwachsen waren, und dann selber verdient haben. Da hat's so langsam angefangen, dass wir uns ja aus dem rausgearbeitet haben. Insofern ja auch hab ich heute wieder einige Sachen mitgebracht aus eigener Erfahrung. Aber bevor wir da reingehen, wir wollen ja auch hier immer praktisch noch was mitgeben. Und ich würde sagen, diese Woche ist es mal wieder Zeit für einen Buchtipp der Woche, Herr Kreuz. Welche Bücher würden Sie Eltern auch zu dem Thema empfehlen?
Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja, also wenn die Kinder überhaupt noch Bücher lesen, ich hörte von einem befreundeten Professor, das mittlerweile sogar Studenten an die Uni kommen, die in ihrem gesamten Leben noch nie ein Buch gelesen haben. Von da, wenn es wirklich ein Buch sein sollte für die Eltern, dann gebe ich immer die Empfehlung, dass man über KI sich sehr gut zur Garte ziehen kann. Da könnte man über Smart Money, Smart Kids von Dave Ramsey sicherlich eine schöne Anekdote oder Opposite of Spoil. Das kann man sich auch letzten Endes aufs Englisch übersetzen lassen. Ansonsten. Unser Thema ist die Behavioral Finance. wenn sich die Eltern bewusst werden, dass 90 Prozent aller Finanzängste die Eltern auch die Kinder übertragen und diese 18 Jahre eben halt auch des Vorsprungs, wenn man wirklich beginnt, bevor das Kind beginnt zu laufen, dann macht das mehr als eine Million Euro. am Ende eines Lebens aus, über die man dann mehr verfügt. Bei gleicher Einzahlung bis auf diese 18 Jahre. Und Kinder lernen halt durch Verhalten, durch Imitieren. Und das heißt beobachten. Das heißt also auch dann, jemanden nicht durchreden, sondern sie beobachten die Eltern in der Form. Deshalb wäre es eigentlich viel, viel wichtiger, sich im Internet zu informieren. als jetzt stundenlang viele Bücher zu lesen. Oftmals steht da auch das Gleiche drin. glaube, da ist das Internet sehr viel effektiver und effizienter.
Alexandra Weck: Okay, also ich finde das sehr, sehr beachtlich, was Sie da auch wieder alles zutage fördern. Also gerade das Thema Vorbild der Eltern. Ja, das war dann genau bei uns zu Hause auch das Problem. Wenn nicht über Geld gesprochen wird, also wir haben zwar Taschengeld bekommen und dann konnten wir das selber in die Spardose werfen und dann sind wir zum Weltspartag. bei der lokalen Sparkasse dann hingegangen und haben das Sparschwein ausgekippt. Und ich glaube, den Welt-Spartag gibt es, glaube ich, immer noch, oder?
Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja, thank you so.
Alexandra Weck: Und wenn die Folge rauskommt, die Folge kommt ja, wir nehmen jetzt im September auf, die Folge kommt ja auch tatsächlich erst im Oktober raus. Das wäre eigentlich jetzt eine gute Überleitung dann zum Welt-Spartag, fällt mir gerade ein, weil der ist ja immer am, der ist auch im Oktober, glaube ich, Ende Oktober. Und das ist eigentlich ja dann, ist ja schon ein gutes Thema, die Kinder mal in die Bank zu nehmen. Also wir fanden das schon immer schön, das war schon so ein Highlight. Aber man sollte ja doch auch den Kindern vielleicht ein bisschen mehr beibringen, als das Geld einfach ins Sparschwein zu werfen. Weil das ist ja jetzt heute auch nicht mehr. Also ich mein, damals gab es ja noch ordentlich Zinsen. Ich kenne ja noch Zeiten mit 5 Prozent auf dem Tagesgeld. Aber diese Zeiten sind ja nun mal lange vorbei. Also was würden Sie jetzt, wenn jetzt Welt-Spartag ist, was würden Sie dann Eltern empfehlen, an diesem Tag mit den Kindern zu machen? Und ich sag mal so, ab einem Alter von sechs Jahren.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja, also im Grundsatz ist es wichtig, dass die Kinder an Geld herangeführt werden. Sechs ist ein gutes Alter. Es gibt so Schritte bis zwölf und dann natürlich auch ab 18. Aber da entwickeln Kinder den Umgang mit Geld. Und es darf überhaupt nicht verkrampft sein. Es soll auch eigentlich so sein, dass so wie früher unsere Eltern uns auch Taschengeld gegeben haben, also ein gewisses Budget damit haushalten zu können. Das ist wichtig als Erfahrung, also sie von dem Geld wegzuhalten, weil es dreckig ist oder weil am Ende meines Lebens sowieso genug da zur Verfügung stehen. Nein, das ist, man muss es auch lernen, das mit, man mit Geld umzugehen hat. B, ich würde das nicht zu einer Sparkasse tragen oder überhaupt zu einer Bank, sondern ich würde mich als verantwortungsvoller Vater oder als Mutter. informieren, wie gesagt, über das Internet und dann sicherlich auf gute Phone-Depots, Junior-Depots von unterschiedlichen Banken konzentrieren. Da im Prinzip einfach mal eine Wettbewerbsanalyse machen und dann frühzeitig anfangen und nicht
Alexandra Weck: wir dann gleich auch noch mal zu. Ja, genau.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Tagesgeld, aufgrund dieses extrem langen Anlagehorizontes eines neugeborenen Kindes oder eines sechsjährigen Kindes. Da reden wir über 80 Jahre plus als Anlagehorizont. Dann sollten da auch mindestens 80 Prozent Aktien in dem Depot sein. Das ist ein guter Richtwert, vielleicht sogar noch Ticken mehr. Die Theorie sagt sogar bis 94 Prozent.
Alexandra Weck: Mhm.
Nikolas Kreuz - INVIOS: 100 minus Lebensalter, das darf dann die Aktienquote sein. Wir vom Institut, aufgrund der besseren Verfügbarkeit von Informationen und auch, dass wir alle älter werden, haben sogar mit einer Zahl von 120 statt mit 100 starten, Minusalter. Das heißt also, die Aktienquote wird eigentlich eher bisschen höher gefahren, weil
Alexandra Weck: Mhm.
Nikolas Kreuz - INVIOS: die Aktie über solch einen Zeitraum und auch schon ab fünf oder sieben Jahre definitiv eine Festgeldanlage schlägt und zwar ⁓ ein Vielfalt.
Alexandra Weck: Aber das ist ja interessant, weil sie sagen jetzt etwas, was ich glaube, Eltern, sie denn dann an, also man muss ja sagen, die meisten legen ja gar nicht an, das ist ja schon mal ein Problem für sich, die, die dann aber so klug sind anzulegen, die legen einfach so möglichst sicher wie möglich an und fahren die Aktienquote ja auch eher runter als hoch, was ja genau dem widerspricht, was sie gerade gesagt haben. Und ich hab dazu noch mal eine Anekdote, das muss ich einfach erzählen. Meine Eltern haben so Wohn- ... Wohnsparanteile für mich mal als Kind gemacht. Und dann bekommt man, wenn man 18 ist, die Anteile an so einer Wohnungsgesellschaft. Und dummerweise in der Stadt, in der ich dann auch groß geworden bin ... hatte dann diese Wohnbaugesellschaft einen Geschäftsführer, der selber in die Kasse gegriffen hat und der wurde auch wegen Untreue angeklagt, ist dann aber leider auch unterwegs im Prozess noch verstorben. Aber Fakt war, die Wohnungsbaugesellschaft hatte ein dickes Minus und die haben dann versucht, bei den Anteilseignern die Gelder einzutreiben, also Nachschüsse zu holen. Und ich hab mich dann zum Glück darauf berufen können, meine Eltern konnten mir das ja nur schenken als Kind, wenn es keine Nachschusspflicht gibt. Weil es gibt ja Hochrisikopapiere, die man ja, glaube ich, Kindern gar nicht schenken darf, irgendwie, weil es eine Nachschusspflicht gibt. Und dann habe ich gesagt, ihr kriegt von mir nichts. Und zum Glück war ich dann damit fein raus. Aber ich wünschte mir wirklich, meine Eltern hätten einfach nur 50 Mark.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Vielen
Alexandra Weck: jeden Monat in irgendwie ein ETF oder Fonds-Sparplan gemacht. Also, wie sehen Sie das in der Praxis? Gibt es viele Eltern, die, wenn sie anlegen, dann wirklich extrem konservativ sind? Und was steckt da psychologisch dahinter? Warum machen die das so? Weil Sie haben es ja gerade schon gesagt, je länger das der Horizont ist, desto mehr kann man eigentlich Risiko eingehen.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Im Grundsatz sind es vier Fehler. Zusammengefasst ist es die Prokrastination. Ein schwieriges Wort kann man teilweise darüber stolpern. Eigentlich ist es die Aufschieberitis. Also fangen wir an, wenn wir alle, kostet dem Schnitt dann auch einen relativ hohen Betrag. Dann ist es die
Alexandra Weck: Mhm, kennen wir alle aus der Uni.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Generelle Risikoaversion, sagt, Mensch, das ist neu vielleicht in der Rolle des Vaters oder der Mutter, will nichts falsch, so ist es ja auch mit der Behandlung eines Neugeborenen. Man findet sich da erst neu in eine Situation rein und so muss man eben auch umschalten in der Finanzsituation. Und dann gibt es den Proaction Bias, das heißt, man projiziert die einen Ängste, die Erfahrung am Kapitalmarkt, wenn sie negativ waren, eben halt aufs Kind. Und dann gibt es eben diesen sogenannten Prison Bias, heißt, die sofortigen Kosten von den Sparplanen versus Vorteile dann entsprechen, wenn sie 18 Jahre und älter sind. Ich will das mal bisschen klassischer darstellen, was ganz wesentlich ist. Dazu haben wir an unserem Institut mal den Slide 2 vorbereitet. Wenn Sie das jetzt quasi im Video auch sehen, sehen Sie auf Slide 2 ein etwas unglücklicheres Kind oder ein glückliches Kind. Es liegt einfach nur daran, weil man über die 18 Jahre schon gleich von Anfang an gestartet hat bei dem etwas glücklicheren Kind rechts. Man beginnt mit einer Sparrate von 50 Euro. hat einen Zinssatz und ich erkläre Ihnen das auch gleich. Man kann im Schnitt etwa 8 Prozent rechnen bei einer internationalen Anlage mit einer hohen Aktienquote. Die Ansparzeit beträgt jetzt hier mal bis zur gesetzlichen Rente. Wahrscheinlich wird man heutzutage dann sogar oder die Kinder, die heute geboren werden, noch etwas länger arbeiten müssen, weil die gesetzliche Altersvorsorge nicht ausreicht. Und dann gibt es ein Endkapital. Wenn man bei 49 Jahren oder nur eine Anspartzeit von 49 Jahren hat, das ist links unten, das sind im Kapital mit sonst gleicher Ausstattung, gleicher Rendite 340.000 € im Kapital nach 49 Jahren Anspartzeit.
Alexandra Weck: Mhm. Das wäre jetzt der Fall, wenn man zum Beispiel erst mit 18 anfängt und dann bis zur Rente spart, ne?
Nikolas Kreuz - INVIOS: Aber wenn man gleich im Neugeborenenalter anfängt, also sprich mit mit null Jahren über 50 Euro monatlich gleicher Zinssatz und dann 67 Jahre, also 18 Jahre weiter spart, dann kommen wir auf sage und schreibe im Endkapital von 1,4 Millionen. Das ist also mehr als eine Million, die die ersten 18 Jahre ausmachen. Weil ansonsten gleicher Konstitution. Da ist eine Einzahlung natürlich 40.000 Euro zu leisten zu 29.000 Euro 400. Aber allein nur diese knappen 10.600 Euro machen am Ende über den Zinseszinseffekt plus den 18 Jahren, die man länger spart, nach hinten raus über den Zinseszinseffekt über eine Million. Das ist das, was man sich vor Augen führen muss und dass die Aktien letzten Endes auch genau solche Bausparvertrag oder auch eine Fixed Income Anlage, eine Festgeld Anlage oder Geldmarktnahe Anlagen schlagen.
Alexandra Weck: Versicherungen, kapitalgebundene Versicherungen kennen wir alle, glaube ich.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Genau bei der Kapitalbildung macht das wenig Sinn. Das lernen Sie auch im ersten Semester im Studium. Zu Kapitalbildung ist eine Lebensversicherung nahezu ungeeignet. Lieber den Risikoschutz rausnehmen, da dann entsprechend die Versicherungsprämien zu bezahlen. Aber zur Kapitalbildung das Geld einfach direkt an die Börse zu bringen und nicht über eine Versicherung zu routen. Da werden bis zu 50 % Kosten über eine Laufzeit. abgezogen und das fehlt Ihnen dann letztendlich auch an der Rendite. Wenn Sie da auf den Slide 4 einfach mal einmal kurz eingehen, dann sehen Sie, das ist ein Slide vom Deutschen Aktieninstitut. Da sehen Sie über langfristige Sparrate. Es ist absolut attraktiv. Hier ist abgebildet in Grün von 1970 mal eine Anlage, die sich dann fast verzehnfacht hat über den Zeitraum bis jetzt 20 Ende 2024. Und diese kleine graue
Alexandra Weck: Mhm.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Kleine graue Kasten, da sehen Sie eigentlich wie annualisiert die Renditen sich irgendwo ⁓ bei 7,10 Prozent bei der Anlage, bei maximaler Rendite etwa bei 7,9 Prozent über die 30 Jahre dann auch einpendelt. Und nur am Anfang geht diese Schere auseinander, nämlich wenn Sie nur einen kurzfristigen Anlagehorizont haben, dann können Sie natürlich über die Volatilität am Aktienmarkt, also die Schwankungsbreite, immer noch mehr Verluste generieren. Und was sich daraus dann entwickelt, sehen Sie eigentlich auf dem Slide 3 ganz gut. Man sagt auch hierzu, ist das Renditedreieck vom Deutschen Aktieninstitut. Man schaut sich diese Dreiecke an, quasi von rechts oben nach links unten zu lesen. Man startet quasi dann von 2023. Man kann dann runterschauen über das Ziel hinweg, über welche Rendite man verfügte. Man sieht, wenn man in den MSCI World, hier sind die Renditen des MSCI Worlds abgetragen, 2001 eingestiegen wäre und das bis 2018 eben auch durchgeführt hätte, die besagten 18 Jahre. Dann hätte man eine durchschnittliche Rendite von 7,9 Prozent. Also liegen wir bei den 8-prozentigen, zugrunde gelegt haben. Dann gut auch beieinander.
Alexandra Weck: Ja, also es ist sehr eindrücklich und wie gesagt an alle, die jetzt heute den Podcast nur hören, gerne auch in die Show Notes schauen. werden die Slides auch nochmal hinterlegt. Also das sollten sich alle nochmal anschauen. Vor allen Dingen auch alle Großeltern, die vielleicht heute zuschauen. Weil es ist ja nun mal auch so, wir müssen da ja auch wirklich realistisch sein. Vielen Menschen in Deutschland geht es auch gerade nicht so gut. ich sag's mal so, gerade die Menschen, natürlich niedriges Einkommen haben und Kinder, gerade die müssen unbedingt so fürs Alter zurücklegen. Und natürlich können viele Eltern das auch nicht. Also es klingt für uns jetzt vielleicht natürlich, ja, 50 Euro im Monat, dann gehe ich vielleicht einmal weniger essen oder so. Aber es gibt nun mal ja auch wirklich viele Familien, da zählt wirklich jeder Euro. Und gerade hier können vielleicht die Großeltern, anstatt dass sie Geschenke kaufen, lieber Zukunft kaufen. Also das hatten wir ja so gesagt, dass das eigentlich das viel bessere Geschenk ist. Und selbst wenn es nicht 50 Euro im Monat sind, aber auch einmal im Quartal 50 Euro ist besser als nichts. Also ich glaube, das wäre sehr wichtig, das hier auch noch mal an der Stelle zu sagen. Gerade wer es sich eigentlich nicht leisten kann, muss umso dringender schauen für später, dass man irgendwas macht. Und man kann ja auch unter, also man muss ja auch sagen, es gibt ja auch Depots, wo man auch drunter sparen kann. Also die 50 Euro ist jetzt keine Mindestsumme der Banken, sondern das haben wir jetzt einfach für die Berechnung genommen. Man kann auch mittlerweile bei manchen Banken für 10 oder 25 Euro auch was machen.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Korrekt, also man darf sich da auch gar nicht zu sehr sklavisch an irgendeiner Summe, die wir jetzt mal fiktiv aufgerufen haben, festhalten, sondern da gibt es ja auch innerhalb des Koalitionspapiers sogar noch einen Zuschuss. Ein Plan ja mit dieser sogenannten Frühstartrente ab 1. Januar 2026 mit 10 Euro.
Alexandra Weck: Mhm.
Nikolas Kreuz - INVIOS: auch das zu fördern. Also wenn man privatwirtschaftlich Minderjährigen-Depots dann bespart, dann werden Kinder ab sechs Jahren für Rente durch Investitionen am Kapitalmarkt immer noch bezuschusst vom Staat. Der Förderzeitraum sind zwölf Jahre. Ich sage jetzt auch zehn Euro ist ja nicht die Welt im Monat, aber macht was aus und dann sind es nicht mehr 50 Euro, die die Großeltern oder die Eltern besparen, sondern nur noch 40 Euro.
Alexandra Weck: Mhm.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Da gibt es ein paar Regeln, das Kapitalschutz, kein Zugriff durch den Staat oder Gläubiger, die steuerfrei ist, die Ansparphase, das ist schöne. Besteuerung findet dann in der Auszahlphase statt, aber das ist bei jeglichem Anlageprodukt innerhalb Deutschlands quasi gesetzt, bis auf ein paar Ausnahmen. Man kann privat zuzahlen, das ist rein theoretisch ohne Begrenzung der Höhe. und das Zugriffsrecht, Kapital bis Eintrittsalter bis 67, das ist gesperrt. Aber dann kann man auch über diesen Betrag verfügen. Wir haben ja gerade schon über diese Summen gesprochen. Wenn der Staat sich daran auch an dieser Notwendigkeit, die nicht nur sieht, mit der Einsicht dann auch sagt, wir fördern das, dann sollte man das definitiv auch wahrnehmen. Also schauen wir an, Stichwort Frühstartrente, 1.26 startet das.
Alexandra Weck: Das ist ein sehr guter Tipp. Ich hoffe, gucken jetzt alle, googeln jetzt mal alle fleißig. Wenn wir dann jetzt noch mal auf das Thema gehen, ich glaube, ist auch so eine Frage, sich vielleicht der eine oder andere stellt. Soll man das dann auf dem eigenen Depot sparen oder soll man für das Kind ein Depot anlegen? Was sind da so die Unterschiede? Was raten Sie da?
Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja, also häufig werden diese Minderjährindepots bezuschusst von den Gesellschaften. Das heißt, man kriegt dort Sonderkonditionen. Wir arbeiten mit unterschiedlichsten Häusern zusammen. gibt... Für meine Kinder hatte ich das damals gemacht von der FFB-Bank. Das kann man ab 25 Euro monatlich besparen, ist jetzt keine Empfehlung. Da können Sie durchaus noch andere... Häuser mal reinschauen, aber keine Depotkosten fällig. eine riesige Auswahl an Fonds, es zahlen keine Ausgabeausschläge für die Kleinen, sodass sie da auch direkt Renditen sehr gut erzielen und Transaktionsgebühren entfallen da auch. Es ist also so, dass man da früh starten kann. Es ist auch wichtig unter der steuerlichen und Steueraspekten und auch von Freibeträgen. Bis zur Volljährigkeit diese minderjährigen Depots zu besparen, weil es kleine Individuen sind, da geht dann schon die Freistellungsbetrag ab 100.000, kann man diesen Auftrag erteilen. Die 1.000 Euro, die Sie da im Jahr dann steuerfrei an Zinserträgen, Kapitalerträgen generieren, das sollte man auch ausnutzen, insbesondere wenn man etwas mehr bespart. Also minderjährigen Depots aufbauen, dann hat man sonst die Schwierigkeiten, das auch auseinanderzukommen, sage mal, und
Alexandra Weck: Mhm.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Das funktioniert ja auch sehr gut über diese monatlichen Sparplanraten. können ja dann auch Großeltern oder Eltern mit reinbezahlen.
Alexandra Weck: Mhm. Und aber auch hier gilt wieder Herr Kreuz am 15.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja, richtig. Genau. Also für die, die diese Podcast folgen, nicht alle chronologisch gesehen haben, was ich nur empfehlen kann, weil man damit auch viele Anlagefehler vermeidet. Am 15. eines Monats zu sparen, macht pro Jahr ein Prozent mehr Rendite aus, als wenn man das am Anfang eines Monats bespart. Das ist sogenannte Monat.
Alexandra Weck: Und das ist ja bei 18 Jahren bei einem Kind dann wieder kumuliert, das leppert sich, ne? Würden wir jetzt ...
Nikolas Kreuz - INVIOS: Das sind mehr als 18%, da der Zinseszinseffekt dann auch wieder wirkt und man macht nichts anderes als vom 1. auf den 15. diesen Sparplan zu besparen.
Alexandra Weck: Dieser Tipp scheint so viel wert zu sein und es scheinen so wenig Leute zu wissen. Und das hat mich auch Ich hab's selber auch nicht gewusst. Das Video, was wir dazu extrahiert hatten, das ist auch schon viral gegangen auf TikTok. Das war ihr meistgesehenes, gespeichertes und geliketes Video. Das wissen viele Menschen anscheinend nicht. Auch hier noch mal unser Appell. Sparpläne, wenn sie welche schon haben. Äh, ändern einfach auf den 15., das macht schon richtig was aus, ja. Welche Anlageformen empfehlen Sie denn dann für ein 0-18 Jahre Horizont?
Nikolas Kreuz - INVIOS: möglichst hohe Aktienquoten zu wählen, weil wie gesagt der Anlagehorizont ja mehr als 80 Jahre beträgt. Nach den aktuellen Sterbetafeln, Aktien können immer über einen langen Zeitraum ihr Renditepotenzial voll ausschöpfen und dann haben wir so und bei zwischen 6,5 bis 8, 9 Prozent, weil man international breitstreut. Da sollte man auf die Kosten achten. Man kann natürlich passive Investments wählen, sogenannte ETFs, die auch in aller Munde sind. Auch da sollte man schauen, auf die Kosten schauen, weil es gibt ETFs, die sechs Basispunkte kosten und es gibt ETFs, die 40 Basispunkte kosten. Sie haben in der Rente das gleiche Anerleihung. dass die gleichen Aktien sich in diesem ETF befinden. sollten sie physisch hinterlegt sein, nicht repliziert. Das heißt also, dass man da einen Ausfallschutz hat, dass es eben halt auch Sondervermögen darstellt, wenn man Geld da in Investmentfonds reinlegt. Ich würde nicht mit Einzelaktien hantieren, sondern das in professionelle Hände geben und wenn man da einem stumpfen passiven Investment Modus nicht folgen möchte, weil es eben auch immer wieder Downsides gibt, exogene Shocks, die dann eben auch entsprechend zu einer erhöhten Volatilität führen. Dann sind natürlich auch aktive Mischfonds gut gewählt, aber man sollte die risikoreicheren aufgrund des Langanlagehorizontes und des Renditepotentials, was sich daraus entfalten kann, sollte man definitiv höher die Aktienquote wählen, als man es für sich selber dann auch wählt. Das wäre eine Ansatz, den ich persönlich als Vater, wenn ich noch mal jüngere Kinder hätte, wählen würde. man grundsatzte sich übers Internet dann auch zu informieren und immer mal wieder nach im Jahresrhythmus zu schauen, ob die Allokation so breit aufgestellt auch gut funktioniert und ansonsten auch mal Profifragen.
Alexandra Weck: Also Sie wären dann so ein Profi, man fragen könnte. Das an der Stelle. Ganz kurz. Aber es gibt ja auch viele Kollegen von Ihnen. Also es ist ja zum Glück ein wichtiges Thema. Genau, aber Sie sind da auch natürlich unser Experte für Behavioral Finance. Und ich würde jetzt gerne noch auf ein weiteres Thema dann eingehen. Nämlich was ja auch wichtig ist, nicht nur einerseits für die Kinder. zu sparen, sondern natürlich auch die Kinder zu befähigen, dann, sobald sie selbst mal Geld haben, das natürlich auch richtig zu managen. Und daher, ab wann würden sie so sagen, ab welchem Alter verstehen Kinder das Thema Geld und investieren?
Nikolas Kreuz - INVIOS: Sehr gute Frage. gibt wissenschaftliche Untersuchungen. VORSEX sollte man überhaupt, weil man zwischen Wollen und auch das zu verstehen, was Geld bedeutet, dass es eigentlich nur ein Surrogat ist bzw. ein Mittel zum Zweck, das verstehen Kinder noch nicht. Durchaus mit 8, 10 und 12 Jahren gibt es dann in der Entwicklung durch Neurofinance auch belegbar. verstehen an Kindern, was Geld ist, dass man sich damit auch als Mittel zum Zweck etwas dafür kaufen kann.
Alexandra Weck: Also Taschengeld ist auf jeden Fall nach wie vor immer noch ein wichtiges Tool, den Umgang mit Geld zu verstehen.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Exakt. Einfach auch Fehler damit zu machen, zu wissen, da gibt es ein Budget. Und außerhalb dieses Budgets sollte man sich nicht bewegen. Ansonsten eckt das einen an. man sieht das ja auch in der heutigen gesellschaftlichen Situation, dass wir eine relativ hohe Überschuldungsquote haben. die es nicht komplett durch die gesamte Bevölkerung gleich verteilt, Menschen, weniger wissen, mit weniger Ausbildung versehen sind, weniger Finanzbildung besitzen, die sind tendenziell höher verschuldet, weil es eben auch täglich verfügbar ist, überall die Möglichkeiten, sich kurzfristig schnell Konsumkredite zu besorgen.
Alexandra Weck: Es wird ja auch Thema unserer nächsten Episode. Dann nach dieser Episode hier, weil wir das ja auch aufgreifen wollen, weil es einfach wichtig ist. Und wir das genauso sehen. Viele junge Menschen, die das erste Mal dann verdienen, kommen genau in dieses Thema nämlich rein. Machen wir dann das nächste Mal. Aber das ist natürlich auf jeden Fall wichtig. wie erklärt man jetzt einem Sechsjährigen, was eine Aktie ist? Weil ich kann mich nämlich noch erinnern. Das hatte mir meine Mutter letztens erzählt. Das war wohl eine ganz lustige Situation. Wir mussten in der Schule sagen, was unsere Eltern beruflich machen. Und mein Bruder hat dann auf den Zettel geschrieben, der Papa ist Aktionär. Weil mein Vater saß halt immer mit der Zeitung zu Hause und hat dann ... Klar, ich hatte ja dieses Telekom-Debakel schon erwähnt. Und der hatte natürlich immer ... Immer vom Thema Aktien. Er hat es halt so erzählt zu Hause, aber wir haben es nicht richtig verstanden. Mein Bruder hatte auch keine Ahnung, was Aktionär bedeutet. Weil eigentlich war mein Vater selbstständig im eigenen Unternehmen. Davon haben wir als Kinder gar nicht so viel mitbekommen. Weil er immer nur über die Börsenkurse zu Hause ge- ... ja, geflucht hat. Zumindest über die Telekom. Ähm ... Ja, also wie erklärt man einem Sechsjährigen, was eine Aktie ist? Oder einem Achtjährigen?
Nikolas Kreuz - INVIOS: Mmh. Ja, also bei einem Sechs- oder Achtjährigen, man kann das eigentlich plastisch an einem Kuchen erklären. Nehmen Sie einen Kuchen. Ein Kuchen kann ein Unternehmen sein. Und wenn Sie dem Kind das erklären, das Man über eine Aktie, ähnlich wie so ein Kuchenstück, verfügt. Wenn es dem Unternehmen gut geht, wird der Kuchen größer. Jedes Jahr bekommt man eine kleine Kirsche, ein bisschen mehr Sahne oder bisschen mehr Füllung rein. Das ist quasi die Dividende. Dann gibt es aber auch Jahre, wo Schmalhans Küchenhahn unterwegs ist und man in der Form dann der Kuchen im Volumen abnimmt. die Qualität vielleicht auch ein bisschen runtergeht oder das Kuchenstück etwas kleiner wird. So glaube ich kann man das gut transportieren für ein sechsjähriges Kind. Wenn man sich auch, wenn man spart, das ist ja auch so eine Art Lustverlust, dann wird im darauffolgenden Jahr vielleicht dann das Kuchenstück sogar etwas größer sein.
Alexandra Weck: Mhm.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Wenn man das in den Zusammenhang bringt, das, glaube ich, sehr gut. Ansonsten kann man das natürlich mit jedem Spielzeug auch, wenn Kinder in Spielzeugladen gehen und sehen, ja, den Lego-Book möchte ich gerne haben, die ist aber jetzt vergriffen. Dann weiß man im Grundsatz, ja, kann man auch was anderes wählen, aber Lego produziert so viel und trotzdem sind diese Produkte letzten Endes dann vielleicht auch vergriffen für das Kind. Dann muss man eine Woche später in diesen Laden wieder reingehen. Kann man darüber vielleicht auch erklären, wenn ein Unternehmen gute Produkte herstellt, dass es teilweise auch mal vergriffen ist, man entsprechend eine höhere Preise dann auch durchreichen kann. Also Konzert sollte man das spielerisch machen und immer halt an physischen Spielzeugen.
Alexandra Weck: Hm. Ja, ich hatte letztens auch noch was auf Instagram gesehen, wo Eltern ihrem Kind Steuern erklären. Das heißt, sie geben ihnen Taschengeld und nehmen ihnen dann die Hälfte weg. Und da ist natürlich dann das Geschrei groß. Aber ich glaube, jeder Erwachsene kann sich da reinfühlen. Aber gut, wir wollen ja heute auf jeden Fall nicht über Steuern sprechen.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Haha Vielleicht ist das auch ein Thema, aber nicht heute.
Alexandra Weck: Genau, das können wir auch machen. zum Thema auch ... Wir kennen das, das Quängeln und so. Also sollen Kinder auch Verluste erleben? Oder schützt man sie da am besten davor? Weil die Eltern heutzutage, wenn ich mal vergleiche, wie wir damals groß geworden sind, auch ohne Handy, wir sind einfach rausgegangen und wir wussten einfach, wenn es dunkel ist, müssen wir wieder zu Hause sein. Und ich mein, ich hab das Gefühl, die heutigen Eltern glauben, natürlich auch durch die Medien, dass es alles viel gefährlicher ist als früher und haben so diesen, diesen Drang, ihre Kinder vor allem zu beschützen. Und ist das vielleicht auch so ein Thema, warum Eltern das Thema Börse und Aktien auch so ein bisschen meiden mit Kindern? Weil man könnte ja eben auch mal zwei, drei Jahre lang Verluste erleben.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja, also besinnvoll ist, sechsjähriger oder achtjähriger Kind zu erzählen, dass das Depot gerade 20 Prozent im Minus ist, das halte ich für pädagogisch nicht unbedingt sinnvoll. Aber im Grundsatz darf man die Ängste eben nicht übertragen auf der Eltern, auf die Kinder. Es ist ja auch nicht ohne Grund, dass der Gesetzgeber vorsieht, dass dieser minderjährigen Depot bis zum 18. Lebensjahr immer frei von dem Zugriff der Kinder ist. Das hat ja einen Grund.
Alexandra Weck: Mhm.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Und ich glaube, dass man über einen Zeitraum von 18 Jahren nicht viel falsch machen kann, wenn man das Geld am Aktienmarkt anlegt für die Kinder. Ich würde das einfach trennen, das, was man für den täglichen Bedarf und den Umgang mit Geld lernen sollte. Das sollte man möglichst früh machen. Aber alles, was die Investition anbelangt, das ist ein längerer Zeitraum. Da kann man in sehr homeopathischen Dosen dann in der Pubertät vielleicht mit anfangen oder
Alexandra Weck: Also so ab 12.
Nikolas Kreuz - INVIOS: 14, genau, dass man in dem Zeitraum sagt, wir besparen da etwas für dich und da darfst auch mit 18 dann darüber verfügen. Das vielleicht auch mit einem konkreten Anlass verbinden, Studium fürs erste Auto, was auch immer, dann bekommt das eine gewisse Art von Wertschätzung und beschäftigt sich damit, dass man eben auch etwas bespart und diesen Konsumzeitpunkt nach hinten verlagert. Also dieser sogenannte Lustverlust und dann am Ende dann eine sehr viel größere Freude darüber ist, weil man eben auch auf ein Ziel hingesparrt hat. Das ist wichtig dann in dem Lernprozess.
Alexandra Weck: Ja, also das war auch, das war zum Glück eine gute Lektion, weil meine Eltern haben, also sparen haben sie uns beigebracht. Und auch mit dem Taschengeld dann selber zuhaushalten. Wir hatten dann allerdings mal so, ja, das war ein kleiner Familienstreit, weil es hieß immer, wir können dann mit unserem Taschengeld machen, was wir wollen. Und mein Bruder und ich hatten uns dann damals diese Tamagotchis gekauft. Ich weiß nicht, ob sie die noch kennen. Diese kleinen, äh, äh, ich weiß gar nicht, was es für Tiere waren, aber die kamen raus. wir haben, das waren ja, glaub ich, 30 Mark. Und wir haben irgendwie so zwei Mark pro Woche Taschengeld bekommen. Und wir haben das wirklich gespart und haben uns die Dinger dann gekauft. Und meine Mutter hat dann wirklich, hat die dann genommen, ist mit uns in den Laden, hat die Verkäuferin zur Sau gemacht, wie sie uns so was verkaufen könnte. Und dann mussten wir die ...
Nikolas Kreuz - INVIOS: Es Vielen
Alexandra Weck: zurückgeben und wir waren so sauer. Also...
Nikolas Kreuz - INVIOS: Ha ha ha!
Alexandra Weck: Ja, aber...
Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja, der nächste Trend sind ja jetzt die Labulus oder wie sie heißen. So kleine, hässliche Tierchen Ja, aber daran erkennt man auch ein Produkt, wenn es trendy ist. Die Margen sind hoch und daran kann man auch einem Kind erklären, wie so etwas funktioniert und dass man, wenn man dann eine Aktie an diesem Unternehmen besitzt oder mehrere, dass man daran partizipiert. Ja. Ja. Mattel oder wer auch immer das dann aufgelegt hat.
Alexandra Weck: Ich find's so schrecklich. Ich find's so schrecklich, aber... HMM! Ja, das stimmt. So ist es ja. Gut, Thema mit diesen Labubus ist auch wieder nochmal was anderes. Da habe ich jetzt letztens in interessante Theorie gelesen, dass der Hype auch deswegen so groß ist, weil sich gerade durch die gesamtweltwirtschaftliche Lage der Luxuskonsum verlagert auf günstigere Produkte, wie zum Beispiel auch so was. Aber gut, das werden wir die nächsten Monate sicherlich beobachten. Zurück zu den Eltern. Was sind denn aus ihrer Berufserfahrung jetzt, Sie ja haben, die größten Fehler, die Sie bei Eltern oder auch Großeltern so sehen in diesem Thema?
Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja, im Grundsatz die persönliche Reflektion zu sagen, was hätte ich eigentlich in dem Kindesalter meiner Kinder eigentlich jetzt anders gemacht mit dem Wissen, ich habe, dass man sich einfach informiert über die Ressourcen, Webinare, Seminare. Es gibt wunderbare Anlageanlegermessen in allen großen Standorten von Deutschland. B2MS ist dort eine erste.
Alexandra Weck: Sie sind ja auch immer fleißig da und halten die Fahne hoch.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Wer auch immer, Heiko, Thieme, Bernecke, es sind ganz, ganz viele Menschen, Holger Scholz, McNaUF, die in der Form ... Ja, das sind wirklich alles ehrenwerte Menschen, die versuchen, ihr Finanzwissen zu verteilen. Und wie schön ist das, dass man kostenlos sich aufschlauen darf, um von den Fehlern anderen zu lernen, damit man selber nicht diese Fehler macht.
Alexandra Weck: verlinken wir alles. Ja, das ich bin ja auch noch ohne. Also das Internet gab es zwar schon, aber wir hatten es zu Hause nicht. Ich bin ja auch noch ohne. Das alles groß geworden. Und wenn man damals sich informieren wollte, musste man entweder Bücher kaufen, eine Zeitung lesen oder in die Bibliothek gehen, wenn man sich kein Buch leisten konnte, zu kaufen. Und was heute an Wissen alles also was. Finanzinfluencer, also ich meine jetzt die seriösen, wie Sie immer schön sagen, die Joghurt-Tester, was es heute alles frei verfügbar im Netz gibt, das ist schon toll. Und das ist ja auch der Grund, warum wir diesen Podcast machen, komplett kostenfrei, werbefrei, weil wir eben ja auch das Wissen verteilen wollen. Genau, also das heißt, sich mehr informieren. und zwar auf den ganzen guten Ressourcen, es gibt. Natürlich auch diesen Podcast abonnieren, das hilft natürlich. Und weiterleiten, hilft auch. Und beim Thema zu konservativ oder zu riskant, also wo liegt da die goldene Mitte bei den Eltern? Wir gehen jetzt mal ganz plakativ und sagen, Sparbuch oder Krypto?
Nikolas Kreuz - INVIOS: In der Mitte liegt die Wahrheit. Das Sparbuch, man muss einfach vor Augen führen, dass das eine Geldvernichtungsmaschine ist. Nehmen Sie 2 % Inflation noch dazu. Das frisst dann schon den aktuellen Zins einfach auf. Da ist man schlecht beraten, das Geld, dann kann man sich es genauso unter das Kopfkissen legen. Da schläft man vielleicht bisschen ruhiger darüber, aber eine rentierliche Anlage ist sicherlich was anderes. und in Bezug auf digitale Währungen ist natürlich immer die Frage, wie wird sich das in 60 Jahren weiterentwickeln und ist diese Währung dann überhaupt noch von den 2000 Währungen, die es gibt, definitiv dann überhaupt noch etwas wert? Gibt es sie überhaupt noch am Markt? Breitstreuen, danach toben nicht alle Eier in einen Korb, für dann lieber einen Kryptofond oder einen Fond zu kaufen, der im Bereich Simikonductors, also die dann auch die Chiphersteller, die an diesem Hype dann auch verdienen, also die, ausstatten, so wie das früher auch war, in der Goldgräberstimmung, da haben nicht die Goldgräbervermögen angehäuft, sondern die, die Schaufeln verkauft haben. Von der Seite aus, ich mir immer dann die Frage dahinter stellen und sagen, ich investiere in die, die quasi das Werkzeug zur Verfügung stellen, die die digitalen Währungen dann auch nutzen müssen, die darauf angewiesen sind, sondern ansonsten breitstreuen bei Kryptowährungen. Aber ich würde generell sagen, einfach breiter die Instrumente, den Instrumentenkasten noch breiter auswählen. Und da sollte ein Großteil, rund 80 Prozent, eher im Aktienbereich sein und solche Themen, die wir da gerade aufgeführt haben, dann vielleicht lediglich als Beimischung. Aber grundsätzlich würde ich es auch nicht ausschließen. In homeopathische Dose mit einer 5%, 4 bis 5 % ist wissenschaftlich auch fundiert, weil es unkorreliert ist. mit den anderen Vermögenswerten innerhalb dieser Sparplans dann auch wenig korreliert, also wenig in Zusammenhang steht, dann macht das durchaus Sinn. Aber
Alexandra Weck: Mhm.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Aktien sollten in jungen Jahren, wenn der Anlagehorizont wirklich so lang ist, das Übergewicht machen und da breit international zu streuen
Alexandra Weck: Ich hab auch bei dem Fintech, wo ich mein Depot hab, hier für meine Schweizer dritte Säule, da hab ich auch den Aktienanteil und alles auf ... Also, ich hab's auf die höchste Risikostufe gesetzt, weil ich ja auch das jetzt lange besparen werde, also mindestens 20 Jahre. Und ich kann da zum Beispiel auch, ich glaub, über 35.000 Franken jedes Jahr komplett steuerfrei und beziehungsweise abzugsfähig vom Gehalt und so alles reinpacken und da habe ich auch jetzt einfach die höchste Kategorie gewählt.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Das macht absolut Sinn. Vielleicht können wir ja auch nochmal einen Slide einblenden. Das ist der Slide 6. sehen Sie auch nochmal, welche Strategie ist eigentlich sinnvoll. Man kennt dort einfach aufgrund der des türkisfarmen charts dahinter gelegt ist, auch der MSCI World von 82 bis 2024, welche enormen Hebel, also die Rendite da einfach auch entsteht. Und trotz Bärenmärkte, das ist auf der rechten Seite die grau schraffierten Bereiche, trotz dieser 13 Bärenmärkte haben wir dort eine eine Vervielfachung, einen Vervielfältiger, der da wirkt. Das ist Produktivkapital, das sind die Aktien. die in diesem MSCI World, man kann auch kleinere Indices wählen, aber im Grundsatz, dass die Aktie einfach ihre Kraft über diesen langen Anlagerzeitraum auch wirklich entfalten kann. Und wenn man dann immer noch meint, man ist in einer Festgeldanlage immer noch gut beraten oder das Geld auf ein Sparbuch zu legen, dann kann man durchaus den Slide 7 mal sich näher anschauen. Da sieht man mal Was so dreimonatiger Rückzug in bar Mittel, mit welcher Wahrscheinlichkeit man dann eine Minderen Rendite erziehe, das sind immerhin 60 Prozent. Minderrendite Wahrscheinlichkeit von über 1,7 Prozent im Vergleich zu einem gemischten Portfolio 60 40. Dieser Zeitraum, wenn man das dann zwölf Monate im Bargeld oder auf dem Sparbuch packt, dann haben Sie mit einer 60 prozentigen Wahrscheinlichkeit eine Minderrendite im Medien von über 6 Prozent. 6,7 Prozent Minderrendite gegenüber einem gemischten Portfolio. Wenn man sich das klar vor Augen führt, dann weiß man, ist man nicht gut beraten, wenn Kinder so konservativ Gelder oder Gelder für Kinder so konservativ angelegt haben.
Alexandra Weck: Ja, also wie gesagt blenden wir alles ein. Super eindrückliche Grafiken und ja, wir könnten wahrscheinlich noch sehr viel länger sprechen und wir bieten aber auf jeden Fall an der Stelle nochmal an, liebe Eltern, liebe Großeltern, wenn Sie das jetzt hören, schicken Sie gerne die Folge weiter und wenn Sie Fragen dazu haben, dann schicken Sie gerne. Auch eine E-Mail. Wir sammeln das dann mal und machen mal eine eigene Folge nur mit Zuhörerfragen. Also bitte gerne hier partizipieren. Und Herr Kreuz, wenn Sie jetzt nur einen Tipp für frisch gebackene Eltern hätten, welcher Tipp wäre das?
Nikolas Kreuz - INVIOS: Kümmern Sie sich gut Ihr Kind.
Alexandra Weck: Ja, das stimmt, aber ich meine jetzt natürlich auf der Investmentseite.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Ja, auch das. Im Grundsatz sagt man, abdiskuntiert, wenn man ein Studium absolviert hat, also Ausbildung ist wichtig. Die höchste Rendite erziehen sie immer mit dem, was zwischen den beiden Ohren ist. Und so eine klassische Ausbildung an einer deutschen Universität ist abgezinset, etwa 1,2 Millionen Euro wert. Also wenn man Kinder ausbildet, dann werden sie automatisch auch in der Regel erfolgreicher. am Arbeitsmarkt bekomme, eventuell die besseren Jobs, fühlen sich dort wohler, bringen mehr Leistung und erzielen dann automatisch auch ein höheres Einkommen. Das heißt also, wenn, dann würde ich in die Ausbildung meiner Kinder investieren. Das schlägt sogar die Aktie.
Alexandra Weck: Okay, aber man kann ja anfangen, damit man sich diese Ausbildung leisten kann, kann man ja anfangen früh auch mit dem Kindergeld zum Beispiel, ein Teil davon, oder den Großeltern sagen, anstelle von Geschenken, macht lieber ein Depot oder so. Ja, das wäre jetzt so was, was ich aus der heutigen Folge mitnehmen würde und vor allen Dingen auch einfach aus der eigenen Erfahrung. auch früh in der Familie über Geld reden und erklären, wie es funktioniert. Weil das hätte meinem Bruder und mir sicherlich geholfen, wenn das früher der Fall gewesen wäre. Dann gut, ich glaube, wir haben heute viel Mehrwert geliefert für Eltern, Großeltern.
Nikolas Kreuz - INVIOS: Perfekte Zusammenkasse.
Alexandra Weck: Onkels, Tanten, also vielleicht überdenkt heute jeder noch mal, ob das Kind noch das Spielzeug X oder Y braucht. Wir konsumieren alle viel zu viel, auch meine Meinung insofern. Ja, vielleicht wirklich lieber ein Kinderdepot eröffnen. Sie hatten ja eben auch gesagt, es gibt da viele Banken, das ist kostenlos, die Kosten sind gering, etc. Also es lohnt sich echt. Deswegen appellieren wir heute an der Stelle. mal an die Zukunft der Kinder. Wir kaufen nicht Fonds und ETFs, sondern wir kaufen eigentlich Zukunft. Und jeder, der jetzt noch jünger ist, kann ja auch sagen, es ist ja auch Eigennutz. Weil wenn die später mehr Geld haben, wird der Staat ja auch weniger belastet. Insofern ist es ja eigentlich auch so ein Generationen-Vertragsthema, wenn man so möchte. Aber da habe ich jetzt sehr weit ausgeholt insofern. Herr Kreuz, vielen Dank für all die Insights, vor allen Dingen auch für die tollen Slides, die Sie vorbereitet haben. Das wird vielen helfen. damit sage ich Moin Moin nach Hamburg und bis zur nächsten Episode vom Börsenbrain.
Neuer Kommentar